Kommentar zu sexistischer Werbung Schmaler Grat

Guter Geschmack lässt sich nicht erzwingen. Das gilt auch für die Werbung, deren Strategen immer schon auf den Grundsatz "Sex sells" gebaut haben, meint Jürgen Theiner.
10.03.2017, 16:08
Lesedauer: 1 Min
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Schmaler Grat
Von Jürgen Theiner

Guter Geschmack lässt sich nicht erzwingen. Das gilt auch für die Werbung, deren Strategen immer schon auf den Grundsatz "Sex sells" gebaut haben, meint Jürgen Theiner.

Der Einsatz sexueller Reize in der Werbung ist so alt wie die Werbung selbst. Gegen den Subtext solcher Reklame lässt sich viel Berechtigtes einwenden, nicht nur aus Sicht von Frauen. Schließlich sind sinnliche Werbebotschaften ohne Produktbezug schlicht irreführend – das Auto, auf dessen Haube sich ein hübsches Mädel rekelt, ist dadurch ja nicht besser als das Modell der Konkurrenz.

Doch wer will gerichtsfest definieren, wo die Schwelle zu sexistischer Werbung erreicht oder gar überschritten ist? Bei dem genannten Beispiel mag man sich schnell einig sein. Aber was ist etwa mit der typischen Getränkewerbung, in der sich eine Bikini-Schönheit am Strand einen leckeren Alcopop schmecken lässt? Muss die junge Dame beim Verzehr solcher Drinks züchtiger bekleidet sein?

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Und soll darüber Bremens Landesfrauenbeauftragte eine Expertise anfertigen? Wer das mit Ja beantwortet, wandelt auf schmalem Grat. Auch in der Werbung lässt sich guter Geschmack leider nicht erzwingen. Man kann höchstens hoffen, dass sich negative Ausreißer von selbst richten – indem die Verbraucher sagen: Das ist mir zu blöd, so etwas kaufe ich nicht.

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