Baupläne für Osterholzer Feldmark Saxe kritisiert Sielings Vorstoß

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) schließt nicht aus, dass in der Osterholzer Feldmark ab 2019 gebaut wird. Bislang ist das Thema in der Koalition tabu. Die Grünen kritisieren den Vorstoß.
23.02.2018, 20:18
Lesedauer: 2 Min
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Saxe kritisiert Sielings Vorstoß
Von Nina Willborn

Für die SPD ist eine Bebauung der Osterholzer Feldmark nicht mehr grundsätzlich tabu. Die Aussagen von Bürgermeister Carsten Sieling am Donnerstag, nach der Wahl im Frühjahr 2019 neu darüber zu beraten (wir berichteten), sorgen für wenig Begeisterung beim Koalitionspartner.

Man halte Sielings Vorstoß für eine zu diesem Zeitpunkt völlig unnötige Debatte, sagte Bremens Grünen-Chef Ralph Saxe. „Wir hatten vereinbart, dass wir diese Sache in dieser Legislaturperiode ruhen lassen. Dass er das Thema anspricht, ist vielleicht schon der anstehenden Wahl geschuldet.“ Am grünen Widerstand gegen eine Bebauung werde sich jedenfalls nichts ändern. Saxe: „Wir sind vehement gegen eine Bebauung. Vor allem, weil es dann nicht nur um eine Randbebauung ginge, sondern um den Anfang einer größeren Bebauung. Die Osterholzer Feldmark ist auch angesichts des Klimawandels eine wichtige ökologische Fläche. Wir brauchen solche Frischluft-Schneisen.“ Die Grünen wollen stattdessen Wohnungen in bereits bestehenden Siedlungen bauen.

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In der Opposition sieht man eine Öffnung des Biotops für Eigenheime dagegen seit langem weniger kritisch. Silvia Neumann, baupolitische Sprecherin der CDU: „Fest steht, dass Bremen dringend mehr Baugebiete braucht. Die Osterholzer Feldmark ist aus unserer Sicht zumindest teilweise für eine Bebauung geeignet.“ Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema seien „seichtes Geplauder und Ankündigungen des Bürgermeisters ohne Beschlussfähigkeit“ jedoch ungeeignet. Neumann: „Die Uneinigkeit von Rot-Grün in dieser Frage hat seit Jahren noch nahezu jedes neue Baugebiet verhindert. Wenn der Bürgermeister seine Ankündigung ernst meint, erwarten wir eine beschlussfähige und geeinte Vorlage, die auch die Anliegen und Interessen vor Ort berücksichtigt.“

Auch für die FDP ist Sielings Ankündigung eher ein Versuchsballon.„Sie sind außerdem weitere Zeichen dafür, dass die Gemeinsamkeiten zwischen den Koalitionspartnern aufgebraucht sind“, sagte Vize-Vorsitzender Magnus Buhlert. Die FDP habe grundsätzlich kein Problem mit einer Randbebauung. Buhlert: „Das haben wir auch in unserem Wahlprogramm geschrieben. Allerdings müsste im Fall einer Umsetzung das Wort ,Rand‘ noch genauer definiert werden.“ Eine Debatte um die Osterholzer Feldmark dürfe auf keinen Fall ablenken von anderen Flächen, deren Entwicklung ebenfalls vorangetrieben werden müsse.

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