Festival Maritim 2011 Sea-Music-Szene kommt nach Vegesack

Bremen. "Ein Sommerwochenende im Zeichen von Musik und Meer" - mit diesen Worten lädt der Bremer Norden von Freitag bis Sonntag zum 13. Festival Maritim nach Vegesack.
04.08.2011, 05:00
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Sea-Music-Szene kommt nach Vegesack
Von Edith Labuhn

Bremen. "Ein Sommerwochenende im Zeichen von Musik und Meer" - mit diesen Worten lädt der Bremer Norden von Freitag bis Sonntag zum 13. Festival Maritim nach Vegesack. Rund um den historischen Hafen über die Maritime Meile bis hinauf in die Fußgängerzone verwandelt sich der Stadtteil an der Weser ab Freitag in ein Paradies für Liebhaber der internationalen Sea Music - Lichtinstallationen, Kutterpullen und Feuerwerk inklusive.

Dass sie feiern können, stellen die Vegesacker nahezu unermüdlich unter Beweis. Von April bis Oktober vergeht zwischen Hafenfest und Loggermärkten kaum eine Woche ohne lokales Event. Mit seinem Festival Maritim aber hat der Stadtteil inzwischen so etwas wie Weltruhm erlangt - auf jeden Fall unter denen, die sich dem weitgefächerten Genre der Sea-Music verschrieben haben. Das geht so weit, dass dieses Jahr im niederländischen Rotterdam sogar per Wettbewerb darüber entschieden wurde, welche Musiker an die Weser fahren. Den Sieg davongetragen hat die Gruppe Muiterij Kantje Boord, die sich mit gefühlvoll-dramatischen Songs gegen 41 Konkurrenten durchsetzen konnte.

Die Niederländer und drei weitere Gruppen eröffnen am Freitag, 5. August, um 20 Uhr den musikalischen Teil des Festivals - erstmals in der Vegesacker Stadtkirche mit ihrer besonderen Akustik. Dies ist die eine Ausnahme des seit zwölf Jahren bewährten Prinzips "umsonst & draußen": Kostenfrei ist der Eintritt zwar auch hier, doch weil Vegesack sich als der "maritimste Stadtteil Bremens" und damit in enger Verbindung zur Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) betrachtet, nutzen die Festivalmacher vom Vegesack Marketing e.V. den Abend, um die Arbeit der Seenotretter vor- und eine Spendenbox für die DGzRS aufzustellen.

Möglicherweise machen flirrende Sirenengesänge diese Bitte unwiderstehlich, denn als weitere Festival-Newcomerin tritt die neunköpfige polnische Frauenformation "Indygo" zum Eröffnungskonzert an. Die Ankündigung ihres vier- bis siebenstimmig vorgetragenen Repertoires von gospeligen Seefahrtsliedern bis zu Irish Folk klingt sehr verheißungsvoll. Auch für Mitorganisator Fritz Rapp vom Vegesack Marketing gehören sie zu den Highlights. "Ganz ohne Chauvinismus: Bemerkenswert, wie diese jungen Frauen dieses klassisch männlich besetzte Genre aufmischen." Mehr und mehr sind die Organisatoren in den vergangenen Jahren in aktuelle musikalische Entwicklungen eingetaucht und haben die Veranstaltung so auch für junge Leute interessant gemacht. Eher in Richtung Rock driften etwa die sechs Musiker und Musikerinnen von "Irish Stew", verstehen sich mit ihrem Instrumentarium von Cello, Mandoline und traditioneller Bodrán-Trommel aber ebenso auf stimmungsvolle Balladen. "Dealan" aus Spanien - ein weiterer Neuzugang im Programm - geht wiederum eher experimentelle Wege, indem sie unterschiedlichste musikalische Kulturen unter Anleihe mediterraner Traditionen mit modernen Beats mischen.

"Raue Kerle und stimmgewaltige Chöre"

Natürlich sind klassische Shantys, mit denen anfangs nahezu das gesamte Festival bestritten wurde, immer noch mit von der Partie. "Raue Kerle und stimmgewaltige Chöre aus ganz Europa" gehören zum besonderen Flair dieser Veranstaltung. Doch inzwischen kommt mit über 30 Gruppen und ihren kreativen Spielarten um ferne Länder, raue Winde und weite See die gesamte Bandbreite der internationalen Sea-Music-Szene nach Vegesack. Und: "Sie bleiben während des Festivals hier", freut sich Fritz Rapp, "sind immer wieder auf anderen Bühnen oder an einer Straßenecke zu entdecken" - weshalb es sich wunderbar planlos zwischen den zehn Bühnen flanieren lässt.

Auch jenseits der Konzerte gibt es ein pralles Rahmenprogramm mit Schiffsverkehr zum Schaufenster Bootsbau, Kutterpullen, Ausstellungen und Familienspaß am Hafen. Mit Letzterem beginnt der Festivalzauber am Freitag schon um 14 Uhr. Zwischen Bungee-Trampolin und Skate-Parcours verschaffen Spiel-, Bastel- und Schminkstände Kurzweil. Und auch der unverzichtbare Captain Säbelzahn wird wieder kleine Seeräuber in den Bann ziehen.

Zum Ende des Festivals am Sonntagabend wird es wieder besonders stimmungsvoll. In einem schon fast legendären Shanty-Slam lassen sich fast alle Musiker noch einmal in einer Art Schnelldurchlauf erleben, bevor das Höhenfeuerwerk den Schlusspunkt setzt.

Festival Maritim vom 5. bis 7. August in Vegesack: Das Programm mit Beschreibungen aller Gruppen und Veranstaltungen ist im Internetabzurufen.

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