Sieben Kulturschaffende gründen eine neue Bühne / Noch Helfer und Sponsoren gesucht Schaulust im Güterbahnhof

Bahnhofsvorstadt. Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit, hat Karl Valentin gesagt. Das Gleiche gilt für die Kleinkunst. Fünf Frauen und zwei Männer aus der freien Theater-, Comedy-, Musik- und Zirkusszene haben sich zusammengetan, um im Güterbahnhof eine "Produktions- und Wirkstätte" zu eröffnen: die "Schaulust". Und weil Kulturschaffende in der Regel nicht viel Geld haben, brauchen sie für ihr Projekt noch Helfer und Sponsoren.
17.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Schaulust im Güterbahnhof
Von Monika Felsing

Bahnhofsvorstadt. Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit, hat Karl Valentin gesagt. Das Gleiche gilt für die Kleinkunst. Fünf Frauen und zwei Männer aus der freien Theater-, Comedy-, Musik- und Zirkusszene haben sich zusammengetan, um im Güterbahnhof eine "Produktions- und Wirkstätte" zu eröffnen: die "Schaulust". Und weil Kulturschaffende in der Regel nicht viel Geld haben, brauchen sie für ihr Projekt noch Helfer und Sponsoren.

Die meisten der sieben Namen der "Neuen Gruppe Kulturarbeit" sind in Bremen bekannt: der Regisseur und Darsteller Stefan Berthold vom Theaterkontor ist dabei, Gabriele Koch, Julia von Wild und Kathrin Bahr von La Strada, Uli Baumann alias "Erika" alias "Babette" alias "Bella Bordella", Markus Siebert alias "Clown Knäcke" und der Techniker Frank Barufke haben sich gemeinsam viel vorgenommen.

Umbau startet morgen

Morgen, 18. März, soll es losgehen mit der Arbeit im ehemaligen Tor 48 auf dem stillgelegten Areal des Güterbahnhofs, in unmittelbarer Nachbarschaft der Ateliers von 80 bildenden Künstlern. Handwerklich Begabte werden gesucht, die Zeit haben und ordentlich mit anpacken können.

Bis zum Dienstag werden jeden Tag Leute in der 450 Quadratmeter großen Halle sein. "Wir fangen mit den Grobarbeiten für den Umbau an", gibt Uli Baumann übers Handy Auskunft. "Wir suchen Leute, die uns helfen können, auch Sponsoren."

Der schriftlichen Ankündigung ist anzumerken, dass die Beteiligten das Klinkenputzen gewohnt sind - sowas ist bekanntlich kein Spaß. Und so klingt Mitteilung stellenweise sachlicher als mancher Projektmittelantrag. "Die Schaulust soll Kreativen der freien Theater- und Musikszene einen professionellen Produktionsort bieten, in dem ungestört, Tag und Nacht, tage- und wochenlang projektbezogen gearbeitet und entwickelt werden kann", heißt es in der Beschreibung des "Schaulust"-Vorhabens. Mit Subventionen rechnen die sieben Schaulustigen bislang nicht: "Der Verein erhält bis jetzt keinerlei Förderung und finanziert den Umbau und Betrieb komplett aus eigener, privater Tasche."

Gebraucht werden Holz, Farbe, Lack, Tiefengrund, Geld für 250 Stühle (à 20 Euro), auf die die Namen der Sitzstifter graviert werden können, vier neue Waschbecken und Toilettensitze, zwei große Kühlschränke, eine Spüle, ein Herd und eine Spülmaschine. Entsprechende Spenden - gegebenenfalls mit dem Stichwort "Schaulust Zuschauersitz" und Angabe des Namens, der graviert werden soll - werden erbeten auf das Konto: Neue Gruppe Kulturarbeit, Nr.117 33 201 bei der Sparkasse Bremen (BLZ 29050101). Wer mit seiner Arbeitskraft helfen will, ob für ein paar Stündchen oder länger, kann sich im Theaterkontor, Telefon 706582 oder per E-Mail an info@theaterkontor-bremen.de anmelden. Die "Schaulust"-Eröffnungsfeiern sind dann für den 27. bis 29. Mai geplant.

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