Ehemaliges Radio-Bremen-Gelände

Sendesaal-Streit: Nach Misstönen jetzt Harmonie

Bremen. Im Dauerthema Sendesaal ist Musik drin, mal laut und mal leise. Zuletzt hatte die Betreibergesellschaft um Klaus Hübotter den Verantwortlichen von Radio Bremen offen mit einem Bruch gedroht. Der Sender sollte Miete nachzahlen. Nun scheint es ein Übereinkommen zu geben.
21.01.2010, 03:00
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Sendesaal-Streit: Nach Misstönen jetzt Harmonie
Von Jürgen Hinrichs
Sendesaal-Streit: Nach Misstönen jetzt Harmonie

Umbau: Rund um den denkmalgeschützten Sendesaal wird der Gebäudekomplex ab September in eine Reha-Klinik umgewandelt.

Jochen Stoss

Bremen. Starke Worte, ein Forte, könnte man sagen, ein Fortissimo - und nun plötzlich hauchzart die Töne. Im Dauerthema Sendesaal ist eben Musik drin, mal laut und mal leise. Zuletzt hatte die Betreibergesellschaft um den Mäzen Klaus Hübotter den Verantwortlichen von Radio Bremen offen mit einem Bruch gedroht. Der Sender sollte Miete nachzahlen, andernfalls, so Hübotter wörtlich, 'werden wir Radio Bremen bitten müssen, das ehemalige Radio-Bremen-Gelände ohne schriftliche Genehmigung durch uns nicht mehr zu benutzen'.

Das Ganze war auch noch mit einem Ultimatum versehen, doch jetzt gibt es offenbar ein Übereinkommen, vorläufig jedenfalls. 'Die Sendesaal Karree GmbH und Radio Bremen haben sich über Bedingungen der Nutzung des Sendesaals für die Monate November und Dezember 2009 sowie für Januar 2010 geeinigt', teilt Radio Bremen mit. Alle Veranstaltungen und Produktionen des Senders, die im Januar vorgesehen sind, würden wie geplant durchgeführt. 'Über die weitere Zusammenarbeit finden in Kürze Gespräche statt.'

Hintergrund des Streits: Das Grundstück an der Bürgermeister-Spitta-Allee ist mitsamt dem Sendesaal erst im November und damit viel später als geplant für 3,43 Millionen Euro an die Sendesaal Karree GmbH gegangen. Gleichwohl hatte die Betreibergesellschaft vorher bereits Zugriff auf den Saal - und zwar kostenlos. Daraus leitet Radio Bremen nun das Recht ab, den Saal ebenfalls zunächst mietfrei nutzen zu dürfen. Die Betreibergesellschaft sieht das anders und verweist darauf, dass der Kaufvertrag nur deswegen so spät rechtsgültig geworden sei, weil Radio Bremen die Formalitäten nicht in den Griff bekommen habe.

Zweiter Streitpunkt ist die Höhe der Mietzahlung. Die Betreiber verlangen 1200 Euro pro Tag, Radio Bremen hält dies für einen 'Mondpreis' und fordert, die Miete deutlich zu reduzieren. Sollte es hierüber zu keiner Einigung kommen, werde es keine weiteren Anmietungen mehr geben können, hatte der Sender angekündigt.

Die Radio-Bremen-Konzertreihe 'Auf schwarzen und weißen Tasten' ist unterdessen wie vorgesehen und trotz der Zwistigkeiten im Sendesaal über die Bühne gegangen. So wie Radio Bremen ist mittlerweile auch die Betreibergesellschaft um einen Kompromiss bemüht. 'Das Verhältnis zu Radio Bremen ist gut, demnächst reden wir weiter', sagt Klaus Hübotter.

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