Bremerhaven Sail lockt Tausende an die Waterkant

Bremerhaven. Die Sail Bremerhaven ist schon jetzt ein großer Erfolg. An den ersten beiden Besuchertagen strömten bereits Tausende Besucher an die Waterkant. Besonders die Aktion "Open-Ship", bei der man sich auf den Schiffen umschauen kann, sorgt für Begeisterung.
27.08.2010, 10:59
Lesedauer: 2 Min
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Von Frank Miener

Bremerhaven. Die Sail Bremerhaven ist schon jetzt ein großer Erfolg. An den ersten beiden Besuchertagen strömten bereits Tausende Besucher an die Waterkant. Besonders die Aktion "Open-Ship", bei der man sich auf den Schiffen umschauen kann, sorgt für Begeisterung.

Am zweiten Tag der Sail 2010 standen bei den Besuchern die Segler im Mittelpunkt. Beim sogenannten Open Shipströmten Tausende an die Decks. Besonders beliebt waren dabei die „Alexander von Humboldt“ und die schwedische „Götheborg“ .

1600 Menschen besuchten den skandinavischen Segler innerhalb von weniger als drei Stunden. Was kein Wunder ist, bietet er doch einiges an, was andere vielleicht nicht in dieser Form vorhalten. „Das Schiff ist so altertümlich“, sagt Reinhard Bleckmann. Angelockt hatte ihn vor allem die prächtige Optik des Vollschiffs: Blau-gelbe Außenwände, Holzplanken mit Rissen darin, riesige Anker und ein Löwenkopf als Galionsfigur: Der Frachter sieht aus, als stamme er aus dem 18. Jahrhundert.

Was freilich nicht stimmt – die „Götheborg“, die erstmals an einem solchen Festival teilnimmt, hatte erst 2005 ihre Jungfernfahrt. Sie ist der Nachbau eines Frachters, den die Schweden 1738 zu Wasser gelassen hatten und der Skandinavien regelmäßig mit China verband. „Wir wollen diese Tradition wieder aufleben lassen“, sagt Emanuel Persson von der Svenska Ostindiska Companiet, die das Schiff betreibt.

Zu den Traditionen gehört auch, dass die Mannschaft das Schiff in Schuss hält, auch hier und jetzt, wenn die Besucher an Bord sind. „Das ist doch interessant“, sagt Persson lächelnd. Das bestätigt auch Reinhard Bleckmann. Er ist begeistert von seinem Besuch an Bord. „Bislang ist dies das einzige Schiff, auf dem man auch unter Deck gehen darf.“ Dennoch zieht nicht nur die „Götheborg“ die Besucher an. Die indonesische „Dewaruci“, die „Shabab Oman“ und die russische „Mir“ öffnen ihre Decks ebenso wie die „Sørlandet“ und die „Santa Maria Manuela“. Die Besatzungen all dieser Schiffe unterhalten ihre Gäste mit Musik und verwickeln sie in Gespräche, die von Begeisterung geprägt sind und Fachwissen bei den Besuchern belegen.

Die Sail ist Faszination zum Anfassen, sagte Oberbürgermeister Jörg Schulz zur Eröffnung. „Es ist schon reizvoll“, sagt Rainer Schmoll. Der Bremerhavener ist mit seinem Sohn Norbert gerade von der „Krusenstern“ gekommen, die direkt an der Weser liegt. Einst als „Padua“ in Bremerhaven gebaut, befindet sich die russische Viermastbark nun auf Heimatbesuch. „Ich finde sie toll“, sagt Schmoll, „weil sie das längste Schiff auf der Sail ist.“

Für die Landratten gibt es viel zu sehen auf der Sail, die sich vor allem der Begegnung der Nationen verschrieben hat. Vielleicht ist es aber auch die Exotik von arabischen und asiatischen Schiffen und die Faszination, dass 100 Jahre alte Segler noch heute fahren.

Wie die „Alexander von Humboldt“, die zur Sail in ihren Heimathafen eingelaufen ist. Die Besucherzahl zählt die Besatzung nicht, aber es vergeht nicht eine Minute, ohne dass jemand das Schiff erklimmt. Der grüne Segler, der für viele zum Sinnbild der Windjammer gehört, ist in die Jahre gekommen und wird bald abgelöst. Vielleicht kommen auch deshalb so viele Menschen, um sie zu sehen. Auf jeden Fall gibt es hier einige Schmankerl für die Gäste: Führungen auf Plattdeutsch zum Beispiel. Oder auf Schwäbisch.

Zwar bieten nicht alle Segler das „ Open Ship“ an und manche, wie die „Gorch Fock“, haben auch nur am Wochenende geöffnet. Aber dennoch warten viele in den Schlangen, um auch selbst an Bord zu dürfen. Manche träumen auch davon, länger zu bleiben. „Ach ja, einmal auf einen Törn zu fahren, warum eigentlich nicht?“, sagt Bleckmann. Vielleicht heuert er ja an. Sein Liebling, die „Götheborg“, nimmt jedenfalls wie auch die „Alexander von Humboldt“ gerne neue Mitsegler an Bord.

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