Jobmesse

Sichere Jobs für die Zukunft

Rund 80 Aussteller sind an diesem Wochenende auf der Jobmesse Bremen anzutreffen. Vertreten sind nicht nur Unternehmen aus Bremen und dem Umland, sondern auch große überregionale Arbeitgeber.
11.11.2017, 20:15
Lesedauer: 4 Min
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Sichere Jobs für die Zukunft
Von Timo Thalmann

Rund 80 Aussteller bestreiten an diesem Wochenende die Jobmesse Bremen, die auch Sonntag noch von 11 bis 17 Uhr in die Messehalle vier auf der Bürgerweide einlädt. Vorgestellt werden Ausbildungsangebote für Berufseinsteiger, aber auch Möglichkeiten der Umschulung und konkrete Arbeitsplatzangebote für qualifiziertes Personal. Vertreten sind Unternehmen aus Bremen und dem Umland ebenso wie große überregionale Arbeitgeber, darunter auch bekannte Namen wie die Deutsche Bahn oder Lidl.

Aber auch zahlreiche Personaldienstleister, Zeitarbeitsfirmen sowie Bildungseinrichtungen und Behörden präsentieren sich potenziellen Arbeitnehmern. Gesucht sind vor allem technisch-gewerbliche Berufe unterschiedlicher Qualifikationsgrade vom Berufskraftfahrer bis zum Ingenieur. Aber auch Pflege- und Heilberufen wird eine sichere Zukunft bescheinigt. Profitieren können die Besucher zudem von einem Rahmenprogramm, das vor allem Service und Beratung für Bewerber in den Mittelpunkt stellt.

Dazu gehören die Möglichkeiten, professionelle Bewerbungsfotos zu ermäßigten Preisen machen zu lassen oder die eigene Bewerbungsmappe von erfahrenen Personalern prüfen zu lassen. In Vorträgen werden Wege zur Berufswahl erläutert oder allgemeine Fragen zu Bewerbungsverfahren erklärt. Organisiert wird die Bremer Jobmesse seit 2007 von der Firma Barlag aus Osnabrück, die in insgesamt über 20 Standorten zu ähnlichen Events einlädt. In Bremen belegt die Veranstaltung in diesem Jahr erstmals eine Messehalle. Bislang fand sie in einem Autohaus am Osterdeich statt. Wir stellen vier Berufe mit großem Zukunftspotenzial vor.

Für Technikbegeisterte

"Die fangen dort an, wo der gewöhnliche KfZ-Mechatroniker aufhört", sagt Mandy Lutter. Die Betriebswirtin ist bei Willenbrock Fördertechnik für das Personalwesen mitverantwortlich. Jedes Jahr im August können dort "Mechatroniker für Land- und Baumschienentechnik" ihre dreieinhalbjährige Ausbildung antreten. Das Bremer Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern verkauft, vermietet und wartet nahezu jedes Gefährt, das im Lagerwesen notwendig ist, um Ware von einem auf den anderen Platz zu schaffen.

Das reicht vom kleinen Gabelstapler bis zum Großgerät im Hafen, mit dem man Container umschichtet. Das Berufsbild gehört ebenfalls zum zukunftsträchtigen Feld des Industrie-Mechatronikers. Es wird geschweißt und gehämmert und auch Hydraulik und Elektropneumatik will beherrscht sein. Dazu kommt immer mehr Informationstechnik.

Spätestens im dritten Lehrjahr reparieren die Auszubildenden bei Willenbrock die Maschinen direkt vor Ort beim Kunden. Dann ist neben dem Verständnis komplexer Getriebe auch der Umgang mit Menschen gefragt. Technikverständnis und einen Realschulabschluss sollen die Bewerber laut Lutter mitbringen. Spezielle Kenntnisse liefern der Betrieb und die Berufsschule, zumeist in Form von Blockunterricht.

