Antimuslimische Parolen Sieling verurteilt Schmierereien an der Bremer Fatih-Moschee

Die Bremer Fatih-Moschee in Gröpelingen ist zum zweiten Mal Opfer von Sachbeschädigungen an ihrem Gebetshaus geworden. Unbekannte sprühten antimuslimische Parolen an die Wand.
05.03.2018, 13:00
Lesedauer: 2 Min
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Sieling verurteilt Schmierereien an der Bremer Fatih-Moschee
Von Carolin Henkenberens

Bremens Bürgermeister Carsten Sieling hat den Farbanschlag auf die Fatih-Moschee in Gröpelingen verurteilt. In einer Mitteilung am Montag sprach er von einer "feigen Tat". Die Wände des Gebetshauses wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag zum zweiten Mal mit antimuslimischen Parolen beschmiert. Bereits im September vergangenen Jahres war ein solcher Anschlag auf die muslimische Gemeinde verübt worden.

"Die Täter werden ihr Ziel, Unruhe und Zwietracht in unsere Gesellschaft zu säen, auch dieses Mal nicht erreichen", sagte Sieling. Bremen sei bunt und vielfältig, und dafür werde er sich weiter einsetzen. Seine Solidarität gelte den Musliminnen und Muslimen und "insbesondere der Fatih-Gemeinde, die sich tagtäglich für ein lebenswertes Gröpelingen" einsetze. "Wir dulden in Bremen und Bremerhaven keine Form von Menschenfeindlichkeit", so Sieling.

Die roten und schwarzen Parolen fanden sich laut Polizei Bremen an der Fassade, aber auch an einem frei zugänglichen Rohbau neben der Moschee. Die Wortwahl war teilweise die gleiche wie jene des oder der Täter im September. Außerdem hinterließen die Unbekannten Schriftzüge wie "HaHaHa" und einen Smiley mit herausgestreckter Zunge. In einer angrenzenden Straße, dem Schiffbauerweg, wurden laut Polizei auch zwei parkende Autos besprüht.

„Der Staatsschutz der Polizei Bremen wurde informiert und nimmt die Ermittlungen auf“, teilte die Polizei mit. Außerdem seien im Gebiet um die Moschee bis auf Weiteres vermehrt Streifenpolizisten unterwegs. Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, soll sich beim Kriminaldauerdienst (Telefon 0421 / 362 3888) melden.

„Unsere Gemeinde ist tief besorgt“, sagte der Vorsitzende der Fatih Moschee Bremen, Zekai Gümüs, am Sonntag. „Unsere Moschee wurde zum zweiten Mal in nur sechs Monaten Ziel eines islamfeindlichen Angriffes. Das macht uns alle fassungslos“. Ihm zufolge trägt der jüngste Angriff eine sehr ähnliche Handschrift wie beim ersten Mal.

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Gümüs forderte vom Senat und den Behörden „eine lückenlose Aufklärung“. Die sei notwendig, um das Sicherheitsgefühl der Gemeinde und ihrer Besucher wieder herzustellen. Es sei schon schlimm genug, binnen kürzester Zeit zwei Mal Ziel eines islamfeindlichen Angriffes zu werden, sagte Gümüs. „Weitaus schlimmer ist die Vorstellung, dass eine ausgebliebene erfolgreiche Ermittlung des Täters beim Angriff vor sechs Monaten nun dieselben oder Islamfeinde dazu ermuntert haben könnte, einen weiteren Anschlag auf unsere Gemeinde zu verüben.“

In der Nacht zum 24. September 2017 waren an der Fassade der Moschee Schriftzüge gesprüht worden. Außerdem waren damals abgebrannte Feuerwerkskörper an einem Fenster und im Briefkasten gefunden worden.

(Dieser Artikel wurde am 5. März um 13.09 Uhr aktualisiert.)

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