Malgruppe der Seniorenwerkstatt in der Egestorff-Stiftung zeigt Aquarellbilder von Eulen und anderen nachtaktiven Vögeln Selbst das Käuzchen ist jetzt den ganzen Tag über zu sehen

Tenever. 'Ich war noch nicht richtig zufrieden, hätte weitermalen können, besonders am Hintergrund und den Augen', sagt Waltraut Elmers aus der Focke-Wulf-Siedlung über ihr gerahmtes Käuzchen. 'Aber die Anderen sagten, jetzt ist es gut.' Ihr Aquarell ist ein Beitrag in der laufenden Ausstellung 'Wat de een sien Uul...', die im Café und in den Gängen der Egestorff-Stiftung in Tenever gezeigt wird. Die Eröffnung am Montag lockte viele Bewohner des Heimes, ihre Angehörigen und 40 weitere Gäste an.
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Von Edwin Platt

Tenever. 'Ich war noch nicht richtig zufrieden, hätte weitermalen können, besonders am Hintergrund und den Augen', sagt Waltraut Elmers aus der Focke-Wulf-Siedlung über ihr gerahmtes Käuzchen. 'Aber die Anderen sagten, jetzt ist es gut.' Ihr Aquarell ist ein Beitrag in der laufenden Ausstellung 'Wat de een sien Uul...', die im Café und in den Gängen der Egestorff-Stiftung in Tenever gezeigt wird. Die Eröffnung am Montag lockte viele Bewohner des Heimes, ihre Angehörigen und 40 weitere Gäste an.

Die Umwelt-Lernwerkstatt, kurz ULE, zeigte präparierte Eulen und erzählte Wissenswertes über die nachtaktiven Räuber. Auch die Senioren haben sich etwas einfallen lassen zu ihrer Vernissage. Den Kaffeegästen backten und spendierten sie Eulenkekse, mit Nasen aus Mandelhälften und Augen aus Rosinen. Die über 80-jährige Hanna Winterberg malte Eulen und dichtete Zeilen, die sie zu den Klängen der Vogelhochzeit vortrug.

Immer noch kommt sie mehrfach in der Woche in die Seniorenwerkstatt, um an den vielen Angeboten teilzunehmen, ebenso wie Waltraut Elmers, die 19 Jahre in der Stiftung gearbeitet hat und seit 13 Jahren im Ruhestand ist. Sie singt im Chor der Stiftung und in einem weiteren und malt seit einigen Jahren. An jedem der Kurse mit Ulrike Schulte hat sie teilgenommen. Die zehnköpfige Malgruppe besteht seit drei Jahren. Kontinuierlich, jeweils im Frühjahr und im Herbst, laufen zehnwöchige Kurse.

Gesellige Stunden

Leiterin Ulrike Schulte aus Kassel hat Kunst studiert. Sie unterrichtet vier Monate jährlich in ihrer Mal-Kolonie in Wellinghausen in Hessen. Sonst lebt und arbeitet sie in Bremen. In den geselligen Kursen schult sie den Blick der Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand von Vorlagen und Fotos. Zwei der ausgestellten Eulen sind freie Arbeiten.

Mit Stiften skizzieren und mit Aquarellfarben vollenden die Teilnehmer im Alter ab 50 Jahren ihre Werke, an denen sie drei bis vier Wochen feilen. Sie arbeiten sich von hellen Farben zu den Dunklen. So entstanden das Eulenküken mit dem zarten Flaum, die drei Braungetönten auf einem Zweig oder die blaue Fantasieeule mit den zerlaufenden Konturen und auch die Eule in der Nacht von Dorothea Sovade und die pfiffige Eule von Ute Breitfeld.

Auf die Eulen kamen die Malerinnen und Maler durch den Umzug des Kurses in die Räume der Umwelt-Lernwerkstatt, kurz ULE. Demnächst ziehen sie in einen neu errichteten Wintergarten, bei idealen Lichtverhältnissen arbeiten sie dann zum Thema Wasser.

Barbara Heller aus dem Geteviertel ist die Leiterin der Seniorenwerkstatt und betreut geradezu leidenschaftlich das sehr umfangreiche Angebot: Selbstverteidigung, Gelee einkochen aus Früchten aus dem stiftungseigenen Obstgarten, Gedächtnistraining, Korbflechten, Spielenachmittage, Anlegen von Beeten, Weihnachts- und Osterbasteleien bis zu Töpfern, Malen und Holzarbeiten. 'Wir sind kein reines Pflegeheim', betont Heller. 'Ideen aufgreifen und daraus Projekte machen, die Teilnehmer aktivieren und zu Leitern machen, das ist am Besten', schwärmt sie.

In die Nachbarschaft eingebunden

Die Werkstattangebote richten sich an Bewohner des Stifts, ebenso wie an die Nachbarn im Stadtteil. Angekündigt werden Ideen und Kurse in einem weiteren Projekt, der Stiftungszeitung 'Egestorffer Bote'. Über die Veröffentlichungen der Ideen sammelt Heller Interessierte. Bei Kinderprojekten arbeitet sie mit dem Quartier oder der ULE zusammen.

'Ich kann organisieren. Ich kann gut Bedürfnisse raushören und freue mich an den Menschen. Niemand muss allein sein. Aber in den Kursen kann ich am besten etwas festhalten', sagt Barbara Heller. 'Wat de een sien Uul...'

Im Café sind nach der Vernissage alle Tische besetzt. Rummikubsteinen und Halma- Männchen gehört die ganze Aufmerksamkeit.

Die Bilder sind bis auf weiteres im Café der Egestorff-Stiftung, Stiftungsweg 107, zu sehen

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