Serie „Behörde, Behörde“: Teil 10

Sabrina Annika Müller: „Ich achte auf die Fristen“

Welche Vorlage wann wo eingereicht sein muss, weiß Sabrina Annika Müller. Die 31-Jährige koordiniert im Wissenschafts- und Häfenressort die Arbeit der Behörde für die verschiedenen Gremien.
01.03.2020, 20:15
Lesedauer: 2 Min
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Sabrina Annika Müller: „Ich achte auf die Fristen“
Von Nina Willborn
Frau Müller, was genau koordinieren Sie?

Ich bin die Schnittstelle zwischen unseren Fachabteilungen „Wissenschaft“ und „Häfen“, der Senatorin und dem Staatsrat. Ich koordiniere alle Gremien für unser Haus, die wir als Ressort bespielen. Dazu gehören zum Beispiel der Senat, die Bürgerschaft und der Bundesrat. Ich achte darauf, dass die Vorlagen oder Berichte fristgerecht eingereicht werden. In manchen Fällen müssen sie auch vorher mit anderen Ressorts noch abgestimmt werden.

Dieser ganze Prozess kann dauern, oder?

Ja. Jedes Thema wird zuerst durch die Fachabteilung inhaltlich aufbereitet. Manchmal müssen die Kollegen noch weitere Informationen von den nachgelagerten Stellen wie den Hochschulen oder Bremenports einholen, bevor zum Beispiel eine Senatsvorlage erstellt wird. Wenn sie fertig ist, starte ich den Umlauf mit meiner „orangenen Mappe“. Die Farbe signalisiert dem Staatsrat und der Senatorin, dass es sich um eine wichtige Gremienangelegenheit handelt, bei der Fristen eingehalten werden müssen. Manchmal, wenn es wirklich schnell gehen muss, tigere ich dann tatsächlich vor ihren Büros auf und ab und springe rein, sobald die Tür aufgeht. Die Hausspitze gibt die Vorlagen dann final frei, bevor wir sie ans Rathaus geben.

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Wie sieht denn ein Arbeitstag aus bei Ihnen?

Zusammen mit dem ganzen Stab der Senatorin treffen wir uns jeden Morgen um 8.30 Uhr mit dem Staatsrat zur sogenannten „Morgenlage“. Da besprechen wir alles, was aktuell und in den kommenden Tagen anliegt. Aber meine Arbeitstage sind nur sehr selten wirklich planbar, weil Anfragen oder auch Anträge aus der Bürgerschaft und den anderen Gremien jederzeit neu reinkommen können. Die Taktung und das Tempo sind im Stab extrem hoch. Doch genau das ist es, was den Job auch spannend macht. Es ist aber auch eine gewisse Flexibilität möglich. Ich kann als Mutter einer 16 Monate alten Tochter Familie und Beruf gut vereinbaren.

War Verwaltung Ihr Berufsziel?

Es war immer mein Wunsch, für das Gemeinwohl einzutreten. Und das habe ich mit meinem Job erreicht. Ich habe Politikwissenschaften studiert und als Masterstudium „Komplexes Entscheiden“. Der Studiengang ist von Finanzstaatsrat Henning Lühr für die Nachwuchsführungskräfte in der Verwaltung mitinitiiert worden.

Ihre Behörde gab es in dieser Form vorher so nicht. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil?

Der Aufbau eines neuen Ressorts ist aus meiner Sicht eine große Chance. Wir haben noch keine eingefahrenen Strukturen, alles wächst frisch zusammen. Alle Kolleginnen und Kollegen sind hoch motiviert.

Das Gespräch führte Nina Willborn.

Info

Zur Person

Sabrina Annika Müller (31) ist seit Januar Referentin für Gremienkoordination im Stab von Senatorin Claudia Schilling (SPD). Vorher leitete sie das Büro des Europaabgeordneten Joachim Schuster (SPD).

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