Sanierung gewinnt Konturen

Vegesack. Die lange geplante Sanierung des Bürgerhauses kann voraussichtlich Anfang 2011 in Angriff genommen werden. Die städtische Liegenschaftsverwaltung Immobilien Bremen und das Kulturressort haben ein Maßnahmenbündel geschnürt, das neben einer Grundsanierung der maroden Bausubstanz auch neue inhaltliche Akzente erlaubt, unter anderem die Ansiedlung der EuropaChorAkademie.
11.01.2010, 19:00
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Sanierung gewinnt Konturen
Von Jürgen Theiner

Vegesack. Die lange geplante Sanierung des Bürgerhauses kann voraussichtlich Anfang 2011 in Angriff genommen werden. Die städtische Liegenschaftsverwaltung Immobilien Bremen und das Kulturressort haben ein Maßnahmenbündel geschnürt, das neben einer Grundsanierung der maroden Bausubstanz auch neue inhaltliche Akzente erlaubt, unter anderem die Ansiedlung der EuropaChorAkademie.

Der Instandsetzungsbedarf für das über 30 Jahre alte Stadtteilzentrum wird seit Jahren immer wieder von Politikern und Akteuren der Kulturszene betont, allerdings scheiterten entsprechende Bemühungen bisher an der Finanzierungsfrage. Um die Jahreswende 2008/9 schien sich das kurzfristig zu ändern, als im Rahmen des Konjunkturpaketes II viel Geld in die öffentliche Infrastruktur gepumpt wurde. Doch diese Chance verstrich für das Bürgerhaus schon deshalb, weil keine fertigen Pläne in der Schublade lagen.

Seither hat es eine Reihe von Gesprächen zwischen dem Bürgerhausverein, dem Kulturbüro Bremen-Nord und den diversen Nutzern des Hauses gegeben. Parallel ermittelte Immobilien Bremen den Aufwand für eine Grundsanierung des Hauses, die ausschließlich Erfordernisse des Brandschutzes, der Wärmedämmung und der Statik berücksichtigt. 6 Millionen Euro würde diese Kosten, ohne dass sich allerdings irgendwelche Verbesserungen für die Nutzer ergäben. Diese Zahl nannte gestern der Sprecher der Kulturbehörde, Holger Stahn. Für die darüber hinaus gehenden Wünsche der jetzigen und zukünftigen Nutzer will das Kulturressort rund 1,3 Millionen Euro zusammenkratzen.

Den weitaus größeren Teil des Gesamtpakets - die besagten 6 Millionen Euro - müsste also Immobilien Bremen einbringen. Sprecher Peter Schulz wollte diesen Betrag gestern nicht bestätigen. Er ging jedoch davon aus, dass die Arbeiten an dem Gebäude Anfang 2011 beginnen können.

Hausherrin Rita Frische, die Geschäftsführerin des Kulturbüros Bremen-Nord, nannte bereits einige konkrete Maßnahmen, die im Zuge des Umbaus realisiert werden sollen. So sei unter anderem an einen kompletten Umbau des Kellergeschosses gedacht. Die dort vorhandene Kegelbahn und der 'Bürgerkeller' sollen weichen, so dass der Kinderzirkus 'Tohuwabohu' möglicherweise wieder auf diese Etage zurückkehren kann. Vorgesehen ist außerdem, alle Aktivitäten der Volkshochschule auf einer Etage zu konzentrieren. Fest gerechnet wird auch mit dem Einzug der EuropaChorAkademie (ECA) des in Bremen-Nord lebenden und an der Mainzer Johannes-Guttenberg-Universität lehrenden Musikprofessors Joshard Daus. Dieses hochkarätige Gesangsensemble würde den großen Saal des Bürgerhauses an rund 100 Tagen pro Jahr für Probenarbeit und kleinere Aufführungen nutzen. Zudem möchte Daus musikalische Projekte für Schulen und Kindergärten in Bremen-Nord anbieten, sich mit der ECA also auch gesellschaftlich engagieren. 'Das

ist mir ein persönliches Anliegen', unterstrich Daus im Gespräch mit dieser Zeitung.

Dem ECA-Leiter schwebt ein recht aufwändiger Umbau des großen Saales vor. Neben tontechnischen Anpassungen ist unter anderem an den Einbau einer Empore gedacht, die völlig neue Anforderungen an die Statik des Gebäudes stellen würde. Im Bürgerhausverein, dem rechtlichen Träger des Stadtteilzentrums, stößt eine Ausrichtung des großen Saales auf die Bedürfnisse der ECA freilich nicht auf ungeteilte Zustimmung. Joshard Daus machte jedoch deutlich, dass er nicht die Absicht hat, mit dem Verein zu feilschen: 'Auf irgendwelches Kleinklein lasse ich mich nicht ein.'

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