Historisches Schiff im kritischen Zustand „Seute Deern“ wird in Kaiserhafen verlegt

Weil der Zustand der historischen Bark kritisch ist, muss das Schiff in Kürze aus dem Bremerhavener Museumshafen in ein Schwimmdock im Kaiserhafen verholt werden. Das hat das Schifffahrtmuseum bekannt gegeben.
01.10.2019, 19:35
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„Seute Deern“ wird in Kaiserhafen verlegt
Von Lisa-Maria Röhling

Die „Seute Deern“ muss aus Sicherheitsgründen vom Alten Museumshafen in ein Schwimmdock in den Kaiserhafen verholt werden. Das Direktorium des Deutschen Schifffahrtsmuseums hat am Dienstag bekannt gegeben, dass das Schiff mit Schleppern in den Hafen gebracht werden muss: "Aufgrund des maroden Zustands und des stürmischen Wetters ist akute Gefahr im Verzug“, erklärte Museumssprecher Thomas Joppig. Demnach dringen mittlerweile 4800 Kubikmeter Wasser pro Tag in das Schiffswrack ein – achtmal so viel wie noch vor dem Untergang in der Nacht zum 1. September.

Laut Joppig wird die „Seute Deern“ aktuell nur durch die Arbeit von zwei leistungsstarken Pumpen über Wasser gehalten. Auch darüber hinaus bleibt die Lage kritisch: „Mit jedem Tag, an dem die ‚Seute Deern‘ weiter im Museumshafen liegt, wächst die Gefahr, dass sie wieder versinkt.“ Das Holz des Wracks sei inzwischen „wie ein Schwamm“, zudem sei der Innenbereich stark durch Pilzbefall angegriffen. Ob es mit der Verholung in den Kaiserhafen die letzte Station für das marode Schiff ist, ist noch unklar: Nach einer weiteren technisch Betrachtung im Dock soll laut Joppig dem Stiftungsrat ein Vorschlag für das weitere Vorgehen unterbreitet werden.

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Das 1919 gebaute Schiff war Anfang September aus bisher ungeklärten Gründen gesunken. Schon zuvor war die „Seute Deern“ auf die Arbeit von Pumpen angewiesen, um über Wasser zu bleiben. Deswegen hatte die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung in Zusammenarbeit mit der Bremer Landesregierung ein umfangreiches Sanierungspaket auf den Weg gebracht, 30 Millionen Euro sollte das Projekt kosten. Nach den komplizierten Bergungsarbeiten nach dem Untergang im September hatten zuletzt sowohl der Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) als auch die Bremer Linken dafür plädiert, das Schiff aufzugeben.

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