Italienische Küche mit Herz

Salento classico in Vegesack

Wer italienisch essen möchte, sollte sich auf den Weg nach Vegesack machen. In der Fußgängerzone am Kleinen Markt befindet sich ein Italiener, der vor acht Jahren eröffnet hat. Schon der Platz vor dem Haus mit den vielen Linden ist sehenswert.
24.02.2015, 16:04
Lesedauer: 2 Min
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Von KARINA SKWIRBLIES
Salento classico in Vegesack

Inhaber Marcello Spenga.

Christian Kosak

Wer stilvoll italienisch essen möchte, sollte sich auf den Weg nach Vegesack machen. In der Fußgängerzone am Kleinen Markt befindet sich ein Italiener, der vor acht Jahren eröffnet hat. Schon der Platz vor dem Haus mit den vielen Linden ist sehenswert.

Mit einer Kollegin betrete ich das geschmackvoll eingerichtete Restaurant. Alles ist in Purpurrot und Orange gehalten. Auf den Tischen liegen weiße und rote Decken, hoch oben an der Decke hängt ein Gemälde, das einem antiken Fresko ähnelt und von der Bremer Malerin Csilla Kudor stammt. Bilder von italienischen Filmstars, Putten, römische Säulen und diverse Weinflaschen gehören ebenso zur Dekoration.

Rund 50 Gäste finden Platz im Vegesacker Salento classico. Zur Mittagszeit ist etwa die Hälfte der Plätze besetzt. Die Besucher sind dem Ambiente des Restaurants entsprechend gut gekleidet. Alles in allem herrscht eine angenehme, stilvolle Atmosphäre, die zugleich locker ist und viel Herz hat.

Die Bedienung ist schnell bei uns und legt uns die umfangreiche Mittagskarte vor. Zur Auswahl stehen elf Gerichte für 8,50 oder 9,50 Euro. Es gibt Antipasti, Pizza, Pasta, Fleisch oder Fisch. Das Angebot reicht von Cannelloni mit Kalbfleisch über Hähnchenbrustfilet auf Spargelragout, Kalbshacksteak oder Schollenfilet bis zu Pizza mit Mozzarella, Tomate, Spargel und Hähnchenbruststreifen. Glaubt man der Ankündigung, ist alles hausgemacht.

Die Gerichte mit vielen exquisiten Zutaten deuten bereits darauf hin, dass es sich um eine hochwertige Küche mit Liebe zum Detail handelt. Bei dem aufmerksamen Kellner bestellt meine Kollegin ein Schellfisch-Filet (Nasello Melanzane) für 9,50 Euro, während ich eine Pasta mit weißem Spargel und Shrimps (Garganelli Asparagi) für 8,50 Euro ordere.

Zum Schellfisch gibt es einen Salat, der prompt auf unseren Tisch kommt. Er hat nach italienischer Tradition nur wenig Dressing, der Gast kann aber mit Öl und Essig vom Tisch nachhelfen. Der Salat enthält frischen Blattsalat, Gurken, Zwiebeln, Paprika, Karotten und weitere Zutaten und schmeckt ebenso gut wie das servierte Brot.

Nach nicht allzu langer Wartezeit, die wir uns mit dem Bestaunen der wunderschönen Einrichtung vertreiben, stehen die Gerichte auf dem Tisch. Ich habe Garganelli vor mir, dies sind geriffelte Röhrennudeln, die Penne ähneln. Sie sind noch ein wenig fest im Biss und versehen mit Spargelabschnitten und überraschend vielen Shrimps. Zusammen mit einer delikaten Soße ist die Speise ein wahres Gedicht. Ein Lorbeerblatt und Petersilie runden das Ganze ab. Hier bestimmt nicht der Geiz die Zutatenliste, sondern die Komposition.

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Noch besser hat es meine Kollegin getroffen. Sie erhält das Schellfisch-Filet mit Auberginen in Roséweinsoße und Kartoffeln. Der Fisch ist punktgenau gegart, geschmacklich harmoniert er gut mit den Auberginen.

Doch unübertrefflich ist die Roséweinsoße, die reichlich bemessen ist. Sie schmeckt sehr mild und hat genau den richtigen Hauch eines Weinaromas, den eine Soße vertragen kann. Ich beneide meine Kollegin, die entgegen ihrer üblichen Angewohnheit die sehr üppige Portion restlos aufisst.

Hut ab vor so großer Kochkunst!

Salento classico, Reeder-Bischoff-Straße 54, 28757 Bremen, Telefon 835 79 00, Getränkepreise: Kaffee 2,20 Euro, Wasser (0,25 l) 2,20 Euro, Softdrinks (0,2 l) 2,30 Euro, Bier (0,3 l) 2,80 Euro, Wein (0,25 l) 4,80 Euro.

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