Nach Aussage über Problem-Stadtteile

Sieling rudert zurück

Im Talkformat WESER-Strand hat Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) seine viel kritisierte Aussage, Schwachhausen und Oberneuland seien für ihn Bremer Problem-Stadtteile, abgeschwächt.
06.04.2019, 11:23
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Sieling rudert zurück
Von Nina Willborn
Sieling rudert zurück

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) im Gespräch mit WESER-Strand-Moderatorin Bärbel Schäfer.

Frank Thomas Koch

Wie hält er's nun mit Schwachhausen und Oberneuland? Mit seiner Aussage, diese beiden Stadtviertel seien für ihn Problem-Stadtteile, hat Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) für Wirbel gesorgt. Bei vielen Bremern, nicht nur den Einwohnern der Genannten, kam Sielings Antwort, die er im „Kandidatencheck“ von Radio Bremen gegeben hatte, gar nicht gut an.

Im WESER-Strand, dem Talk-Format des WESER-KURIER, ruderte Sieling am Freitagbend zurück und bezeichnete seine Formulierung auf Nachfrage von Moderatorin Bärbel Schäfer als „überspitzt“. „Schwachhausen und Oberneuland sind starke Stadtteile, in denen viel geleistet worden ist, unter anderem in der Zeit der Flüchtlingskrise“, sagte Sieling.

Er habe mit seiner Begründung, in Schwachhausen und Oberneuland lebten viele Menschen mit großen Ressourcen, von denen er sich wünsche, sie wendeten mehr davon für das Gemeinwohl auf, nicht die erwartete Antwort auf die Frage nach den Problem-Stadtteilen geben wollen. "Diese Frage ist ja eine, die in Bremen gerne gestellt wird und die immer wieder kommt", sagte Sieling. "Mir geht es auf die Nerven, dass immer wieder der Versuch gemacht wird, Stadtteile, die wichtig sind, zu stigmatisieren. Die erwartete Antwort war, er nennt Gröpelingen, Tenever, Blumenthal. Das geht nicht, und deshalb habe ich es ein bisschen zugespitzt." Der SPD-Politiker appellierte an alle Bremer: "Wir müssen darüber reden, wie wir die Verantwortung wahrnehmen, dass wir die Stadt zusammenhalten. Und da müssen alle mit ran.“

Für seine ursprüngliche Aussage war der Bürgermeister von Oppositionspolitikern von CDU und FDP scharf angegangen worden. Auch aus den Beiräten von Oberneuland und Schwachhausen hatte Sieling Kritik geerntet. Aus Gröpelingen und Osterholz dagegen hatte er Zuspruch bekommen.

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