Großputz in Bremen Schüler und Kindergartenkinder räumen auf

Die Stadt macht Frühjahrsputz. Insgesamt beteiligten sich am Freitag 90 Schulen und 55 Kindergärten an der Aktion. In Arsten durchforsteten 60 Kinder ein Waldstück in der Nähe ihrer Grundschule nach Abfall.
20.03.2015, 13:18
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Schüler und Kindergartenkinder räumen auf
Von Nikolai Fritzsche

Die Stadt macht Frühjahrsputz. Zum 13. Mal heißt es „Bremen räumt auf“. Der Star bei der Auftaktveranstaltung in Blumenthal war Grünhold, das Maskottchen der Aktion. Die Schüler der Grundschule am Pürschweg jubelten dem grünen Putzteufel begeistert zu. Gemeinsam mit Grünhold standen Umweltsenator Joachim Lohse und Vertreter der Initiatoren der Umweltaktion auf der Bühne, darunter auch WESER-KURIER-Chefredakteur Moritz Döbler. Die swb AG, Entsorgung Nord, die Sparkasse Bremen und die Gewoba gehören ebenfalls zu den Initiatoren.

Insgesamt beteiligten sich am Freitag 90 Schulen und 55 Kindergärten an der Aktion. In Arsten durchforsteten 60 Kinder ein Waldstück in der Nähe ihrer Grundschule nach Abfall. Mit grünen Müllsäcken und gelben Gummihandschuhen ausgestattet, machten sie sich um 8.45 Uhr an die Arbeit, begleitet von Ingo Hofmann vom Naturschutzbund. Viele Flaschen landeten in den Säcken, aber auch Bonbonpapiere und Tetra Paks. Die Kinder wunderten sich, wie viele Menschen Pfandflaschen wegwerfen, statt sich das Geld dafür abzuholen. „Acht Cent sind für Erwachsene nicht viel Geld“, meinte Hofmann, „aber für Kinder ist das schon ein kleiner Schatz.“

Die ärgerlichsten Fundstücke für die Kinder waren Hundekotbeutel. Rund 50 davon entdeckten sie auf dem Waldboden. „Die Leute sammeln das Geschäft ihrer Hunde zwar auf, aber wenn kein Mülleimer in der Nähe ist, so wie hier, werfen manche den Beutel einfach hinter den nächsten Baum“, erklärte Hofmann den verwunderten Schülern.

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Zwei Kubikmeter Müll sammelten die fleißigen Helfer in Arsten. Einige von ihnen wurden dafür ganz besonders belohnt: Als sie ihre Müllsäcke gerade auf dem Abladeplatz leerten, riss der Himmel auf und gewährte ihnen für wenige Sekunden den Blick auf die Sonnenfinsternis. Fasziniert schauten die Kinder zu, wie der Mond die Sonne verdeckte – aufgrund des diesigen Wetters ohne Gefahr für die Augen. So konnten die Grundschüler aus Arsten dank „Bremen räumt auf“ ein Naturschauspiel beobachten, das den meisten Bremern wegen der dichten Wolken verborgen blieb.

Am Sonnabend sind die Erwachsenen dran

Insgesamt zogen sich am Freitag 9500 Schüler die Gummihandschuhe an. Auch 960 Lehrer machten mit. Kindergartenkinder und Betreuer stellten zusammen noch mal rund 2000 Paar helfende Hände. Am Sonnabend sind nun die Erwachsenen dran. Angemeldet haben sich 28 Firmen und mehr als 35 Vereine mit gut 2000 Helfern. Die größte Gruppe stellen die rund 70 Auszubildenden der Sparkasse. Damit bildet „Bremen räumt auf“ den Auftakt der Aktionstage zum 190. Jubiläum der Sparkasse. 190 Mitarbeiter werden in diesem Jahr für jeweils einen Tag von der Arbeit freigestellt, um sich gemeinnützig zu engagieren.

Insgesamt registrierten sich wie im vergangenen Jahr rund 15.000 Menschen im Vorhinein für den Großputz. „Wir hoffen aber, dass sich noch viele spontan zum Mitmachen entscheiden“, sagte Sonja Gatzka von der Agentur Gip Marketing & Events, die die Aktion durchführt. 2014 hätten am Sonnabend noch 1800 zusätzliche Teilnehmer kurz entschlossen mitgemacht, sodass insgesamt 16.890 Bremer dabei waren – mehr als je zuvor. In diesem Jahr erwartet Gatzka keinen neuen Rekord. „Die Teilnehmerzahl aus dem vergangenen Jahr wird schwer zu toppen sein. Es wäre schön, wenn wir das Niveau halten könnten.“

Aufgeräumt wird zwischen 9 und 13 Uhr. Wer noch mitmachen möchte, kann sich bei einer der 15 Recyclingstationen die entsprechende Ausrüstung abholen. Wo diese sich befinden, steht auf der Internetseite www.bremen-raeumt-auf.de. Um 15 Uhr beginnt die Abschlussveranstaltung auf dem Marktplatz, bei der bis 18 Uhr ein buntes Rahmenprogramm geboten wird. Alle, die beim Aufräumen geholfen haben, bekommen dort einen kostenlosen Snack.

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