Die Biker-Rock ’n’Roller „Daalschlag“ veröffentlichen ihr drittes Album in Eigenregie

Selbst ist der Rocker

Schwanewede/Bremen-Nord. Schöne Frauen, kühle Getränke und allen voran heiße Öfen – diese drei Themen stellen den zentralen Komplex des lyrischen Kosmos der rockenden Biker „Daalschlag“ dar. Seit der Gründung im Jahr 2011 sorgte das Quartett damit nicht nur in der norddeutschen Motorradszene für Furore.
22.04.2017, 00:00
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Von Christian Pfeiff
Selbst ist der Rocker

Die vier Musiker setzen auf Eigeninitiative, haben sich damit schon eine große Fangemeinde erspielt und bringen mittlerweile in Eigenregie ihr drittes Album unter dem vielversprechenden Titel „Bikerseele“ auf den Markt: Tim Erasmi, Marco Liedtke, Claus Wiechert und Daniel Rohr (von links) alias „Daalschlag“.

Christian Pfeiff

Schwanewede/Bremen-Nord. Schöne Frauen, kühle Getränke und allen voran heiße Öfen – diese drei Themen stellen den zentralen Komplex des lyrischen Kosmos der rockenden Biker „Daalschlag“ dar. Seit der Gründung im Jahr 2011 sorgte das Quartett damit nicht nur in der norddeutschen Motorradszene für Furore. Hunderte Besucher des „Rock den Deich“-Open Airs sangen 2015 in Schwanewede diese Texte lauthals mit, aber auch auf dem Berliner „Jamboree“-Open Air, dem „Kerwe Rock“-Festival im Vogtland und bei vielen weiteren Konzerten setzten „Daalschlag“ bereits eindrucksvolle Duftmarken.

Nun haben die vier „Daalschläger“ ihr mittlerweile drittes Album fertiggestellt, das in den kommenden Tagen im Eigenvertrieb erscheinen wird. Nicht nur musikalisch ist sich der Vierer dabei treu geblieben: Auf „Bikerseele“ – so der Albumtitel – verfolgt die selbst ernannte „hässlichste Kapelle der Stadt“ ihre mittlerweile bewährte musikalische Mischung aus Rock-, Metal- und gelegentlichen Countryversatzstücken konsequent weiter. Damit beweist die vier Musiker einmal mehr ihr Händchen für eingängige deutschsprachige Songs, die sich zumeist bereits schon beim ersten Hören problemlos mitsingen lassen. Textlich zeigt sich die Band wie gewohnt überaus humorvoll und selbstironisch und widerspricht hiermit subtil dem gängigen Klischeebild, das in den vergangenen Monaten durch den medialen Diskurs von Anhängern der Bikerkultur gezeichnet wurde. Gerade in dieser Szene stoßen „Daalschlag“ mit ihrem Gute-Laune-Rock auf große Gegenliebe: „Etwa zwei Drittel unserer Auftritte finden derzeit auf Bikerpartys statt“, verrät Bassist Daniel Rohr.

Der Aspekt, mit diesem Rezept bereits auch einen prägenden Einfluss für weitere regionale Bands darzustellen, erfüllt die Bandmitglieder mit latentem Stolz: „Hinter dieser ganzen Bikersache steckt ja keine Strategie und kein Kalkül. Das Motorradfahren und alles, was damit zusammen hängt, hat uns als zentrales Thema aus unserem Privatleben quasi angesprungen“, erzählt Rohr. Sänger und Gitarrist Claus Wiechert ergänzt: „Dazu sind mir halt gleich eine ganze Reihe von Geschichten und Themen eingefallen, die ich in den Texten erzählen kann. Meine Texte entstehen immer aus dem Bauch heraus.“

Diese handeln einmal mehr von klassischen Motorradmarken wie der „Knucklehead“. Den Songtitel „Schwarz, tief, breit und laut“ widmete Wiechert hingegen seiner eigenen Harley Evolution. Für die im Regelfall mit einem deutlichen Augenzwinkern ausgestatteten Texte zeichnet Wiechert einmal mehr allein verantwortlich, die Musik stammt von Wiechert und Leadgitarrist Marco Liedtke.

Beide sind ein langjährig eingespieltes Team, das bereits im Dienst der nordbremer Heavy Metal-Legende „Unrest“ gemeinsam die Äxte schwang. Der Song „Pommes und Bratwurst“ stellt eine Reminiszenz an diese gemeinsame Vergangenheit dar, handelt es sich doch um eine akustische Adaption des „Unrest“-Songs „Sadness and Darkness“. Mit der Powerballade „Deutsches Land“, für welche die Band unlängst auch ein professionell gedrehtes Musikvideo produzierte, zeigt sich die Band sogar erstmals von einer sozialkritischen Seite. Wie auch bei den Vorgängeralben „Mopedmetal“ und „Der Mopedfahrer“ schlüpfte Liedtke zudem einmal mehr in die Rolle des Produzenten. Die Aufnahmen des Albums erfolgten sowohl im eigenen Proberaum als auch bei den Bandmitgliedern zuhause. Obwohl „Daalschlag“ über die fünf Jahre ihres Bestehens auch das Interesse einiger Plattenfirmen erweckten, haben die Bandmitglieder diesbezüglich keine Eile: „Es gibt einige Angebote, die wir in nächster Zukunft eingehend überprüfen wollen. Schließlich sollte man bei so etwas nicht das erstbeste Angebot annehmen, die Chemie zwischen Band und Plattenfirma sollte ebenso passen wie das Geschäftsmodell des Labels“, begründet Rohr, der ebenso wie seine Bandkollegen über langjährige Szene-Erfahrung verfügt.

So wird das Album „Bikerseele“ zunächst in einer Auflage von 1000 Stück erscheinen, die im Selbstvertrieb auf Konzerten und über die Homepage der Band (www.daalschlag.de) erhältlich sein wird. Im Mai soll zudem ein offizielles CD-Releasekonzert im Vegesacker Muddy erfolgen. Genauer gesagt, die Fans von „Daalschlag“ sollten sich schon einmal den Freitag, 26. Mai, im Terminkalender ankreuzen. Beginn: 21 Uhr.

„Hinter dieser ganzen Bikersache steckt ja keine Strategie.“ Daniel Rohr, Bassist
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