Wegen Corona

CDU Bremerhaven will Sail 2020 absagen

Das Festival der Windjammer in Bremerhaven soll eigentlich im August stattfinden. Die Christdemokraten wollen die Veranstaltung wegen der Corona-Krise absagen - undzwar möglichst zeitnah.
15.04.2020, 18:04
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
CDU Bremerhaven will Sail 2020 absagen
Von Carolin Henkenberens
CDU Bremerhaven will Sail 2020 absagen

Das Windjammerfestival Sail ist ein touristisches Highlight in Bremerhaven und findet nur alle fünf Jahre statt, zuletzt 2015 (Bild).

Ingo Wagner/dpa

Die Bremerhavener CDU fordert aufgrund der Corona-Pandemie die Absage der Sail 2020, die vom 19. bis 23. August stattfinden soll. Zu der Großveranstaltung werden mehr als eine Million Besucher erwartet. Das internationale Festival der Windjammer ist eine der wichtigsten Veranstaltungen der Seestadt und findet in der Regel alle fünf Jahre statt.

Die Absage sei unausweichlich, schreibt die Partei am Mittwoch in einer Mitteilung, insbesondere, nachdem am Dienstag die Hanse-Sail in Rostock abgesagt worden ist. CDU-Stadtverordnetenfraktion, der Kreisvorsitzende und Bürgermeister Torsten Neuhoff empfehlen den Organisatoren des Festivals eine Absage und Verschiebung ins kommende Jahr. Die Entscheidung müsse jetzt getroffen werden, um mit Vertragspartnern, Schiffen und Künstlern über Alternativen sprechen zu können.

Die Koalitionspartner der Bremerhavener Christdemokraten, SPD und FDP, lehnen eine sofortige Absage ab. SPD-Oberbürgermeister Melf Grantz warnte vor „vorschnellen Entscheidungen“. Diese müssten „sorgfältig und verantwortungsvoll“ getroffen werden. „Im Fall einer notwendigen Absage, die unbedingt mit Amsterdam und der Sail Training
International erfolgen muss, würde ich mir sehr wünschen, dass die Sail ins nächste Jahr verschoben werden kann", erklärte Grantz. "Ob das allerdings möglich sein wird, kann man heute noch nicht entscheiden."

Das Wirtschaftsreferat werde nun die Voraussetzungen und Folgen einer Absage prüfen und Absprachen mit der Bremer Landesregierung treffen. Es solle geklärt werden, inwieweit das Land als wichtiger Geldgeber sich auch bei einer Verschiebung an den Kosten beteiligt. Der Oberbürgermeister fügte hinzu: „Ich möchte nicht, dass wir schließlich für eine vorschnelle Absage in Haftung mit entsprechenden finanziellen Folgen genommen werden“.

Bremerhavens SPD-Vorsitzender Martin Günthner hält den Vorstoß für ebenso für verfrüht. Er komme zur „Unzeit“, es gebe jetzt andere Themen, die entschieden werden müssten, etwa Schul- und Kitaöffnungen oder wie es im Einzelhandel weitergeht, schrieb Günthner auf Twitter.

Hauke Hilz, FPD-Fraktionschef in Bremerhaven, sagte: „Das muss man ganz in Ruhe abwägen.“ Schnellschüsse seien nicht hilfreich. Klar sei aber auch, dass die Sail einen langen Planungsvorlauf habe und eine Entscheidung deshalb „in den nächsten Wochen“ getroffen werden müsste, allerdings nicht jetzt, da noch Entscheidungen der Länderchefs und der Kanzlerin ausstehen.

Aktualisierung: Am Abend wurde bekannt, dass Großveranstaltungen bis zum 31. August offenbar grundsätzlich untersagt werden sollen. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten der Länder und die Bundeskanzlerin nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geeinigt. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden.

++ Letzte Aktualisierung: 18.00 Uhr. ++

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+