Schulschiff-Deutschland-Chor und seine Gäste verzichten beim Benefizkonzert in der Stadtkirche auf ihre Gage Singen für einen guten Zweck

Vegesack. Nachdem Kamila Dunajska gegangen war, stand der Schulschiff-Deutschland-Chor ein halbes Jahr ohne Leitung da. Inzwischen hat Reiner Stoppok ihre Nachfolge angetreten, und der wieder komplette Chor bot seinem Heimpublikum innerhalb einer Woche gleich zwei Benefizkonzerte zum Erhalt des Schulschiffs.
14.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Pfeiff

Nachdem Kamila Dunajska

gegangen war, stand der Schulschiff-Deutschland-Chor ein halbes Jahr ohne Leitung da. Inzwischen hat Reiner Stoppok ihre Nachfolge angetreten, und der wieder komplette Chor bot seinem Heimpublikum innerhalb einer Woche gleich zwei Benefizkonzerte zum Erhalt des Schulschiffs.

Zunächst hatte der Chor sein weihnachtlich angereichertes maritimes Repertoire am Nikolaustag unter dem Titel „Weihnachten auf See“ direkt auf dem Schulschiff präsentiert, nun lud er für vergangenen Freitag zu einem kleinen Chorfestival in die Stadtkirche ein. Die dort eingenommenen Spenden sollen dem Erhalt des Schulschiffs an seinem Vegesacker Liegeplatz zugute kommen. Alle Mitwirkenden verzichteten auf ihre Gage.

„Wir hoffen, mit Reiner Stoppok zu unserem alten Pep zurückzufinden. Er ist zuletzt etwas verloren gegangen“, bemerkte Chorvorsitzender Bertram Kittel. Den temporären Schwungverlust führt er jedoch nicht auf das Wirken der früheren Chorleiterin aus Danzig, sondern auf ihren Weggang zurück: „Kamila war mit ihren herausragenden Qualitäten für die Leitung unseres Chores überqualifiziert. Sie hat sich eine größere Herausforderung gesucht. Dennoch haben wir ihren Weggang sehr bedauert“, stellt Kittel fest.

Die Devise „Auf zu neuen Ufern“ wurde am Freitag auch an der Auswahl der musikalischen Gäste deutlich: Mit der Bremer „Singsation“, gleich zwei „Contakt“-Chören aus Werschenrege und der Solistin Birgit Krüger-Seegers hatte sich der Schulschiff-Deutschland-Chor für sein zweites Benefizkonzert innerhalb einer Woche mit einen Barbershop-, einen Gospel- und einem Kinderchor sowie einer Sopranistin verstärkt. „Ich halte diese Mischung für überaus gelungen und für eine gute Weiterentwicklung unserer bisherigen Weihnachtskonzerte“, befand Kittel.

Mit dieser Meinung dürfte der Chorvorsitzende nicht alleine stehen. So dürfte es in der nahezu komplett gefüllten Stadtkirche niemanden gegeben haben, der die vielen Mädchen und wenigen Jungen des Kinderchors „Contakt“ aus Werschenrege nicht bereits nach den ersten Klängen des eröffnenden „Hambani Kahle“, basierend auf einem Friedensruf der Zulu, ins Herz geschlossen hat. Mit hörbarem Spaß an der Sache und bemerkenswertem Gespür für Rhythmik und Intonation begeisterten die Kinder unter der Leitung von Tonia Wohltmann mit einer durch Witz und Esprit geprägten weihnachtlichen Liederauswahl. Die ebenfalls auftretende Erwachsenenabteilung des Chores hat sich unter selber Leitung dem Gospel verschrieben und servierte in schwarz-roter Bühnengarderobe Evergreens wie „Amazing Grace“ und „Heaven is a wonderful place“. Über das Internet war Kittel auf die Chöre aufmerksam geworden und hatte postwendend eine Einladung verschickt.

Der Überraschungsauftritt von Birgit Krüger-Seegers, die früher als Chorleiterin an der Grundschule St. Magnus tätig war, ist Reiner Stoppok zu verdanken, der mit der Sopranistin bereits häufiger kooperiert hat. Begleitet von Chorleitersprössling Richard, der sich im Alter von nur neun Jahren bereits als bemerkenswerter Pianist erwies, demonstrierte auch Krüger-Seegers mit drei Liedern von Klassik bis Swing ihren Facettenreichtum.

Zu den Mitgliedern der Herren von „Singsation“ zählte einst auch Bertram Kittel, der swingende Ohrwürmer wie „Georgia on my mind“ oder „Yesterday“ unter der Leitung des Brasilianers Washington Oliviera in Matrosenmontur stimmlich unterstützte. Nach mehr als zwei Konzertstunden bot schließlich der Schulschiff- Deutschland-Chor Auszüge aus seinem Weihnachtsrepertoire. Langjährige Begleiter des Chores dürften mit mehrstimmig vorgetragenen Gassenhauern wie „Dat Joahr geiht to end“ oder „Rolling Home“ inzwischen bestens vertraut sein.

Die eingenommenen Spendengelder werden ohne jegliche Abzüge an den Schulschiff-Deutschland-Verein weitergegeben. „Wir wollen damit zumindest einen kleinen Beitrag leisten, damit uns das Schulschiff in Vegesack erhalten bleibt. Uns wird hier schon genug weggenommen“, stellte Kittel fest. Über die Gesamtsumme der zusammen gekommenen Spenden will der Chor die Öffentlichkeit in den nächsten Tagen informieren.

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