Zwei Konzepte eingereicht

Schlachthofkneipe will Breminale ab 2020 mitgestalten

Das Bewerbungsverfahren für ein „Festival an der Weser“ ab dem Jahr 2020 läuft noch. Beworben hat sich neben den bisherigen Machern der Concept Bureau UG auch die Schlachthofkneipe mit zwei Konzepten.
14.05.2019, 21:57
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Schlachthofkneipe will Breminale ab 2020 mitgestalten
Von Nina Willborn
Schlachthofkneipe will Breminale ab 2020 mitgestalten

Feiern im Mondschein: Die Breminale lockt vor allem abends Bremer und Gäste mit Musik und Kultur.

Shirin Abedi

Musik und Kultur, umsonst und draußen und dicht am Deich: Das ist das Grundrezept der Breminale, in diesem Jahr vom 3. bis 7. Juli. Die Vorbereitungen für Bremens größtes Fest am Osterdeich laufen längst, vor wenigen Tagen erst haben die Organisatoren der Concept Bureau UG ihr „Respekt“-Konzept vorgestellt, mit dem sie für mehr Rücksichtnahme auf die Anwohner und umweltschonendes Verhalten werben. In diesem Jahr müssen sich die voraussichtlich wieder rund 200.000 Besucher also unter anderem an das Verbot von jeglichem Plastikgeschirr auf der Breminale gewöhnen – ab dem kommenden Jahr vielleicht sogar an ein neues Veranstaltungskonzept und einen neuen Namen.

Mit ins Rennen um das von der Kulturbehörde im November ausgeschriebene „Festival an der Weser 2020 bis 2022“ – also die Breminale, aber die Namensrechte gehören nicht der Stadt, sondern der Breminale GmbH von Harald Siegel – gehen neben dem bisherigen Breminale-Team auch zwei um Oliver Trey, Betreiber der Schlachthofkneipe. Der Gastronom, der in Bremen unter anderem die Eisfeste auf der Bürgerweide und in Bremerhaven veranstaltet, am Summersounds beteiligt ist sowie Geschäftsführer beim Harz-Festival „Rocken am Brocken“, hat sich mit zwei verschiedenen Konzepten beworben.

"Wir würden die Nachmittage stärken"

„Als wir die Ausschreibung gesehen haben, haben wir gedacht, dass es wahnsinnig toll wäre, so etwas veranstalten zu dürfen“, sagt Trey. Also setzten sie sich hin, überlegten, führten Gespräche mit potenziellen Partnern und Dienstleistern und rechneten. „Uns war wichtig“, sagt Trey, „dass wir verstehen, wie die Veranstaltung jetzt ist, bevor wir überlegen, wie wir sie weiterentwickeln können.“

Das erste Konzept, an dem neben der Schlachthofkneipe und Trey das Team um Tobias Meisner und die Bremer Catering Service GmbH mit Jasper Kelkenberg und Theo Bührmann beteiligt sind, beschreibt Trey als das „eher lokale“. Es sieht unter anderem vor, die Fläche auszuweiten und die Veranstaltung zeitlich zu entzerren, denn einer der Nachteile der bisherigen Breminale ist, meint das Team, dass sich mitunter zu viele Menschen am Osterdeich drängeln. „Wir würden die Nachmittage stärken und die Badeinselregatta wiederbeleben“, sagt Trey.

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Auch bei den Künstlern legt dieses Konzept den Fokus aufs Lokale, sogar aufs Sublokale. So sollen kleine Veranstalter die Bühnen nach ihren Vorstellungen bespielen können. „Wir haben so viele verschiedene Szenen in Bremen, die oft aber einfach nicht die Möglichkeit haben, ein größeres Publikum zu erreichen“, erklärt Trey.

Hinter der zweiten Bewerbung, die unter anderem ein verändertes Bühnenkonzept vorsieht, steht neben Trey ein Kompetenzteam der „Rocken am Brocken“-Macher. Entsprechend wäre dieses Weserfestival dann festivalmäßiger, ohne aber, sagt Trey, aus den Augen zu verlieren, dass eine Breminale nun mal nicht nur Musikfans anzieht. „Wir wollen niemanden ausschließen, zielen auf ein Publikum im Alter von sechs bis 105 Jahren“, sagt er. In dieser Variante würde aus der Breminale die „Weserlust“ – so hieß die Veranstaltung auch in ihren Frühzeiten. In der ersten Variante dürften die Bremer einen Namen wählen.

Noch ist nichts entschieden

Beide Konzepte, das verlangt die Ausschreibung, sind CO2-neutral und nachhaltig ausgelegt. Für beide würde jeweils eine eigene Gesellschaft gegründet werden. Sie sind übrigens trotz der personellen Überschneidungen nicht beliebig miteinander kombinierbar, auch wenn sie natürlich teils auch ähnliche Elemente enthalten. „Es sind unterschiedliche Ausrichtungen“, sagt Trey. „Aber mit beiden soll das ,Festival an der Weser‘ auch weiterhin ein Fest der Bremer sein. Ich finde, wir haben zwei starke Konzepte abgegeben und bin sehr gespannt, was daraus wird.“

WES Findorff Veranstaltungen auf dem Schlachthofgelände

Oliver Trey ist Betreiber der Schlachthofkneipe.

Foto: Roland Scheitz

Genau wie die Concept Bureau UG um den künstlerischen Leiter Jonte von Döllen wünscht sich auch Trey eine möglichst baldige Entscheidung des Kulturressorts. Die aktuellen Breminale-Macher konnten dieses Jahr entspannt planen – bei der Breminale 2018 dagegen hatten sie aufgrund der internen Streitigkeiten zwischen den bis 2017 gemeinsam veranstaltenden Gesellschaften Breminale GmbH und Sternkultur nur wenig Vorbereitungszeit.

Noch ist aber nichts entschieden. Laut Andreas Mackeben, Abteilungsleiter beim Senator für Kultur, hat es insgesamt vier Bewerbungen gegeben. Sie wurden in den vergangenen Wochen nach kulturfachlichen Aspekten bewertet, am 3. Juni folgt die Prüfung der organisatorischen, also vor allem der vorgelegten Sicherheitskonzepte. Dafür setzen sich die Kulturfachleute mit Polizei und Feuerwehr zusammen. Auch das Wirtschaftsressort ist mit der Marktaufsicht beteiligt. „Erst im Anschluss wird die Kulturbehörde auf dieser Grundlage eine Entscheidung treffen“, sagt Mackeben. Dabei sollen auch Anregungen der Kulturdeputation einfließen, die mit dem Ressort zeitweilig wegen Form, Inhalt und Zeitpunkt der Ausschreibung über Kreuz gelegen hatte.

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