Sparkassengelände am Brill

Schapiras halten an Sparkassengelände fest

Das israelische Brüderpaar Pinchas und Samuel Schapira und die Sparkasse verlängern die Frist zur möglichen Kündigung des Kaufvertrages für das Sparkassengelände am Bremer Brill.
01.11.2019, 16:53
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Schapiras halten an Sparkassengelände fest
Von Jürgen Hinrichs
Schapiras halten an Sparkassengelände fest

Die Brüder Pinchas und Samuel Schapira bei einem Besuch in Bremen.

Kuhaupt

Die Schapiras bleiben beim Sparkassengelände im Spiel. Sie mussten zwar eine Schlappe einstecken, nachdem der Senat die Pläne des US-amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind für gescheitert erklärt hatte, sind aber trotzdem weiter an dem Projekt interessiert. Beleg dafür ist, dass die Brüder Pinchas und Samuel Schapira aus Israel nicht von ihrem Recht Gebrauch machen, vom Kauf des Areals am Brill zurückzutreten. Der Investor hätte sich ohne finanziellen Schaden verabschieden können, weil die Stadt noch kein Baurecht geschaffen hat. Jetzt ist diese Frist im Kaufvertrag bis Ende 2020 verlängert worden. Eine entsprechende Nachricht von Radio Bremen hat die Sparkasse Bremen am Freitag auf Anfrage bestätigt.

„Wir sind hoffnungsfroh, dass es mit den baulichen Plänen der Schapiras klappt“, sagte eine Sprecherin der Sparkasse. Die Bank wird bis Ende kommenden Jahres aus ihren Gebäuden ausziehen. Sie wechselt an die Universität, wo am Hochschulring gerade der neue Firmensitz entsteht.

Lesen Sie auch

Das Gelände am Brill mit seiner historischen Kassenhalle als Prunkstück ist von der Sparkasse dem Vernehmen nach für rund 50 Millionen Euro verkauft worden. Das Geschäft steht allerdings unter Vorbehalt. Zum einen deshalb, weil bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Baurecht geschaffen werden muss. Doch das ist noch nicht alles. Es gibt eine weitere Rücktrittsklausel, die ebenfalls bis Ende kommenden Jahres gilt. So hatte es die Sparkasse im April bei der Präsentation der Libeskind-Pläne erklärt. Für den Investor ist das eine komfortable Situation.

Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) hatte den Schapiras Ende September in einem Brief mitgeteilt, dass sie den Entwurf von Daniel Libeskind mit seinen markanten vier Türmen zwar als „spannende Idee“ ansieht. „Allerdings sind wir im Rahmen der neuen Koalition in Bremen zu der Einschätzung gekommen, dass dieser Entwurf in der vorgeschlagenen Dimension und der städtebaulichen Einbindung dem Standort nicht umfassend gerecht wird“, heißt es in dem Schreiben, das dem WESER-KURIER vorliegt.

Lesen Sie auch

Schaefer verweist als Alternative auf das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Neugestaltung des Sparkassengeländes. Der Gewinnerentwurf könne die Grundlage sein, wenn überlegt werde, wie viel Baumasse entstehen soll, wie der Nutzungsmix ist, wie hoch die Gebäude werden sollen und in welcher Weise öffentliche Wege das Areal durchkreuzen. Die Senatorin hoffe darauf, bald von den Schapiras zu hören, steht in dem Brief. Schaefer weist gleichzeitig darauf hin, dass es mit der Kommunikation in der Vergangenheit schwierig gewesen sei. Namentlich werden der Berliner Projektentwickler Assmann und sein Chef Martin Fecke genannt. Fecke sei mehrfach telefonisch nicht erreichbar gewesen. Auf Anfragen der Presse antwortet das Unternehmen bereits seit Monaten nicht mehr.

Lesen Sie auch

Assmann und die Schapiras hatten im Verlauf des Verfahrens überraschend die Größe des Projekts verändert. Grundlage war zunächst eine Nutzfläche von rund 40 000 Quadratmetern, daran hatte sich der städtebauliche Wettbewerb orientiert. Durchsetzen konnte sich damals das Berliner Architekturbüro Robertneun. Der Investor war an das Ergebnis allerdings nicht gebunden und entschied sich anders. Er engagierte Daniel Libeskind aus New York. Mit dessen Entwurf schnellte die geplante Nutzfläche um fast das Doppelte nach oben. Für die Bauverwaltung ist das schon wegen der Verkehrsbelastung unvertretbar viel.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+