Wohnsituation bleibt ein Thema Semesterstart in Bremen: Lesen, lernen, leben

Knapp 7900 Studierende sind in diesen Wochen in Bremen in das Wintersemester gestartet. Damit ist die Zahl der Studienanfänger zum Vorjahr gestiegen. Auch deshalb bleibt die Wohnsituation ein Thema.
13.10.2018, 17:16
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Semesterstart in Bremen: Lesen, lernen, leben
Von Lisa-Maria Röhling

Mit zahlreichen Vorkursen, Infoveranstaltungen und Parties sind in dieser Woche knapp 7900 Studierende an den staatlichen Hochschulen und der Universität in Bremen ins Wintersemester gestartet. Damit ist die Zahl der Studienanfänger im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Endgültige Zahlen für das gesamte Bundesland Bremen liegen bisher allerdings noch nicht vor. Wie in den Jahren zuvor bleibt auch die Wohnungssituation für Studierende in Bremen weiterhin angespannt.

Im vorherigen Wintersemester begannen in Bremen 6205 junge Menschen ein Studium an öffentlichen oder privaten Hochschulen. Insgesamt zählte Bremen 2017 demnach 37 800 Studenten. Aktuellen Schätzungen zufolge haben zusammengenommen in dem nun angelaufenen Wintersemester knapp 43 000 Erstsemester in Bremen und Niedersachsen ein Studium aufgenommen.

Nach Angaben der Universität Bremen haben 5000 Erstsemester ins Studienleben gestartet, 3600 von ihnen streben entweder einen Bachelorabschluss oder ein juristisches Staatsexamen an. In diesem Jahr seien an der Uni knapp 21 900 Bewerbungen für verschiedenen Studiengänge eingegangen. Die Zahl der Studieninteressenten lag hingegen bei 14 200, weil sich einige von ihnen für mehrere Bachelorstudienplätze beworben hatten. 8500 waren es bei den Masterstudiengängen.

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Auch wenn die Zahl der Erstsemester gestiegen ist: In Bremen und auch bundesweit haben sich nach Angaben der Universität weniger Menschen auf einen Studienplatz beworben. Trotzdem musste die Universität manchen Interessierten eine Absage erteilen. Besonders in den für ein Lehramt qualifizierenden Studiengängen, in Psychologie oder in den Medien- und Kunstwissenschaften bekam so mancher eine Ablehnung auf seine Studienplatzbewerbung.

Psychologie gehörte neben Betriebswirtschaftslehre und Psychologie laut Uni zu einem der drei beliebtesten Fächern in diesem Wintersemester. Für Psychologie gingen bis zu 20 Bewerbungen pro Studienplatz ein, insgesamt hatten sich 3152 Menschen auf lediglich 109 zu vergebende Studienplätze beworben, erklärte eine Sprecherin der Universität. Für Rechtswissenschaften waren es 1579 Bewerbungen, für Betriebswirtschaftslehre 1314.

Lehramt weiterhin beliebt

Zu den größten Erstsemestergruppen der Uni Bremen gehören auch in diesem Jahr wieder die Neulinge in Wirtschafts- und Rechtswissenschaften mit jeweils 450 und 250 Studienanfängern. Ein Soziologiestudium nahmen knapp 175 Erstsemester auf, 450 begannen ein Lehramtsstudium, ein Drittel davon für den Unterricht in der Grundschule. Bei den Lehramtsstudierenden ist außerdem laut Uni ein klarer Fächertrend zu erkennen: Bei den angehenden Lehrern für Gymnasien und Oberschulen liegen Germanistik, Biologie, Englisch und inklusive Pädagogik vorne, bei künftigen Grundschullehrern hingegen Germanistik, inklusive Pädagogik und Elementarmathematik.

Bei den vielen angehenden Bachelorstudierenden ist den Angaben der Universität zufolge das Fach Kommunikations- und Medienwissenschaften beliebt, meist in Kombination mit den Fächern Kulturwissenschaften, Kunst-Medien-Ästhetische-Bildung, Erziehungs- und Bildungswissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften.

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An der Hochschule Bremen haben nun knapp 1900 Menschen ihr Studium begonnen. Noch laufen einige Zulassungsverfahren, sagte ein Sprecher der Hochschule. Erst am 30. November stehe fest, wie viele Erstsemester es gibt. Allerdings gibt es nach den Bewerbungen schon einen klaren Trend, welche die beliebtesten Fächer in diesem Wintersemester sind: Für soziale Arbeit, Betriebswirtschaft und Tourismusmanagement interessierten sich demnach die meisten Studienanfänger.

An der Hochschule Bremerhaven sind 801 Erstsemester ins neue Studienjahr gestartet. Die beliebtesten Fächer unter den Bewerbern waren Betriebswirtschaftslehre und digitale Medienproduktion, bei denen 399 und 337 Interessierte einen Zulassungsantrag gestellt hatten. Nur knapp 50 Studierende bekamen einen Platz. Die meisten Einschreibungen gab es bei den Studiengängen Lebensmitteltechnologie/-wirtschaft, Transportwesen/Logistik und Medizintechnik mit jeweils 77, 64 und 65 Einschreibungen.

An der Hochschule für Künste haben 225 Erstsemester ihr Studium begonnen, 142 von ihnen im Fachbereich Kunst und Design, 83 im Fachbereich Musik. Insgesamt waren nach Angaben der Hochschule 1943 Bewerbungen für die Studienplätze eingegangen. Auch an der Bremerhavener Hochschule hat das Semester begonnen, 801 Erstsemester haben dort ihr Studium aufgenommen.

Wohnen bleibt ein Problem

Wie so oft zum Wintersemesterstart beschäftigt die Wohnsituation die Studierenden weiterhin. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln sind in den vergangenen acht Jahren in zahlreichen Städten die Mietpreise für Studierende drastisch gestiegen. In Bremen sind die Mieten für Studierende allerdings auf dem Vorjahresniveau geblieben, wie aus einer Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts in Kooperation mit dem Immobilienportal „WG-Gesucht.de“ hervorgeht, die Anfang September veröffentlicht wurde. Das bedeutet laut dem Institut für Arbeit und Wirtschaft (IAW): Studierende in Bremen bezahlen im Schnitt monatlich 372,80 Euro an Miete, in Bremerhaven sind es 305,45 Euro. Außerdem verwenden die meisten Studierenden, die nicht bei Eltern und Verwandten wohnen, knapp die Hälfte ihres Einkommens für die Miete.

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Das Studierendenwerk Bremen bestätigte die Erkenntnisse des IAW und betonte in einer Erklärung: „Die Belastung durch hohe Mietkosten, einen weiten Anfahrtsweg und Ähnliches kann im schlimmsten Fall zu einer Verlängerung des Studiums oder zu einem Abbruch führen.“ Nach eigenen Angaben kann das Studierendenwerk momentan knapp 6,28 Prozent der Studierenden einen Wohnheimplatz anbieten.

Die Bremer Studentenwohnheime sind derzeit komplett ausgelastet. Durch den Start der Mietverträge im neuen Studierendenwohnheim in der Anne-Conway-Straße sei nur eine minimale Besserung eingetreten. „Momentan gibt es immer noch eine Warteliste“, sagte Maurice Mäschig vom Studierendenwerk. Die Liste werde aktuell aber bereinigt, da sich viele Studierende wegen mehrerer Uni-Bewerbungen auch auf mehrere Wohnheimplätze beworben hätten.

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