Nach gescheiterter Fusion vertieft sich der Graben zum VTV SAV kündigt Partnerschaft

Vegesack. Zehn Monate nach dem Scheitern der Fusion von Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack (SAV) und Vegesacker Turnverein (VTV) driften die beiden Vereine weiter auseinander. Der SAV-Vorstand hat jetzt mehrheitlich beschlossen, eine seit mehreren Jahren bestehende Kooperationsvereinbarung mit dem VTV aufzukündigen.
16.11.2012, 05:00
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SAV kündigt Partnerschaft
Von Jürgen Theiner

Vegesack. Zehn Monate nach dem Scheitern der Fusion von Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack (SAV) und Vegesacker Turnverein (VTV) driften die beiden Vereine weiter auseinander. Der SAV-Vorstand hat jetzt mehrheitlich beschlossen, eine seit mehreren Jahren bestehende Kooperationsvereinbarung mit dem VTV aufzukündigen.

Bisher war es für die Mitglieder beider Vereine möglich, ein Angebot des jeweils anderen Klubs kostenlos zu nutzen. Das machte Sinn, denn die sportlichen Spektren ergänzten sich gut. Doch zuletzt waren aus einzelnen Sparten der SAV Vorwürfe über angebliche Abwerbeversuche von Seiten des VTV laut geworden. Als regelrechte Kampfansage wurde zudem die Ankündigung des VTV empfunden, neue eigene Sparten zu eröffnen, die es bei der Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack schon gibt. Die Rede ist von Karate und Tischtennis. "Das ist eine Sache, die wir nicht verstanden haben", so SAV-Vorsitzender Volker Beringer. Er gehörte allerdings nicht zu jenen, die den Bruch mit dem VTV forcierten. Wie zu hören ist, wurde Beringer im Vorstand überstimmt. Die Kooperation soll nun zum Ende des Jahres auslaufen.

VTV-Vorsitzender Ralf K. Müller zeigte sich gestern von der Nachricht überrascht. Für ihn ist es "kein Affront gegen die SAV, wenn wir unseren Mitgliedern neue Angebote machen wollen". Wenn die SAV-Funktionäre die bewährte Zusammenarbeit nun aufkündigten, schnitten sie sich ins eigene Fleisch, glaubt Müller. "Es gibt bei uns zurzeit diverse SAV-Mitglieder, die unsere Gesundheitssportangebote nutzen. Die werden sich überlegen, was sie tun können." Müller kündigte an, nun verstärkt die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen zu suchen. Und er ließ noch einmal durchblicken, wie sehr ihn das Gezerre um die letztlich gescheiterte Fusion von SAV und VTV genervt hat. "Wenn einige engstirnige Leute aus der zweiten Reihe der SAV nicht begreifen wollen, wie wichtig heutzutage das Thema Kooperation ist, dann tut mir das leid." Hintergrund: Die 2011 angebahnte Vereinigung der beiden Vegesacker Traditionsvereine war letztlich durch den Widerstand einiger Sparten der SAV verhindert worden. Die Gegner des Projekts hatten dem VTV stattdessen nahegelegt, sich aufzulösen und sich der deutlich größeren Sportgemeinschaft anzuschließen. Die SAV hat rund 2000 Mitglieder, der Vegesacker Turnverein gut 500.

Dass die Kooperation mit dem Vegesacker Turnverein gegen seinen Willen aufgekündigt wurde, beschleunigt den Autoritätsverlust des scheidenden SAV-Vorsitzenden Volker Beringer. Zwar führen die einzelnen Sparten bei der Sportgemeinschaft traditionell ein größeres Eigenleben als bei anderen Klubs. Doch dass Beringer nun zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres in einer wichtigen Frage ausgebremst wird, spricht eine deutliche Sprache. Beringer galt als einer der entschiedensten Befürworter, ja als der eigentliche Motor einer Fusion mit dem VTV, konnte sich aber gegen den hinhaltenden Widerstand einiger Sparten nicht durchsetzen. Auf der Jahreshauptversammlung im Mai kündigte Beringer bereits an, im kommenden Jahr nicht erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen.

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