Kindergarten im Wald Schwanewede sucht Standort für neue Gruppe

Soll die Gemeinde Schwanewede einen Waldkindergarten bekommen? In einem Bericht der Verwaltung werden die Vorteile von vier möglichen Standorten verglichen.
07.04.2015, 00:01
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriela Keller

Soll die Gemeinde Schwanewede einen Waldkindergarten bekommen? Die Idee ist nicht neu. Schon zwei Anläufe gab es für die Einrichtung eines Kindergartens in freier Natur. Sie verliefen im Sande. Nun haben SPD und Grüne auf Wunsch einiger Eltern die Diskussion mit einem Antrag erneut entfacht. Im November forderte der Ausschuss für außerschulische Kindererziehung die Verwaltung auf zu prüfen, wo und unter welchen Voraussetzungen die Einrichtung eines Waldkindergartens in der Gemeinde möglich ist.

Jetzt liegen Ergebnisse vor. Die Verwaltung hat unter anderem eine Kostenkalkulation vorgenommen. Danach ist mit rund 55 000 Euro als einmalige Ausgabe für einen Bauwagen, der bei Regen als Gruppenraum dient, und für eine Erstausstattung zu rechnen. Die jährlichen Betriebskosten, in erster Linie für Personal, veranschlagt die Verwaltung mit rund 90 000 Euro.

Im Gegenzug erwartet sie Einnahmen von etwa 35 000 Euro durch Elternbeiträge, Zuschüsse vom Landkreis und vom Land. Eine Waldkindergarten-Gruppe mit maximal 15 Kindern zwischen drei und sechs Jahren muss von zwei Fachkräften betreut werden. Laut Verwaltung wären zwei Mitarbeiterinnen aus dem Kreis der gemeindeeigenen Kindergärten bereit, die Gruppe zu betreuen. Unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde den Waldkindergarten betreibt. Darauf würde es nach aktuellem Stand auch hinauslaufen.

„Die kirchlichen Träger haben derzeit kein Interesse am Betrieb einer Waldkindergarten-Gruppe. Eine Elterninitiative, die die Einrichtung gegebenenfalls betreiben möchte, ist nicht bekannt“, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für außerschulische Kinderbetreuung. Dort steht das Thema am Dienstag, 14. April, auf der Tagesordnung. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratssaal.

In dem Papier werden auch vier mögliche Standorte für einen Waldkindergarten dargestellt. In seiner November-Sitzung brachte der Fachausschuss den Forst „Schmidts Kiefern“ in Brundorf ins Gespräch. Die Verwaltung führte daraufhin Gespräche mit den Landesforsten sowie den Naturfreunden Vegesack, die im Brundorfer Wald ein Haus betreiben.

Die Naturfreunde würden kein Grundstück zum Spielen und auch keinen Schutzraum als Unterschlupf bei Sturm zur Verfügung stellen, hat die Verwaltung in Gesprächen mit dem Vereinsvorsitzenden erfahren. Der Verein sei bereit, einen Platz für den Bauwagen anzubieten. Die Kinder könnten auch die Toilette im Naturfreundehaus benutzen. Dafür erwarten die Naturfreunde eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde an den Reinigungskosten und eine monatliche Entschädigung von 150 Euro.

Die Landesforsten würden unentgeltlich ein Waldstück in der Nähe des Naturfreundehauses für die Waldgruppe bereitstellen, beruft sich die Verwaltung auf Gespräche mit dem Brundorfer Revierförster Bernd Wiedenroth. Es handele sich um das Gelände, auf dem die Waldjugendspiele ausgetragen werden.

Hier sei auch Platz für einen Bauwagen und eine Toilettenanlage. Im Notfall könnte das Dorfgemeinschaftshaus in Brundorf als Schutzraum dienen. Eine Bedingung stellen die Landesforsten für den Betrieb des Waldkindergartens auf ihrem Grund und Boden: Zwei Mal im Jahr soll es eine Waldbegehung und jährlich eine Schulung für die Mitarbeiter des Waldgruppe geben. Als Alternative zu Brundorf bieten die Landesforsten ein Waldgelände in Eggestedt an. Bei sehr schlechtem Wetter könnten die Kinder im Schulungsraum des Feuerwehrhauses Schutz suchen.

Die Gemeinde könnte auch ein eigenes Waldgrundstück im Bereich Kreienmoor/Ecke Sandbergweg in Schwanewede anbieten. In der Nähe befindet sich der Kindergarten Dreienkamp. Hier könnten die Waldkinder nicht nur bei Sturm im Bewegungsraum unterkommen. Die Gruppe könnte auch an den Kindergarten angebunden werden. Für das Waldgrundstück spricht aus Sicht der Verwaltung die zentrale Lage.

Andererseits sieht man im Rathaus die Gefahr, das Jugendliche die Anlage zerstören könnten. Weil der Kindergarten mit den Waldkindern auf sechs Gruppen anwachsen würde, eine Einrichtung laut Gesetz aber nur maximal fünf Gruppen haben darf, wäre eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Die Verwaltung hat bei der Landesschulbehörde vorgefühlt. „Hier würde ausnahmsweise die Landesschulbehörde ihre Zustimmung geben“, heißt es. In Brundorf oder Eggestedt ist eine Anbindung an einen vorhandenen Kindergarten nicht möglich.

Bei der Entscheidung über eine Waldgruppe wird die Frage des Bedarfs mit eine Rolle spielen. Der Verwaltung liegen derzeit nach eigenen Angaben neun Interessensbekundungen von Eltern aber keine konkreten Anmeldungen vor.

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