Bremerhaven Senat finanziert Offshore-Terminal

Bremen. Der Bremer Senat hat die Finanzierungen für das 180 Millionen Euro teure Offshore-Terminal aus dem eigenen Haushalt beschlossen. Außerdem ist der Weg für den rund 200 Millionen Euro teuren Hafentunnel frei.
04.12.2012, 13:54
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste

Bremen. Zwei große Entscheidungen für Bremerhaven: Der Bremer Senat hat die Finanzierungen für das 180 Millionen Euro teure Offshore-Terminal aus dem eigenen Haushalt beschlossen. Außerdem ist der Weg für den rund 200 Millionen Euro teuren Hafentunnel frei.

Der Bremer Senat hat der Finanzierung von zwei Großprojekten für Bremerhaven zugestimmt. Die Senatoren entschieden am Dienstag, den Offshore-Terminal (OTB) nach dem Scheitern eines Investorenmodells aus eigener Kraft zu stemmen. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) sprach von der zentralen Infrastrukturentscheidung dieser Legislaturperiode. Die Gesamtkosten sollen 180 Millionen Euro betragen und über fünf Jahre aus dem Haushalt finanziert werden.

Außerdem stimmte der Senat der Finanzierung des gut 200 Millionen Euro teuren Hafentunnels zu, mit dem die Containerterminals besser an die Autobahn angebunden werden sollen. Den größten Teil der Kosten für den 1070 Meter langen Tunnel trage mit 120 Millionen Euro der Bund. Jeweils etwas mehr als 29 Millionen Euro stellt das Land für Planung und Bau bereit. Bremerhaven steuert gut 7 Millionen Euro bei, der Anteil der Hafenwirtschaft beträgt 15 Millionen Euro. Baubeginn soll im Frühjahr 2013 sein. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) freute sich über beide Entscheidungen: "Damit hat das Land Bremen sich zum Stellenwert des Wirtschaftsstandortes Bremerhaven bekannt."

Lesen Sie auch

Neue Schulden will Bremen für den Bau des Terminals, über den Bauteile für Hochsee-Windenergieanlagen verladen werden sollen, nicht machen. Der größte Posten soll mit gut 75 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Hafen kommen. "Früher wurden für große Hafeninvestitionen Kredite außerhalb des Haushalts aufgenommen, solche Schattenhaushalte gehören der Vergangenheit an", betonte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne).

Nach einem Gutachten der Prognos AG zum OTB hat Bremerhaven im Wettbewerb der Standorte Vorteile. Bis zum Jahr 2040 gibt es danach zwischen 8100 und 14 500 zusätzliche Beschäftigte. Wenn der Terminal nicht gebaut werden würde, wären Neuansiedlungen nicht mehr möglich. Die Zahl der Arbeitsplätze würde sich deutlich reduzieren. "All dies bekräftigt uns darin, den OTB zu bauen", sagte Wirtschaftssenator Marin Günthner (SPD).

Aus der CDU war bereits vor der Entscheidung Kritik gekommen. Die Finanzierung enthalte zu viele Risiken, meinte der Abgeordnete und Landesvorsitzende Jörg Kastendiek. Vor allem die kalkulierten Einnahmen aus Erträgen bremischer Gesellschaften seien unsicher.

Die Handelskammer Bremen und die IHK Bremerhaven begrüßen die Senatsentscheidung. Handelskammer-Präses Otto Lamotte sagte: Mit dem Entschluss wurde ein sehr wichtiger Meilenstein erreicht. Nun gilt es, Planung und Bau des Terminals zügig anzugehen." In den nächsten Jahren werde vor dem Hintergrund der Energiewende ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig. Der Offshore-Windenergie komme hierbei eine tragende Rolle zu. "Bremen und Bremerhaven werden von dieser Entwicklung nachhaltig profitieren."

Ingo Kramer, Präsident der IHK Bremerhaven, rechnet durch den Bau mit zusätzlichen Ansiedelungen von Betrieben: "Der Offshore Terminal ist mit Blick auf die Potenziale der Windenergie für Bremen und Bremerhaven von herausragender strategischer Bedeutung."

Mit dem Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB) will das Bundesland Bremen seine führende Stellung in der europäischen Offshore-Industrie festigen. Der für Spezialschiffe geeignete Terminal soll eine Kailänge von 500 Metern mit zwei bis drei Liegeplätzen haben. Bis zu 160 komplette Windräder für den Einsatz auf hoher See sollen pro Jahr verladen werden können. Zu den bereits bestehenden Gewerbeflächen mit Produktionsbetrieben für Windräder im Fischereihafen sollen weitere hinzukommen. Für den Bau des OTB wird der Flugplatz Luneort geschlossen. (dpa/wk)

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+