1. FC Burg fordert Entgegenkommen

Sitzblockaden für das Grambker Seebad

In Grambke stehen die Zeichen auf Sturm. Bürger, die sich für die Erhaltung des Seebads engagieren, fühlen sich von der städtischen Grundstücksgesellschaft Immobilien Bremen hinters Licht geführt.
25.01.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Klaus Grunewald

In Grambke stehen die Zeichen auf Sturm. Bürger, die sich für die Erhaltung des Seebads engagieren, fühlen sich von der städtischen Grundstücksgesellschaft Immobilien Bremen hinters Licht geführt. Beim jüngsten „Bürgerschnack“ kündigten sie an, notfalls mit Demonstrationen und Sitzblockaden auf der Grambker Heerstraße gegen die Blockadepolitik des kommunalen Dienstleisters zu protestieren.

In der Mensa des Seniorenwohnparks an der Lesum zeigte sich am Donnerstagabend vor allem Matthias Schmit höchst ungehalten. Der Vorsitzende des 1. FC Burg, der grundsätzlich bereit ist, die Trägerschaft für das Familienbad zu übernehmen, machte kein Hehl aus seiner Verärgerung über die Hinhaltetaktik von Immobilien Bremen. In seinem jüngsten Gespräch mit Verantwortlichen des Unternehmens sei er mit Kosten konfrontiert worden, die der Verein auf gar keinen Fall schultern könne. Wenn Immobilien Bremen darauf beharre, sei eine Trägerschaft des 1. FC Burg gegenüber seinen Mitgliedern nicht zu verantworten, sagte Schmit in der von Rainer Tegtmeyer moderierten 22. Auflage des „Bürgerschnacks“.

Burglesums Ortsamtsleiter Florian Boehlke, der ebenfalls an diesem Gespräch teilgenommen hatte, hofft dennoch weiterhin auf eine Rettung des Grambker Seebades. Zusammen mit Schmit und Vertretern von Kirchengemeinden arbeitet er an einem Finanzierungskonzept, das möglichst noch in der dieser Woche Immobilien Bremen vorgelegt werden soll. Boehlke setzt dabei auch auf Finanzsenatorin Karoline Linnert, die unlängst in einem Schreiben vor allem das Engagement des 1. FC Burg gewürdigt hatte. Der Ortsamtsleiter auf Anfrage: „Nach unseren Berechnungen ist ein Betrieb des Seebades möglich, wenn sich Immobilien Bremen noch etwas bewegt.“ Soll heißen: Der kommunale Dienstleister muss von seinen finanziellen Forderungen ein Gutteil abrücken.

Der Chef des 1. FC Burg will kein finanzielles Risiko für den Verein eingehen. Gleichwohl sieht Matthias Schmit ihn in der sozialen Verantwortung, am Erhalt des Bades für die Bevölkerung in Burg und Grambke und insbesondere für die Kinder mitzuwirken. Inzwischen hat sich eine Gruppe von rund 25 Ehrenamtlichen gebildet, die den Betrieb des Seebades sicherstellen wollen. Auch mit Sanierungs- und Reparaturarbeiten auf dem Gelände sowie in den Sanitärräumen.

Sollte dieses Engagement torpediert werden, wollen Grambker Bürger auf die Barrikaden gehen, wie der Initiator des Bürgerschnacks, Rainer Tegtmeier, jetzt noch einmal unterstrich. Während der Versammlung im Seniorenpark an der Lesum, zu der sich rund 60 Besucher eingefunden hatten (unter ihnen auch Bremens Altbürgermeister Jens Böhrnsen), wurden Demonstrationen und Sitzblockaden auf dem Heerstraßenzug vorgeschlagen. In die Kritik an Immobilien Bremen mischten sich zudem einmal mehr Befürchtungen, dass der Badesee und sein Terrain eines Tages als Bauland ausgewiesen werden könnten.

Für Ortsamtsleiter Florian Boehlke entbehren solche Gerüchte jeglicher realen Grundlage. Das Gebiet sei als Badeareal ausgewiesen, eine Umwandlung in Bauland bedürfe rechtlicher und politischer Beschlüsse. Beirat und Ortsamt, so Boehlke, hielten an dem Plan fest, das Grambker Seebad zu reaktivieren. Noch im November vergangenen Jahres hatte das Kommunalparlament das Schreiben der Finanzsenatorin wohlwollend zur Kenntnis und die Notwendigkeit des Grambker Seebades als sozialen Treffpunkt für Grambke und umzu bekräftigt. Nun kommt es darauf an, ob Immobilien Bremen mithilft, dafür die betriebswirtschaftliche Basis zu schaffen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+