Brüder mischen den Grillmarkt auf

Zwei Brüder, eine Idee: der Grill aus dem Baukasten

Welcher Grill darf's denn sein? Die Firma Schickling bietet an, seinen Grill ganz individuell zusammenzustellen. Damit trifft man das Bedürfnis der Kunden: Der Umsatz hat sich binnen zwei Jahren verfünffacht.
12.06.2021, 14:29
Lesedauer: 2 Min
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Zwei Brüder, eine Idee: der Grill aus dem Baukasten
Von Marc Hagedorn
Zwei Brüder, eine Idee: der Grill aus dem Baukasten

Oliver (links) und Philipp Schickling grillen auch selbst gern. „Aber wir sind besser im Grill bauen“, sagt Oliver.

Schickling

Oliver Schicklings Finger fliegen über die Tastatur. Er will seinem Besuch am Laptop demonstrieren, wie Kunden sich am sogenannten Konfigurator ihren Wunschgrill zusammenstellen können. „Holzkohlegrill oder Gasgrill?“, fragt er. Der Gast entscheidet sich für Holzkohle. Schickling klickt. „Die kleine oder die große Variante?“ Groß. Nächster Klick. „Mit Deckel oder ohne?“ Mit. Klick. „Unterschrank?“ Unterschrank. Klick. Drei Klicks später ist der Grill fertig. Mit Seitenablage, mit Lenkrollen. Rund 1000 Euro kostet das gute Stück am Ende.

Oliver Schickling und sein Bruder Philipp haben den Grillmarkt in Deutschland in den vergangenen Jahren aufgemischt. Vor sieben Jahren erst haben sie ihr Unternehmen Schickling-Grill im niedersächsischen Visbek gegründet. Nur die zwei Brüder und ein Modell am Anfang, ein Holzkohlegrill, „ein ganz einfaches Teil“, sagt Oliver Schickling. Heute können die Kunden zwischen vier Modellen wählen, die sie individuell ausrüsten können. Die einfache Holzgrillvariante in klein kostet 330 Euro, der Gasgrill in XL und mit allen Extras liegt bei über 1500 Euro.

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Schickling gehört neben der Bremer Firma Flammkraft zu den wenigen Herstellern, die noch in Deutschland produzieren lassen. Bei den Brüdern ist das im elterlichen Betrieb. Eigentlich ist Schickling seit über 30 Jahren ein führendes Unternehmen im Metallbau in der Region Vechta. 300 Mitarbeiter beschäftigt die Firma. Oliver und Philipp, der eine studierter Wirtschaftswissenschaftler, der andere Maschinenbauingenieur, hatten aber keine Lust, den Familienbetrieb zu übernehmen. „Wir wollten uns was Eigenes aufbauen“, sagt Oliver Schickling.

Warum es ausgerechnet Grills wurden? Weil schon der Vater Familie und Verwandtschaft mit selbstgebauten Grills versorgt hat. „Und als die Nachfrage immer größer wurde, war klar, was wir machen“, sagt Oliver Schickling, der sich um den Verkauf, Vertrieb und das Marketing kümmert, während Philipp Schickling der Mann für die Technik und Entwicklung ist.

Hinter der jungen Firma liegt ein rasantes Wachstum. Bis vor zwei Jahren beschäftigten die Brüder noch sieben Leute, heute sind es 25. Der Umsatz ist in dieser Zeit um 500  Prozent gestiegen, für dieses Jahr rechnen sie mit einem Umsatz von rund 5,5 Millionen Euro. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. „Die Nachfrage ist da, Grillen boomt“, sagt Oliver Schickling, „aber wir sind auch gut.“ Er ist ein lockerer Typ, bei ihm klingt der Satz überhaupt nicht arrogant. Außerdem bestätigen die Kunden ihnen das im Internet. Schickling-Grills gibt es nur online zu kaufen, bei Trusted Shops sind die Produkte 2400 Mal bewertet worden, fast immer mit der Bestnote. „Wir wollen Freude verkaufen“, sagt Oliver Schickling, „und wir wollen das mit richtig guten Produkten tun.“ Die wichtigsten und am stärksten beanspruchten Teile der Grills, etwa die Brennerabdeckung, sind aus V4A, dem hochwertigsten Edelstahl, rostfrei und extrem strapazierfähig. „Die Leute geben gutes Geld für die Grills aus, da sollen sie auch viele Jahre etwas davon haben“, sagt Schickling, „wir setzen auf Nachhaltigkeit, produzieren vor Ort, haben kurze Wege und reparieren auch.“ Die Brüder grillen selbstverständlich auch gern selbst. „Aber wir sind besser im Grill bauen“, gibt Schickling zu. Das hat sich rumgesprochen, auch das Fernsehen ist aufmerksam geworden. Nächste Woche Sonntag sendet Galileo, das Wissensmagazin von ProSieben, einen Beitrag über die Firma Schickling-Grill. Die Erfolgsgeschichte geht weiter.

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