Fahrt mit den Traditionsschiffen des Museumshafens Vegesack schließt die Saison ab Seemannsschnack und Seehundschau

Von Christina Klemke
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Von Christina Klemke

Vegesack. 'Anker lichten' hieß es am vergangenen Sonnabend für die Schiffe des Museumshafens Vegesack. In einer Kolonne starteten die zehn Schiffe im Vegesacker Hafen um Kurs auf den Anlegeplatz in Brake zu nehmen. Mit diesem Törn wurde die Sommersaison offiziell beendet. Neben 'Orion', 'Atlantic', 'Kormoran' und vielen weiteren Schiffen schloss sich auch das 'Löschboot 1' der großen Abschlussfahrt an, das die gesamte Flotte anführte.

Am Zielort angekommen, gab es an der 'längsten Flusstheke Deutschlands' heiße Erbsensuppe für die durchgefrorene Meute. Wie in einem Chor dröhnen die Schiffshupen der alten Traditionsschiffe im Vegesacker Hafen. Die Besatzung macht sich bereit, denn gleich geht er los - der letzte gemeinsame Törn dieser Saison. Rund um den Hafen haben sich schon die ersten Schaulustigen versammelt, die dieses seltene Spektakel nicht verpassen wollten.

Traditionsfahrt seit fünf Jahren

Darum soll es bei diesem maritimen Ereignis auch gehen, wie der Organisator des Museumshafens Vegesack, Horst Bullmahn erklärt: 'Diese Aktion ist eine Traditionsfahrt, die hier in Vegesack seit mittlerweile fünf Jahren stattfindet. Einmal im Jahr starten alle Schiffe des Museumshafens, um damit die Saison zu beenden. Wir wollen aber natürlich auch, dass einmal sämtliche Traditionsschiffe unseres Vereins in Vegesack gesehen und bestaunt werden können.' Bullmahn gehört zu den Besatzungsmitgliedern des 1941 gebauten 'Löschboot 1', das an diesem Tag auch als erstes Schiff die Anker lichtet und die ganze Flotte anführen soll. Das circa 20 Meter lange und fünf Meter breite Schiff nimmt mit seinen Besatzungsmitgliedern und rund zehn Gästen Kurs auf den Anlegeplatz in Brake, wo das traditionelle Erbsensuppenessen schon sehnlichst erwartet wird, denn bei einer Schiffsfahrt auf der Weser darf das raue, typisch norddeutsche Wetter natürlich nicht fehlen.

Doch die wunderschöne Aussicht vom Wasser auf die Küste entschädigt dann auch das Frösteln der meisten Gäste. Die Hartgesottenen unter ihnen bleiben an Deck und betrachten die Natur, halten mit dem Fernglas Ausschau nach Seehunden oder sehen dabei zu, wie das Löschboot die meterhohen Wasserfontänen in die Luft spritzt. Andere machen es sich lieber im Mannschaftsraum gemütlich und wärmen sich mit heißem Kaffee wieder auf, während die Besatzungsmitglieder sie mit ihrem 'Seemannsschnack' bei Laune halten. 'Mir macht so eine Schiffsfahrt großen Spaß. Ich wollte schon früher immer zur See, aber mir hat sich nie die Chance dafür ergeben. Deshalb nutze ich jede Gelegenheit, um so eine Fahrt mitzumachen', sagt Fahrgast Rainer Weidemann.

Vorbei an Elsfleth ist nach etwa einer Stunde Schifffahrt auch schon der Anlegeplatz von Brake in Sicht. Das 'Löschboot 1' legt als erstes Schiff der Flotte im Hafenbecken an. Während die Besatzungsmitglieder noch alles für das gemeinsame Abschlussessen vorbereiten, trudeln auch die anderen neun Schiffe langsam im Hafen ein.

'Gleich gibt es unsere traditionelle Erbsensuppe auf der längsten Flusstheke Deutschlands', sagt Besatzungsmitglied und Maschinist Herbert Monsees und meint damit die Geländer am Hafensteg, die sich tatsächlich wunderbar als Theke eignen. Dort stärken sich alle Besatzungsmitglieder und Fahrgäste noch einmal, bevor sie wieder Kurs in Richtung Heimathafen nehmen und damit die Schifffahrtssaison für dieses Jahr offiziell beenden. 'Das war eine gelungene Fahrt und ein ehrenvoller Abschluss', sagt Monsees, der sich aber jetzt schon auf die kommende Saison freut.

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