Kommentar zum Carsharing-Markt Sinneswandel ohne sachliche Motive

Der Sinneswandel von Verkehrssenator Lohse in Sachen Carsharing kommt plötzlich – zu plötzlich. Offenbar ist der politische Druck zu groß geworden. Ein Kommentar von Alexander Tietz.
11.02.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Sinneswandel ohne sachliche Motive
Von Alexander Tietz

Bislang war der „Blaue Engel“ für den Verkehrssenator unantastbar. Insbesondere das vom Umweltsiegel geforderte Kriterium, ein Carsharing-Auto müsse fünf bis elf Privat-Pkw abschaffen, hat der Senator bis vor wenigen Tagen verteidigt. Und nun? Auf einmal zeigt sich Joachim Lohse gesprächsbereit. Er ist offen, die Kriterien des Siegels weniger konsequent auszulegen, um Elektroautos zu fördern.

Der Sinneswandel des Verkehrssenators kommt plötzlich – zu plötzlich. Offenbar ist der politische Druck zu groß geworden. Nicht nur CDU, Linke und SPD sprechen sich für die Unterstützung von Elektro-Mobilen aus. Auch Ralph Saxe aus der eigenen Partei tut das. Mit der Pistole auf der Brust tut Lohse gut daran, vor der Bürgerschaftswahl einen innerparteilichen Krach zu vermeiden.

Doch das parteitaktische Manöver zeigt, dass dem Sinneswandel keine sachlichen Motive zugrunde liegen. Von E-Mobilen im Carsharing-Markt hält Lohse wenig. Cambio hat eine Vormachtstellung. Und an dieser Vormachtstellung wollte der Senator kaum rütteln. Beklagenswert ist, dass Lohse als Umweltsenator, der er auch ist, die Dominanz eines Anbieters toleriert und vorantreibt, der auf fossile Brennstoffe setzt – und damit der Elektromobilität schadet.

alexander.tietz@weser-kurier.de

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