Top Job: Erster Schritt in die Berufswelt Schwellenangst vergeht wie im Flug

Osterholz. Die "Top Job" baut auf den direkten Draht zwischen jungen Leuten. Zum größten Teil betreuen auch Auszubildende die Stände der von Handelskammer und Weserpark organisierten Messe zur Berufsorientierung von Schülern.
18.02.2010, 12:06
Lesedauer: 3 Min
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Schwellenangst vergeht wie im Flug
Von Ulrike Troue

Osterholz. Mancher Schüler und manche Schülerin wandelt noch etwas zögerlich durch die Messe-Meile im Weserpark. Doch die Schwellenangst vergeht wie im Flug bei den ersten Kontakten mit den Auszubildenden und Vertretern der rund 30 Firmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, die den jungen Leuten bei der „Top Job“-Messe durchweg detaillierte Auskünfte geben und sie zum nächsten Schritt in die Jobwelt ermutigen.

Einen Gesamtüberblick über die 80 vorgestellten Ausbildungsberufe können sich die Mädchen und Jungen auf Anhieb natürlich nicht verschaffen. Aber durch die geballten Informationen bekommen sie wichtige Anhaltspunkte für die berufliche Orientierung.

So wie Anna Mohr aus Kattenturm. Für die 23-Jährige hat die „Top Job“ vor Jahren den Anstoß für eine Ausbildung zur Physiotherapeutin gegeben. „Ich wusste schon immer, dass ich viel mit Menschen arbeiten und helfen will“, sagt sie.

Messebesuch ermutigt

Auf der Messe habe sie eine ehemalige Schülerin der Fachschule kennengelernt, die sie zur Bewerbung ermuntert hat. "Das ist genau das Richtige für mich“, resümiert die Auszubildende im dritten Lehrjahr und lobt die breit angelegte Ausbildung, in der die Abiturientin alle Abteilungen und viele Häuser des Klinikverbundes Nord durchlaufen hat.

„Viel Spaß machen Chirurgie und Orthopädie“, sagt sie und plant, nach dem Examen als Physiotherapeutin für den Sportbereich zu arbeiten.

Mit der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker hat sich offenbar auch für Björn Olson ein Traum erfüllt. „Ich habe mich schon als Kind für Autos interessiert“, bekennt der 17-Jährige.

Nach einem Praktikum bei Mercedes stand für ihn fest: Da bewerbe ich mich. Es hat geklappt.

Breite Basisqualifikation

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, erklärt der Osterholzer, „und schon vieles kennengelernt.“ Als Beispiele für eine gute Basisqualifikation zählt der Auszubildende im ersten Lehrjahr unter anderem die Montage von Motoren oder seine Mithilfe beim ausgestellten C-Klasse-Renner auf, mit dem die SG-Stern auf dem Nürburgring startet.

Dass sie im ersten Ausbildungsjahr schon viele wichtige Handgriffe gelernt hat, hebt ebenfalls Sahrah Cathrin Godschalk heraus. Die Huchtingerin hat „schon immer gerne gebastelt“ und in der Realschule am liebsten Physik und Mathe gehabt.

Erwartungen übertroffen

Nach ihrem Praktikum bei der Bundeswehr im Bereich Elektronik ist sie übers Internet auf Airbus gestoßen und hat sich dort für die Ausbildung Elektroniker für Luftfahrttechnische Systeme beworben.

Nach den ersten Monaten in der Ausbildungswerkstatt ist die 17-Jährige nun in der Halle für die Flügelausrüstung mit der Kabelbündelfertigung betraut. Das ist aus ihrer Warte vielfältig und mit Verantwortung verbunden.

„Zurzeit lernen wir das Drehen und Fräsen, das hatte ich bei Elektrotechnik gar nicht erwartet“, fügt Sahrah Cathrin hinzu und wirkt sehr zufrieden.

Gute Botschafter ihrer Zunft

Überzeugende Botschafter der Berufskraftfahrer-Zunft sind Andreas Rieckmann und Alexander Zwick. Ihr Antrieb war, große Fahrzeuge zu lenken.

Für den 25-jährigen Andreas aus Walle war zudem der Bedarf nach Fachkräften in dieser Branche ein Grund, bei klassischem Fernverkehr einzusteigen. Denn der ausgebildete Kfz-Mechatroniker hat nach der ersten Lehre keine feste Stelle gefunden.

„Die Technik hat halt interessiert, aber die muss man auch bedienen können“, betont der 20-jährige Alexander aus Findorff. „Außerdem trägt man große Verantwortung für sich, andere Verkehrsteilnehmer und die Ladung, die tausende von Euro Wert sein kann“.

Klassen zeigen oft wenig echtes Interesse

Die „Top Job“ hat viele berufliche Möglichkeiten aufgefächert. „Aber viele wissen überhaupt nicht, welche Ausbildungsangebote wir machen“, bedauert Bernd Schröder, Vocational Trainer bei Airbus.

Ihm seien viele Schulklassen relativ unvorbereitet vorgekommen. Die Schülerinnen und Schüler hätten mit Laufzetteln Standards abgefragt, gezielte Nachfragen gab es selten.

Diese Einschätzung teilen Anna Mohr am Stand der Fachschule für Physiotherapie und AOK-Mitarbeiter Tobias Buchhold. Er ist im Innen- und Außendienst tätig und unterrichtet außerdem Jugendliche in Bewerbung und Business Assessment.

„Der häufigste Fehler ist, dass sie sich zu spät bewerben“, sagt er. Sein Tipp: Zwölf bis 14 Monate vorher.

Ein weiteres Angebot, sich über Ausbildungsberufe in Bremen zu informieren, ist die „job4u-ESF-Ausbildungsmesse“ am 7. und 8. Mai am Airport.

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