Winterwetter in Bremen und Niedersachsen

Schnee sorgt für Verkehrschaos

Bremen. Der erneute starke Schneefall am Sonntagmorgen hat in Niedersachsen und Bremen zu Behinderungen geführt. Züge fahren mit reduzierter Geschwindigkeit und sind teils deutlich verspätet. Auch in Bremen mussten inzwischen viele Flüge gestrichen werden.
19.12.2010, 14:27
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Schnee sorgt für Verkehrschaos

Wegen des Wetters hat die Bahn die Höchsgeschwindigkeit im Fernverkehr deutlich heruntergesetzt. Verspätungen von bis zu

dpa

Bremen. Der erneute starke Schneefall am Sonntagmorgen hat in Niedersachsen und Bremen zu Behinderungen geführt. Züge fahren mit reduzierter Geschwindigkeit und sind teils deutlich verspätet. Auch in Bremen mussten inzwischen Flüge gestrichen werden.

Das Schneechaos in Frankfurt/Main und Paris trifft auch den Flughafen Bremen: Alle Hin- und Rückflüge sind heute nach Airport-Angaben komplett gestrichen worden. „Land unter“ meldet auch Amsterdam, wo der Flugverkehr – auch nach Bremen – nur mit vielen Verspätungen möglich ist.

Weniger Probleme hat Ryanair, die außer abgesagten London-Flügen keine Störungen meldet. Auch Charterflüge von der Hansestadt etwa in die Türkei stehen weiterhin auf dem Flugplan. Viele Reisende sind inzwischen durch die weiße Pracht alarmiert und belasten das Telefonnetz. Die Serviceleitungen etwa der Lufthansa, heißt es im Flughafen Bremen, sind heute zusammengebrochen.

Auch im Bahnverkehr führten die dicken Flocken am Sonntagmorgen und immer höhere Schneemengen  zu deutlichen Behinderungen. Die Züge fuhren wegen Schnee und Eis nur mit reduzierter Geschwindigkeit. Zum Teil deutliche Verspätungen waren nach Angaben einer Bahnsprecherin die Folge. Auf den Straßen forderte der Winter ebenfalls seinen Tribut. Landesweit zählte die Polizei über hundert kleinere Rutschunfälle, die jedoch meist glimpflich abliefen.

Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden

Im gesamten Fernverkehr der Deutschen Bahn gilt derzeit eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern. Auf einigen Strecken wie etwa zwischen Hannover und Würzburg dürfen die Züge sogar nur noch Tempo 160 fahren. Dies führte nach Angaben einer Bahnsprecherin zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden. Das Unternehmen verzeichnete zugleich deutlich mehr Fahrgäste. "Etliche Passagiere sind wohl vom Flugzeug auf die Bahn umgestiegen", sagte die Bahnsprecherin. Außerdem dürften auch einige Autofahrer den Zug gewählt haben statt des eigenen Gefährts.

In der Nähe von Uelzen stieß am Sonntag ein Auto an einem unbeschrankten Bahnübergang mit einer Regionalbahn zusammen. Der 56-jährige Fahrer hatte den herannahenden Zug nach Polizeiangaben zu spät bemerkt und rutschte auf der schneeglatten Straße auf die Schienen. Der Zug erfasste den Wagen und schleuderte ihn zur Seite. Der Autofahrer hatte aber Glück und wurde nur leicht verletzt. Die Zuginsassen kamen mit dem Schrecken davon. Der Zug konnte nicht mehr fahren. Die Fahrgäste wurden mit Bussen weiterbefördert.

860 Flugpassagiere in Hannover gestrandet

Am Flughafen Hannover in Langenhagen waren in der Nacht zu Sonntag insgesamt 860 Passage gestrandet, die eigentlich nach London fliegen wollten. Da der dortige Flughafen weiterhin gesperrt war, mussten sie zunächst in Hotels in Hannover bleiben oder ihre Reise auf anderem Weg fortsetzen.

Der Flughafen in der Landeshauptstadt war am Sonntagmorgen zudem für etwa 20 Minuten gesperrt, um die Start- und Landebahnen zu räumen. Es gab Verspätungen und einige Verbindungen wurden gestrichen. Die Fluggäste blieben aber überwiegend gelassen. Es gab nach den Worten eines Flughafensprechers kein Chaos oder Tumulte, wie zum Beispiel aus Frankfurt gemeldet worden war: "Die Lage in den Terminals ist vollkommen ruhig", sagte der Sprecher. Er empfahl Fluggästen, sich bei ihrer Fluggesellschaft zu informieren, ob ihr Flug möglicherweise ausfällt oder sich verspätet.

Autofahrer stellen sich auf das Wetter ein

Im Autoverkehr kam es auf glatten und schneebedeckten Straßen zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Es blieb dabei aber meist bei leichten Blechschäden. Straßensperrungen oder lange Staus wurden nicht gemeldet. Die Autofahrer hätten sich weitgehend auf die winterlichen Straßenverhältnisse eingestellt, hieß es in den Polizeidirektionen. Allerdings stellte die Polizei rund um Hannover bei Kontrollen auch zahlreiche Verstöße gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen fest. 17 Autofahrer müssen mit Fahrverboten rechnen.

In der Nähe von Varel im Kreis Friesland kam ein Autofahrer bei einem Unfall in der Nacht zum Sonntag ums Leben. Der 47-Jährige war aus bisher nicht geklärter Ursache mit seinem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und im Straßengraben gelandet.

Auch im Fährverkehr macht sich das Winterwetter zunehmend bemerkbar. Die Emsfähren zwischen Ditzum und Petkum musste am Sonntag ihren Betrieb wegen Eisgangs einstellen, wie der Landkreis Leer mitteilte. Auch die Elbfähren zwischen Pevestorf und Lenzen sowie zwischen Schnackenburg und Lütkenwisch fahren nicht mehr. (rk/dpa)

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