Für Improvisationstalente

Der "Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen", wie der Beruf amtlich heißt, ist was für Menschen, die gerne planen, aber auch damit klar kommen, wenn diese Planung dann nicht funktioniert. "Denn irgendetwas kommt immer dazwischen", sagt Birte Bakker von der Personalabteilung des Logistikunternehmens Dachser. Mal ist eine Autobahn gesperrt, dann kann das Transportflugzeug am anderen Ende der Welt nicht starten oder irgendein wichtiges Zollpapier fehlt im Hafen. "Dann ist von unseren Kaufleuten häufig Improvisationstalent gefordert", weiß Bakker.

Wer das mitbringt, dazu ein Talent für Fremdsprachen ebenso wie für Zahlen hat und darüber hinaus noch daran Gefallen findet, mit Menschen aus aller Welt zu kommunizieren, der sei in diesem Beruf gut aufgehoben. "Wer geregelte Abläufe bevorzugt, sollte sich das aber überlegen, denn hier ist wirklich kein Tag wie der andere", betont Bakker. Formal genügt für die Ausbildung der Realschulabschluss, tatsächlich bewerben sich viele Abiturienten.

Für Abenteuerlustige und Schwindelfreie

"Wir suchen Leute für einen Beruf, den es gar nicht gibt", fasst es Michael Glintenkamp zusammen. Er ist für das "Recruitment" bei der Deutschen Windtechnik AG zuständig. Das Unternehmen sorgt für den laufenden Betrieb von Windkraftanlagen. "Wir reparieren, kontrollieren, machen die komplette Wartung für die Betreiber und tun das unabhängig vom Hersteller", erläutert er. Für diese Aufgabe werden fortlaufend Spezialisten gesucht.

Das gibt auch Quereinsteigern eine Chance, etwa Elektrikern. "Wir selbst bilden dafür Industrie-Mechatroniker aus, denen wir das Spezialwissen für die Windkraftanlagen vermitteln", erklärt Glintenkamp. Diese Mechatroniker seien in vielen Bereichen gefragt. Sie vereinen die Tätigkeit von Schlossern, Elektrikern und Mechanikern. "Ein sehr sicherer Job, der auch mit einem guten Hauptschulabschluss machbar ist", meint er.

Wichtige formale Hürde ist bei ihm allerdings das Mindestalter von 17 Jahren, denn spätestens im zweiten Lehrjahr müssen die Azubis Auto fahren können. Die Ausbildung findet im ersten Jahr zentral in Viöl bei Husum statt. "Die Lehrlinge leben dabei als Wohngemeinschaften in Ferienwohnungen." Und sie sind erst mal weit weg von Zuhause. "Ist etwas für Abenteuerlustige", meint der Personaler. Die notwendigen Kletterpartien in luftiger Höhe unterstreichen das zusätzlich.

Für Reisefreudige

Rund 1300 Beamte sind im mittleren Auswärtigen Dienst tätig. Die Tätigkeit selbst klingt erst mal wenig spannend: Es geht häufig um Aktenverwaltung, Kassen- und Buchführung – eben unspektakuläre Büroarbeiten. Allerdings lebt man dabei in London oder Nairobi oder Moskau oder in einer anderen Stadt irgendwo auf dem Globus. Denn die rund 230 Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amtes sind in allen Ländern vorhanden, zu denen Deutschland diplomatische Beziehungen unterhält.

Das sind aktuell knapp 200 Staaten. Und da die Angehörigen des mittleren Dienstes alle drei bis vier Jahre ihren Standort wechseln, kann man dabei ganz gut rumkommen – immer mit dem sicheren Beamtenstatus und der Familie im Gepäck. „Das ist eine Tätigkeit für flexible Menschen mit flexiblen Partnern“, bestätigt Doris Rupprecht, die als Teamassistentin für den Fachbereich Ausbildung zuständig ist.

Die formalen Hürden für den mittleren Dienst sind dabei übersichtlich: Es genügt der Realschulabschluss in Kombination mit guten Englischkenntnissen und der deutschen Staatsbürgerschaft. Weil der Einsatzort von den Tropen bis nach Grönland reichen kann, ist zudem eine robuste Gesundheit hilfreich. Von Januar bis März 2018 kann man sich wieder für die zweijährige Ausbildung bewerben, die im April 2019 in Berlin startet. Schon während dieser Ausbildung sieht die Laufbahn einen neun Monate langen Einsatz im Ausland vor.

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