Sanierung der Keller-Mauern

Schütting-Bauzaun wandert einmal ums Eck

Ende August soll die erste Phase der Sanierung der Kellermauern der Handelskammer abgeschlossen sein. Dann kann das Restaurant „Feines 1783“ wieder einziehen, während weiter gearbeitet wird.
12.08.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Schütting-Bauzaun wandert einmal ums Eck
Von Nina Willborn
Schütting-Bauzaun wandert einmal ums Eck

Wie die Bürgerschaft gibt’s auch die Handelskammer derzeit nicht ohne Bauzaun. Demnächst soll aber an der Front nur noch die Eingangstreppe umrahmt sein von den Brettern.

Christina Kuhaupt

Ein bisschen wird dem Marktplatz seine aktuelle Baustellen-Atmosphäre noch erhalten bleiben. Seit Monaten sind die Eingänge von zwei der großen Drei hinter blickdichten Brettern verschwunden. Während das bei der Bürgerschaft noch bis Jahresende so sein wird, kommt bei der Handelskammer in den kommenden Wochen ein bisschen Bewegung in den Bauzaun.

Die Entfeuchtung ihres alten Keller-Gewölbes sei zumindest in dem Bauabschnitt, der am Markt liegt, so gut wie fertig, sagt Günther Lübbe, Syndicus der Handelskammer. Geplant ist, dass die Arbeiten in den Räumen des Restaurants „Feines 1783“ Ende des Monats abgeschlossen sind. Der Bauzaun an der Front des Schütting soll dann verkleinert werden, ganz weg kann er noch nicht. „Es muss noch ein Wasserschaden unterhalb der Eingangstreppe beseitigt werden“, sagt Lübbe. „Deshalb brauchen wir den Zaun noch in diesem Bereich.“

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Hinzu kommt dann ein weiterer Zaun einmal um die Ecke, gegenüber vom Kontorhaus, damit auch die Räume im hinteren Bereich, wo auch der Club zu Bremen sitzt, saniert werden können. Geplant ist im Zuge des Projekts auch, dass der Club einen eigenen Eingang bekommt. Lübbe: „Wir wollen so schnell wie möglich mit allen Arbeiten fertig sein.“ Laut den Berechnungen von Architekt Andreas Uecker und Wolfgang Pakecki, dem technischen Leiter der Maßnahme, ist das spätestens Mitte Oktober.

Bei den angenommenen Kosten von rund 1,5 Millionen Euro habe es einige Verschiebungen innerhalb der Gewerke gegeben, sagt Lübbe, einige Posten seien günstiger als angenommen, andere dafür teuer. „Insgesamt bleibt es aber bei der Gesamthöhe.“ Die Arbeiten wurden nach kleinen Verzögerungen zu Beginn im Januar dann ab März durch Corona zurückgeworfen. Laut dem Syndicus liegt man nun rund zweieinhalb Monate hinter dem ursprünglichen Zeitplan.

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Die Sanierung des Untergeschosses und des Kellers der Handelskammer hatte schon lange angestanden: Salz und Feuchtigkeit hatten die Mauern aus dem 16. Jahrhundert angefressen. Nun wurde der Putz abgeschlagen und das Mauerwerk per Bohrlochinjektion „verkieselt“, ein Verfahren, das neue Wasserschäden verhindern soll. „Dazu haben wir dann auch gleich Leitungen aus der Zeit von vor dem Zweiten Weltkrieg erneuert“, sagt Lübbe. Ebenso wurden Bleirohre ausgetauscht. „Bei einem Altbau ist man nie vor Überraschungen gefeit“, sagt Lübbe, „bei den Arbeiten treten immer Sachen auf, die eigentlich nicht vorgesehen waren.“

Auch wenn das „Feines 1783“ bald zumindest aus Bauarbeitersicht fertig ist, wird es noch dauern, bis dort wieder Essen serviert wird. Geschäftsführer Stefan Schröder wartet noch auf die finalen Gespräche mit Handelskammer und Architekt, in denen die Modalitäten für den Wiedereinzug des Restaurants besprochen werden sollen. Nach der Übergabe brauchen er und sein Team dann etwa einen Monat Zeit, bis das Mobiliar von Restaurant und Küche wieder da steht, wo es hingehört, alle Gläser, Teller und die ganzen Kochutensilien eingeräumt sind. Im Moment sind die Möbel außerhalb eingelagert, wertvolle Weine in anderen Räumen der Handelskammer. „Das ist so, als wenn man ganz neu einzieht“, sagt Schröder, der das Restaurant im Bauch des Schütting im Mai 2017 übernommen hatte. „Ich freue mich, wenn wir schnell wieder öffnen können.“ Seit dem 1. Januar sind Restaurant und die Räume des Clubs zu Bremen, die er mit betreibt, geschlossen.

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