Mittwoch Auftakt mit Großsegler-Parade Sail füllt die Kassen in Bremerhaven

Bremerhaven. Die Sail Bremerhaven dient in der Region als Konjunkturmotor. Die Organisatoren des maritimen Großereignisses rechnen mit einer Wertschöpfung von vier Millionen Euro. Das Land beteiligt sich an den Kosten mit einem Zuschuss von knapp 1,1 Millionen Euro.
23.08.2010, 06:00
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Von Frank Miener

Bremerhaven. Die Sail Bremerhaven dient in der Region als Konjunkturmotor. Die Organisatoren des maritimen Großereignisses rechnen mit einer Wertschöpfung von vier Millionen Euro. Das Land beteiligt sich an den Kosten mit einem Zuschuss von knapp 1,1 Millionen Euro. Profitieren sollen Einzelhandel, Gastronomie und Hoteliers in der gesamten Region.

'Bei der vergangenen Sail 2005 hatten wir 40 Prozent mehr Laufpublikum', erzählt Jörn Langfermann, Vorsitzender des Vereins City Skipper. Der ist die Interessenvertretung der Kaufleute in der Bremerhavener Innenstadt und verspricht sich ein deutliches Umsatzplus durch die eine Million Besucher, die zu der am Mittwoch beginnenden Sail erwartet werden.

'Diese Veranstaltung wird eine deutliche Belebung bringen', hofft Langfermann. Vor allem werde das auch passieren, da es in diesem Jahr einen zusätzlichen Handelstag geben wird: Am Sonntag, 29. August, hat die gesamte Innenstadt geöffnet. 'Je mehr Frequenz man hat, desto höher sind die Umsätze', erklärt Langfermann. Er schätzt die Annahme, dass insgesamt vier Millionen Euro Umsatzplus in der Region entstehen, als realistisch ein.

Das kommt vor allem auch durch die Übernachtungen zustande, von denen die Hoteliers von Cuxhaven bis Bremen-Nord profitieren werden. Die Unterkünfte sind schon seit langem ausgebucht, selbst privat sind kaum noch Zimmer zu finden. Aus einer Vorlage, auf deren Basis die Wirtschaftsdeputation Anfang vergangenen Jahres den Zuschuss von 1,085Millionen Euro bewilligte, geht hervor, dass mit 324000 Übernachtungen in den Hotels gerechnet wird. 'Jeder Übernachtungsgast lässt bei der Sail 90 Euro', weiß Volker Kölling, Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS. Nicht nur Hotelbetreiber und Unternehmer auf dem Festgelände profitieren davon. Auch die Gastronomen stellen sich trotz der Angebote auf dem Festgelände auf viele zusätzliche Kunden ein.

Tagesbesucher, die den Großteil der Gäste ausmachen, geben auf jeden Fall um die 50 Euro aus. 'Das ist, als ob Köln und Leverkusen in fünf Tagen zusammen hier sind', sagt Kölling. Es handele sich um eine ganz andere Wirtschaftskraft in der Region. Das strahle bis nach Bremen. 'Wer hierher kommt und Urlaub macht, schaut sich ganz häufig auch Bremen an', berichtet Bremerhavens Ober-Touristiker.

Zu der Zahl der gewerblichen Übernachtungen in den Hotels schätzt die BIS auch noch 216000 Gäste, die privat untergebracht sind. Denn eines ist die Sail auch immer: ein Familientreffen, auf das fast die gesamte Stadt stolz ist. Seit 1986 gibt es die Sail, sie findet alle fünf Jahre statt. Über 240 Schiffe mit 2500 Trainees und Besatzungsmitgliedern werden im Alten und Neuen Hafen sowie im Fischereihafen festmachen, in dem erstmals auch ein großes Rahmenprogramm geboten wird. Das kostet. Über die genauen Summen schweigt sich das Organisationskomitee offiziell allerdings aus. Aus einer Vorlage für die Wirtschaftsdeputation, auf deren Basis der Zuschuss Anfang des vergangenen Jahres bewilligt wurde, geht allerdings hervor, dass die Sail 1,9 Millionen Euro kosten wird.

Dicke Posten sind die Schiffe, die zu Gast sein werden, die Technik und das Rahmenprogramm. Hier stehen unter anderem die Lichtinszenierung 'Flames of Water' und der Seglerumzug am Freitag auf der Rechnung. Allein das Programm lässt sich die BIS 185.000 Euro kosten. Hinzu gesellen sich Ausgaben für das eingesetzte Personal aus 680 Helfern und deren Ausstattung.

Auf der Einnahmenseite rechnet die BIS mit Erträgen aus Marketingartikeln, Standgebühren und den Törns, die sie auf 35 Schiffen anbietet. Davon sind schon mehr als 7000 Fahrten verkauft. Den dennoch vorhandenen Fehlbetrag übernimmt das Land über den Zuschuss.

Kölling ist sich sicher, dass sich das lohnt. 'Der volkswirtschaftliche Effekt wird den Zuschuss bei weitem übertreffen', sagt er. 'Ich hoffe natürlich, dass der Großteil in Bremerhaven hängenbleibt', meint Kölling. Das könnte sogar schon am Eröffnungstag deutlich spürbar sein. Denn statt einer Abschlussparade wird es am Mittwochvormittag ein publikumsträchtiges 'Sail In' geben. Dabei fahren fünf Großsegler unter Führung der 'Gorch Fock' sowie zahlreiche kleine Schiffe weseraufwärts. Gegen 11.30 Uhr sollen sie zwischen Container-Terminal und Blexen-Reede fahren, bevor sie in den Hafen einlaufen.

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