Verkehrssenator Lohse räumt Defizite ein „Schneegipfel“ nach Kritik am Winterdienst

Beim Winterdienst auf den Straßen der Stadt ist eine gründliche Manöverkritik angesagt. Darüber waren sich am Donnerstag die Mitglieder der Bau- und Verkehrsdeputation einig.
07.01.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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„Schneegipfel“ nach Kritik am Winterdienst
Von Jürgen Theiner

Beim Winterdienst auf den Straßen der Stadt ist eine gründliche Manöverkritik angesagt. Darüber waren sich am Donnerstag die Mitglieder der Bau- und Verkehrsdeputation einig. Ein „Schneegipfel“ mit allen Akteuren des Winterdienstes soll nun für eine bessere Abstimmung und mehr Effizienz sorgen.

Senator Joachim Lohse (Grüne) räumte in der Aussprache ein, dass es von Sonntag bis Dienstag „sehr schwierig war, in der Stadt voranzukommen“. Unter anderem sei zu prüfen, ob die Verträge der Stadt mit den Räumdiensten gut umgesetzt wurden. Für die meisten Deputierten stand indes bereits fest: Nein, das wurden sie nicht. Selbst wichtige Verkehrsachsen seien in den vergangenen Tagen schlecht befahrbar gewesen, bemängelten unter anderem Ralph Saxe (Grüne) und Claudia Bernhard (Linke). Gerade die Innenstadt, so die allgemeine Wahrnehmung, habe ein schlechtes Bild abgegeben. „Die Unzufriedenheit ist da“, brachte Jens Crueger (SPD) die Stimmung auf den Punkt.

In die Kritik wurden neben den städtischen Dienstleistern auch die privaten Räumdienste einbezogen. Wie berichtet, hatten einige Unternehmen ihre Verträge mit Grundstücksbesitzern nicht oder nur unzureichend erfüllt. Statt wie vereinbart die Bürgersteige freizuschaufeln, waren sie in vielen Fällen gar nicht erschienen. Kein Personal, aber Verträge annehmen – so gehe es nicht, beklagte der Landesbehindertenbeauftragte Joachim Steinbrück.

Ganz widerspruchslos wollte Volker Ernst, Geschäftsführer des städtischen Winterdienst-Vertragspartners Entsorgung Nord (ENO), die Kritik der Deputierten nicht hinnehmen. Er stellte sich vor seine Beschäftigten und machte die besonderen Wetterverhältnisse der ersten Wochenhälfte geltend. Bei minus 5 Grad und starkem Wind setze die Tauwirkung der ausgestreuten Salz-/Sandmischung erst sehr spät ein. Ernst: „Es ist schwer, unter solchen Bedingungen die Straße wieder schwarz zu kriegen.“

Anders als im Stadtgebiet südlich der Lesum scheint der Winterdienst in Bremen-Nord positiv aufgefallen zu sein. Zumindest gab es entsprechendes Lob vonseiten des FDP-Abgeordneten Rainer W. Buchholz. Zwischen Blumenthal und Burglesum ist nicht die ENO, sondern der städtische Umweltbetrieb für die Beseitigung von Eis und Schnee zuständig. „Bereits am frühen Dienstagvormittag war in der Vegesacker Fußgängerzone eine breite Schneise freigeräumt“, sagte Buchholz. Zu diesem Zeitpunkt mussten sich Besucher der Söge- und der Obernstraße noch flächendeckend durch knöcheltiefen grauen Matsch vorwärtskämpfen. Erst am Mittwoch sah es dort besser aus.

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