Schul-Ausbau

Mobile Sporthalle ist startklar

Vier neue Turnhallen, zwei komplett neue Schulgebäude, zwei Erweiterungsbauten und Sanierungsarbeiten in verschiedenen anderen Einrichtungen: Auf den Baustellen in Gröpeingens Schullandschaft geht es voran.
23.11.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Mobile Sporthalle ist startklar
Von Anne Gerling

Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass Ortspolitiker, Schulleitung und interessierte Bürger aus vier möglichen Standorten für die an der Oberschule im Park dringend benötigte neue Schulturnhalle und einen Erweiterungsbau ausgerechnet jenes kleine Waldstück zwischen den Straßen Am Oslebshauser Park und Am alten Sportplatz auswählten, das von den Behörden eigentlich als eher wenig geeignet eingestuft worden war.

Erste Gutachten zum Wäldchen

Mittlerweile sind zu diesem Grundstück ein Artenschutzgutachten und ein Verkehrsgutachten erstellt worden, wie nun Udo Stoessel, Referatsleiter Liegenschaften im Bildungsressort, dem Bildungsausschuss des Gröpelinger Beirats mitgeteilt hat. Und die Ergebnisse sind positiv: In dem Gebiet sind keine schützenswerten oder bedrohten Arten heimisch und das (auch im Zusammenhang mit Vereinssport) erwartete Verkehrsaufkommen brächte für die Nachbarschaft keine außergewöhnlichen Beeinträchtigungen mit sich. Auch eine Machbarkeitsstudie mit einer guten Lösung für Standort und Baukörper liegt schon vor, die noch mit der Stadtplanung abgestimmt und voraussichtlich im Januar öffentlich vorgestellt werden soll.

Fehlt nur noch ein Bodengutachten, das Stoessel zufolge aus Kostengründen dann auf den Weg gebracht werden soll, wenn das Baufeld feststeht. Im Erdreich werden Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) vermutet. Läuft alles nach Plan, so könnte ab Frühjahr 2023 gebaut werden, bei einer veranschlagten Bauzeit von zwei Jahren wäre der Komplex mit Unterrichtsräumen und Turnhalle dann 2025 fertig.

Im November 2016 war die erst kurz zuvor fertiggestellte Schulturnhalle der Schule im Park durch ein Feuer zerstört worden. Aus der Versicherung werden Stoessel zufolge etwa 1,5 Millionen Euro in den Neubau fließen: „Dieses Geld verfällt auch nicht.“ Da auch die Ausstattung der Halle versichert war, stehen außerdem weitere 130 000 Euro zur Verfügung. Mit einem Teil dieser Mittel können nun Geräte für die mobile Halle angeschafft werden, die in diesem Herbst als Übergangslösung für die Oberschule im Park auf dem Gelände des Sportvereins Grambke Oslebshausen (SVGO) an der Sperberstraße aufgebaut worden ist.

Mobile Halle für zwei Jahre genehmigt

Aufgrund der Bestimmungen für sogenannte fliegende Bauten darf die Zwei-Feld-Halle nur zwei Jahre lang genutzt werden und stünde somit bis Ende 2024 zur Verfügung. Um die Zeit bis zur Fertigstellung des Hallen-Neubaus zu überbrücken, sollte sich die Ortspolitik somit rechtzeitig für eine Verlängerung der mobilen Halle einsetzen, regte nun Bernd Brejla (Linke) vorsorglich an: „Die mobile Halle scheint sehr solide und auch recht gut geeignet zu sein.“

Stoessel

geht davon aus, dass in den kommenden Jahren die Sporthallenflächen im Westen für den Schulsport ausreichen werden. Schließlich entstünden an drei weiteren Standorten ebenfalls neue Turnhallen: Bei der Grundschule an der Oslebshauser Heerstraße sind die Rohbauarbeiten fast abgeschlossen, dort soll im Juli die neue Ein-Feld-Halle fertig sein. Ende 2022 soll auch die neue Zwei-Feld-Halle der Oberschule Ohlenhof stehen und als Termin für den Neubau einer Ein-Feld-Halle für die Grundschule Humannstraße ist 2023 avisiert. „Insofern sind genug Hallen in der Pipeline“, so Stoessel.

Neues Jahrgangshaus für Grundschule

Auch wenn bei der Grundschule an der Oslebshauser Heerstraße im Anschluss an die Turnhalle ab Juni das zusätzliche Jahrgangshaus gebaut werde, könne die Turnhalle gleich nach Fertigstellung genutzt werden, ergänzte dazu Schulbau-Koordinator Götz Brinkmann. Der vierte Jahrgang der Grundschule wird seit 2018 in einem Mobilbau auf dem Grundstück an der Ritterhuder Heerstraße/Piepengraben unterrichtet. Diese Container können Brinkmann zufolge noch so lange genutzt werden, bis voraussichtlich im Juni 2022 der Neubau auf dem Schulgelände fertig ist.

An der 2010 gestarteten Neuen Oberschule Gröpelingen (NOG) läuft die Sanierung des Altbaus weiter; aktuell ist der Südflügel dran, der Stoessel zufolge planmäßig im kommenden Jahr fertig wird. Die NOG und die benachbarte Grundschule an der Humannstraße haben sich vor zwei Jahren auf den Weg gemacht, um zum Schul-Campus Gröpelingen zusammenzuwachsen. Die im Sommer 2017 gestartete Grundschule, die momentan noch ein altes Schulgebäude und einen Mobilbau nutzt, bekommt einen Neubau mit Mensa und Turnhalle neben der NOG – kürzlich war Spatenstich, Anfang kommenden Jahres wird es Stoessel zufolge mit den Bauaktivitäten dann richtig losgehen.

Auch auf der Baustelle an der Ecke Halmerweg/Mählandsweg beim Rangierbahnhof laufen die Bauarbeiten nach Plan, dort entstehen Neubau und Turnhalle der zum Schuljahr 2012/13 gestarteten Oberschule Ohlenhof, die wiederum mit der Grundschule am Halmerweg, dem Freizi Gröpelingen und dem Spielhaus Wilder Westen zum Campus Ohlenhof zusammenwächst.

Campus Ohlenhof kommt voran

Die Ortspolitiker interessiert in diesem Zusammenhang vor allem, was später mit dem Mobilbau hinter der Grundschule – beziehungsweise der Fläche darunter – geschehen soll, in dem die Oberschule derzeit noch untergebracht ist. Eine Kita an diesem Standort würde den Campus vervollständigen, griff Ausschusssprecher Martin Reinekehr (SPD) eine Idee aus dem Stadtteil auf. In der Behörde findet dieser Vorschlag aber offenbar keine Fürsprecher: Der Bedarf an Kitaplätzen ist Stoessel zufolge mit der Kita gedeckt, die demnächst auf einem ehemaligen Spielplatz am Ende der Marienwerderstraße gebaut wird. Die räumliche Entfernung zwischen den einzelnen Campus-Einrichtungen sei seiner Meinung nach auch gar nicht so entscheidend, merkte dazu Lutz Liffers (Grüne) an: „Wichtig ist eher ein gutes Konzept.“ An der Grundschule am Halmerweg, die seit Langem auf eine Sanierung wartet, sei sein Haus „rudimentär dran“, so Stoessel. Hierüber solle bei seinem nächsten Besuch im Bildungsausschuss gesprochen werden.

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