Bremen und Bremerhaven teilen sich Kosten

Teurer Abschied von der „Seute Deern“

Im April 2021 wird vom Segelschiff „Seute Deern" nichts mehr zu sehen sein. Das sieht der Zeitplan für die Demontagearbeiten im Bremerhavener Museumshafen vor. Die Kosten belaufen sich auf drei Millionen Euro.
26.10.2020, 08:39
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Teurer Abschied von der „Seute Deern“
Von Jürgen Theiner
Teurer Abschied von der „Seute Deern“

Auf einem Sandbett wartet die „Seute Deern“ auf ihre Demontage. Knapp drei Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Florian Schwiegershausen

Knapp drei Millionen Euro wird es kosten, das marode Museumsschiff „Seute Deern“ in Bremerhaven abzuwracken. Das geht aus einer Kostenaufstellung hervor, die das Häfen- und Wissenschaftsressort für die Senatssitzung am Dienstag angefertigt hat. Zwei Drittel des Betrags sollen aus der Landeskasse fließen, ein Drittel würde Bremerhaven übernehmen.

Schon die Bergung der „Seute Deern“ nach ihrer Havarie Ende August 2019 verschlang eine Menge Geld. Anschließend musste sie gesichert und ständig leergepumpt werden, bevor sie Anfang März zu ihrem Abwrackplatz an der Baltimore-Pier am südlichen Ende des Alten Hafens geschleppt wurde. Für diesen Teil der Entsorgung waren ursprünglich 1,1 Millionen Euro kalkuliert, zwischenzeitlich marschierten die Kosten jedoch stramm Richtung zwei Millionen Euro. Am Ende wird die öffentliche Hand insgesamt ungefähr fünf Millionen Euro ausgegeben haben, um das einstige Prunkstück des Bremerhavener Museumshafens aus der Welt zu schaffen.

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Derzeit liegt die „Seute Deern“ auf einem Sandbett. Das einstige schwimmende Denkmal wurde bereits teilweise digital dokumentiert, einzelne erhaltungswürdige Bauteile sind der Sammlung des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) übergeben worden. Um den bevorstehenden Rückbau soll sich nun die Hafenmanagement-Gesellschaft Bremenports kümmern. Der Zeitplan sieht vor, dass damit im nächsten Monat begonnen wird. Sechs Monate sind für das Abwracken veranschlagt.

Bevor es mit der eigentlichen Demontage losgehen kann, sind noch einige Vorbereitungen zu treffen, wie es in der Vorlage aus der Behörde heißt. Unterwasserhindernisse sind zu beseitigen, und zur Gewichtsreduzierung müssen diverse Einbauten entfernt werden. Parallel zum Abwracken soll die digitale Dokumentation des Schiffskörpers in denjenigen Sektionen abgeschlossen werden, die dann zugänglich sind. Aus dem Kulturetat des Bundes hatte das DSM für diese Arbeiten 267.000 Euro erhalten. Sobald die „Seute Deern“ komplett demontiert ist, werden das Sandbett beseitigt und der östliche Brückenkopf des Alten Hafens wiederhergestellt.

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