Overnigelant und Umweltbetrieb beginnen Sanierung

Schönheitskur für Heinekens Park

Oberneuland. Die Gurkenmagnolie hat es nicht leicht in Heinekens Park. Sie ist eine von vielen Baum-Raritäten, die es einst im Gepäck von Kapitänen aus fernen Ländern nach Oberneuland verschlagen hat.
04.01.2016, 00:00
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Von Maren Brandstätter
Schönheitskur für Heinekens Park

Heinekens Park

Petra Stubbe

Die Gurkenmagnolie hat es nicht leicht in Heinekens Park. Sie ist eine von vielen Baum-Raritäten, die es einst im Gepäck von Kapitänen aus fernen Ländern nach Oberneuland verschlagen hat. Sich gegen heimische Gehölze durchzusetzen, ist für die Gurkenmagnolie auf Dauer problematisch, wenn man ihr nicht den Rücken freihält, erklärt Felix Böttcher, Bezirksmeister beim Umweltbetrieb Bremen (UBB). Damit die Vielseitigkeit in Heinekens Park erhalten bleibt, hat der Förderkreis Overnigelant in Kooperation mit dem UBB dort jetzt sein zweites Parkpflegeprojekt gestartet.

Bevor das Areal rund um Gurkenmagnolie, Libanonzeder, Tulpenbaum und Hemlocktanne auf Vordermann gebracht wird, steht zunächst allerdings das Heckentheater auf der Agenda des Vereins. Ein Element der mehrere Meter hohen Hainbuchenhecke, von der die Freilichtbühne umringt ist, muss ersetzt werden. „Das Heckentheater wurde um 1770 angelegt“, erzählt Böttcher. Ganz so alt sei das marode Element wohl nicht, schätzt der Gartenbau-Experte, aber das werde er bei Gelegenheit genauer prüfen. Ersatz ist bereits bestellt, berichtet Karl-Heinz Müller, Vorsitzender von Overnigelant.

Beim Blick auf den Kaufpreis zeigt sich, dass der Verein froh sein kann, nur ein Element austauschen zu müssen. Stolze 1800 Euro kostet den Förderkreis der Lückenschluss, der für Ende Januar geplant ist. Als zweite Maßnahme im ersten Sanierungsabschnitt soll für weitere 1500 Euro das Beet in der Mitte des Theaters in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege neu eingefasst und bepflanzt werden. Der Lavendel, der hier zurzeit noch wächst, sei so verholzt, dass er ersetzt werden muss, erklärt Böttcher.

Zwei weitere Sanierungsabschnitte hat der Förderkreis Overnigelant für Heinekens Park erst auf dem Papier geplant – finanziell gesichert sind sie noch nicht, betont Müller. Der Verein benötige weitere Spenden, egal welcher Größenordnung, um den nächsten und größten Schritt in Angriff zu nehmen: die Sanierung der beiden Rundwege in und neben dem Heckentheater. Der Belag werde derselbe sein wie der im Gemeindepark, dem ersten Sanierungsprojekt von Overnigelant. 17 500 Euro steht auf dem Kostenvoranschlag, weitere 2500 Euro würde die historische Rundbank kosten, die der Verein am Rande des Wegs aufstellen möchte. Finde sich für die Bank ein Pate, werde dieser wie üblich mit einem Namensschild gewürdigt, stellt Müller in Aussicht.

Mit 7500 Euro weit weniger üppig würde die Wegesanierung entlang der exotischen Bäume im südöstlichen Teil des Parks zu Buche schlagen. Die im letzten Sanierungsabschnitt geplante Maßnahme ist für den Spätherbst kommenden Jahres angesetzt. Aus Rücksicht auf die Wurzeln der alten Bäume, könne man die Wege in diesem Teil des Parks nur vergleichsweise oberflächlich erneuern, erklärt Böttcher, der neben seiner Tätigkeit beim UBB auch Beisitzer des Förderkreises ist. Die Vorarbeiten sind also auf den Weg gebracht – nun hänge es von der Spendenbereitschaft der Bürger ab, ob die Sanierung von Heinekens Park für 27 500 Euro abgeschlossen werden kann, erklärt Karl-Heinz Müller. Sei das Projekt von Erfolg gekrönt, baue er darauf, dass mit dem Ergebnis pfleglich umgegangen werde. In diesem Zusammenhang hoffe er insbesondere auf die Rücksichtnahme von Hundehaltern, indem sie Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner beseitigen und Erdarbeiten in den Beeten nach Möglichkeit unterbinden.

Vor mehr als einem Jahr wurde die Kooperation des Förderkreises mit dem Bremer Umweltbetrieb auf Anregung von Felix Böttcher vereinbart. Seither sichtet der Fachmann, in welcher Grünanlage Oberneulands akuter Sanierungsbedarf besteht und gibt entsprechende Informationen an den Förderkreis Overnigelant weiter. Dieser versucht dann seinerseits, die benötigten Mittel aufzubringen.

Schließlich hat sich der Verein bei seiner Gründung 1982 nicht nur auf die Fahne geschrieben, die Gemeinschaft im Stadtteil zu pflegen, sondern auch die Lebensqualität zu erhalten. Im Gemeindepark sei der Plan aufgegangen, sagen Müller und Böttcher. Nun hoffen sie auf eine Wiederholung in Heinekens Park.

Wer die Sanierungsarbeiten in Heinekens Park finanziell unterstützen möchte, kann sich an Karl-Heinz Müller wenden. Er ist erreichbar per E-Mail an khmueller.consulting@t-online.de oder unter Telefon 205 38 65

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