9,2 Hektar würden städtischen Besitz abrunden / Erste Ansiedlungserfolge an der historischen Achse Senat will letzte BWK-Flächen kaufen

Das Wirtschaftsressort des Senats will weitere 9,2 Hektar auf dem Gelände der Bremer Woll-Kämmerei (BWK) kaufen, damit die größtenteils ungenutzten Gewerbeflächen künftig aus einer Hand vermarktet werden können. Nach Informationen der NORDDEUTSCHEN soll die vor der Abwicklung stehende BWK AG 3 Millionen Euro für ihr Grundstück erhalten. Die Zustimmung der politischen Gremien steht noch aus.
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Senat will letzte BWK-Flächen kaufen
Von Jürgen Theiner

Das Wirtschaftsressort des Senats will weitere 9,2 Hektar auf dem Gelände der Bremer Woll-Kämmerei (BWK) kaufen, damit die größtenteils ungenutzten Gewerbeflächen künftig aus einer Hand vermarktet werden können. Nach Informationen der NORDDEUTSCHEN soll die vor der Abwicklung stehende BWK AG 3 Millionen Euro für ihr Grundstück erhalten. Die Zustimmung der politischen Gremien steht noch aus.

Blumenthal. Bereits vor neun Jahren hatte die BWK AG gut die Hälfte des insgesamt 40 Hektar großen Fabrikgeländes an die Stadt verkauft. Ein Geschäfts mit Subventionscharakter. Denn es lässt sich nicht ernsthaft behaupten, dass die Kommune diese Flächen damals dringend für Gewerbeansiedlungen brauchte. Bis jetzt sind erst rund zwei Hektar weiterverkauft worden, weitere fünf konnten an Unternehmen wie die BWK Chemiefaser vermietet werden. Gleichwohl will die Wirtschaftsbehörde nun 3 Millionen Euro für den Kauf der restlichen 9,2 Hektar locker machen.

Hintergrund: Nach der Abwicklung der BWK AG würden die Flächen ihrem australischen Alleinaktionär, dem Elders-Konzern, zufallen. Und der interessiert sich nicht sonderlich für den von Stadtplanungsexperten, Bremer Behörden und Blumenthaler Ortspolitik entwickelten "Masterplan", der die künftige Entwicklung der einstigen Industrieflächen und ihre sinnvolle Verknüpfung mit dem alten Ortskern beschreibt. Elders würde seinen Grund und Boden an jeden x-beliebigen Interessenten losschlagen, auch wenn sich dessen Nutzungsvorstellungen konträr zum "Masterplan" verhielten.

Kernstück dieses städtebaulichen Wegweisers ist die Ausprägung der historischen Achse, die von der Landrat-Christians-Straße hinunter zur Weser führt und zum Teil von bauhistorisch wertvollen Lager- und Verwaltungsgebäuden gesäumt ist. Befänden sich diese architektonischen Juwelen nicht in Blumenthal, sondern in der Überseestadt - sie wären längst samt und sonders vermarktet. Diese Einschätzung hört man immer wieder von Immobilienfachleuten.

Vulkan-Gelände als Vorbild

An der Peripherie der Stadt nimmt die Entwicklung mehr Zeit in Anspruch. Erste Ansiedlungs- und Verkaufserfolge kann die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) jedoch auch hier schon verbuchen. An der historischen Achse kauften zwei Bremer Unternehmer einen denkmalgeschützten Backstein-Speicher, um dort ein Oldtimerzentrum einzurichten. Ein Vegesacker Handwerker übernahm das einstige BWK-Verwaltungsgebäude. Die dortigen Büroflächen werden neu genutzt, der Saal im ersten Stock kann für private Veranstaltungen gebucht werden. Ebenfalls an der Nord-Süd-Achse hat sich der Metallbaubetrieb Lange niedergelassen.

"Mittel- und langfristig hat der Standort sehr gute Perspektiven" ist WFB-Prokurist Heiko Fischer denn auch überzeugt. Insbesondere entlang der historischen Achse sieht Fischer gute Ansiedlungsmöglichkeiten für kleinere Unternehmen aus dem Handwerks- und Dienstleistungsbereich. Das Gros der Gewerbeflächen soll eher einen industriellen Charakter erhalten und sich damit an das Gewerbegebiet Bremer Vulkan anlehnen, dass nach der Pleite der Großwerft erfolgreich mit Stahl- und Schiffbau restrukturiert wurde. Ein Marketingkonzept für die BWK-Flächen, das der Wirtschaftsdeputation der Bürgerschaft bereits im März vorgestellt wurde, legt den Schwerpunkt auf produktionsorientierte Unternehmen aus dem Metallbereich sowie auf Logistik

Vertreter der WFB werden ihre Vorstellungen heute Abend in einer öffentlichen Sitzung des Blumenthaler Beirates vortragen und zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Aula der Oberschule In den Sandwehen. Angekündigt ist auch ein Sachstandsbericht zur Müllverbrennung bei der Brewa.

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