Deutscher Schulpreis

Schule in Tenever unter den Besten

Gesamtschule Bremen-Ost ist in der Finalrunde des Deutschen Schulpreises. Die Jury zeigt sich vor Ort in Tenever beeindruckt.
16.02.2018, 19:20
Lesedauer: 2 Min
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Schule in Tenever unter den Besten
Von Christian Hasemann
Schule in Tenever unter den Besten

Schulleiter Hans-Martin Utz (links) mit Kollegen von der GSO und der Jury (rechts) mit Sprecher Michael Schratz von der Universität Innsbruck.

PETRA STUBBE

Tenever. Eineinhalb Tage – solange war die Jury des Deutschen Schulpreis in Tenever und hat mit Lehrern, Eltern und Schülern, sowie mit Kooperationspartnern der Schule gesprochen und sich ein genaues Bild gemacht. Wenn das Konzept der Gesamtschule die Jury überzeugt und diese als Gewinner aus dem Deutschen Schulpreis, der als einer der wichtigsten Bildungspreise gilt, hervorgeht, dann winken ein Preisgeld von 100 000 Euro und der Status, eine der besten Schulen Deutschlands zu sein.

Die Jury lobte auf einer gemeinsamen Pressenkonferenz mit der Schulleitung und Vertretern der Robert-Bosch-Stiftung, die den Preis ins Leben gerufen hat, vor allem die besondere Stimmung an der Schule, die 1300 Schülerinnen und Schülern und 130 Pädagogen einen Platz zum Lernen, Lehren und zur persönlichen Entwicklung bietet.

Der Standort der Schule ist kein einfacher: In Tenever ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch, Armut gerade unter Kindern weit verbreitet und Menschen aus über 90 Nationen leben auf engen Raum zusammen. Doch für Schulleiter Hans-Martin Utz ist gute Schularbeit vor allem eine Sache der Einstellung. „Es ist für mich eine Haltungsfrage. Warum sind wir Lehrer geworden? Weil wir gerne unterrichten. Man kann auf die Politik schimpfen, dass es an Stellen und Ausstattung mangelt oder man kann sich zusammensetzen und die Aufgabe angehen.“ Für ihn ist die Schulleitung in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Kollegium gemeinsam an einem Ziel arbeitet.

Im Selbstverständnis der Schule, und auch der Jury, wie sie durchblicken ließ, sollten Schulen nicht alleine stehen, sondern in das soziale Umfeld eingebettet sein. „Wir haben gestern mit Partnern der Schule gesprochen und waren sehr beeindruckt, wie diese zusammen mit der Schule das gesamte System weiterdenken“, sagte der Erziehungswissenschaftler Michael Schratz von der Universität Innsbruck, Sprecher der Jury. Eine Schule alleine könnte die Herausforderung unter den gegebenen ökonomischen Bedingungen gar nicht leisten. Einige Kooperationspartner der Schule: die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, der Verein Treffpunkt Natur und Umwelt, das Polizeirevier, de Loopers, die Kunsthalle und das Marum – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften. Ein kleines Fazit konnte Michael Schratz schon ziehen: „Es ist eine Schule, die atmet und schaut, was für eine Zukunft sie ihren Lehrern und Schülern bieten kann.“ Dieser Eindruck habe sich in Gesprächen mit Schülern und Eltern bestätigt. „Schüler und Lehrer schätzen diese besondere Atmosphäre, und die Akzeptanz der Schule ist sehr hoch.“

Die Bewerbung für den Schulpreis war zunächst mit Aufwand für das Kollegium verbunden. „Das macht viel Arbeit, aber es ist Arbeit, die wir eh hätten machen müssen“, sagte Hans-Martin Utz. So ein Wettbewerb sorge außerdem für Synergie-Effekte und für einen Perspektivwechsel. „Der Blick von außen, der hilft enorm. Wir wollen schließlich wissen, wo wir stehen.“

Der Deutsche Schulpreis ist eine Auszeichnung, die seit 2006 von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung verliehen wird. Er hat einen sehr hohen Stellenwert. Verliehen wird er entweder vom Bundespräsidenten oder der Bundeskanzlerin, in diesem Jahr am 14. Mai in Berlin.

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