Kommentar über die Pflege Scheinheilig

Allein weniger Fachpersonal einzusetzen, wie es die Privaten fordern, wäre für Bewohner und Angestellten fatal, schreibt Antje Stürmann.
09.08.2017, 21:09
Lesedauer: 1 Min
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Scheinheilig
Von Antje Stürmann

Die Situation in den Altenpflegeheimen wird immer drastischer. Mitarbeiter und Bewohner spüren deutlich, dass das ausgebildete Personal für die steigende Zahl älterer Menschen mit mehr Gebrechen nicht mehr ausreicht. Die Fachkräfte sind oft hoffnungslos überlastet. Der Verband privater Anbieter fordert nun, die gesetzliche Vorgabe, dass mindestens die Hälfte der Pflegekräfte eine dreijährige Ausbildung abgeschlossen haben muss, abzuschaffen.

Aber wo bleiben die Alternativvorschläge, um die Qualität der Pflege zu sichern? Ein Schelm, der Böses dabei denkt, denn Unausgebildete oder Hilfskräfte sind günstiger als gut qualifiziertes Personal. Den seit Juni in Bremen geltenden Tarifvertrag für in der Pflege Beschäftigte, in dem es unter anderem um eine bessere Bezahlung für Hilfskräfte geht, lehnen die privaten Anbieter kategorisch ab.

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Viel zu spät bereiten Pflegewissenschaftler der Universität Bremen nun eine Studie zur optimalen personellen Ausstattung von Pflegeheimen vor. Die Ergebnisse könnten die Basis für gute Alternativen zur Fachkraftquote bilden. Allein weniger Fachpersonal einzusetzen, wie es die Privaten fordern, wäre für Bewohner und Angestellte fatal.

antje.stuermann@weser-kurier.de

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