Von Lichtfingern und Seemannsknoten So arbeiten die Beleuchter am Theater Bremen

Was für ein Theater-Publikum selbstverständlich scheint, ist für Christian Kemmetmüller und sein Team immer wieder eine Herausforderung. Ein Abend mit den Beleuchtern des Bremer Theaters.
30.12.2019, 10:21
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So arbeiten die Beleuchter am Theater Bremen
Von Frieda Ahrens

Ralf Hering und Peter Schmidt sitzen in einer kleinen Kammer, dessen dunklen Wände das wenige Licht der Bildschirme schluckt, die Musik von David Bowie erfüllt den Raum. Vor ihnen ist eine große transparente Scheibe und ein Tisch, der wie ein Mischpult aussieht: Fünf verschiedene Desktops flimmern matt, Regler stehen in verschiedenen Positionen, Knöpfe leuchten bunt. Durch die Scheibe ist die Bühne des Theater Bremens zu sehen. Auf einmal tönt eine Frauenstimme aus dem Off durch den Raum: „Achtung, Elecs 50“ Die Hand von Ralf Hering schnellt zum Schalter. Er wippt zu David Bowie mit. „Elecs 50...Go!“ Das heißt, Ralf Hering soll die Stimmung ändern. Herings Finger drückt jedoch nicht direkt den Knopf, er wartet auf den Takt. Auf Schlag wird abgedrückt, auf der Bühne geht das Licht aus. Die Band hört auf zu spielen: Im Stück „Lazarus“ wurde gerade jemand erstochen.

Insgesamt 400 Scheinwerfer befinden sich im großen Theatersaal des Theaters Bremen. Chef des Licht-Teams ist Christian Kemmetmüller. Er macht den Job des Beleuchters seit 33 Jahren, seit 16 Jahren ist er am Theater Bremen. Das Stück "Lazarus" von David Bowie mag er gerne: "Die Rock&Roller halten mehr Licht aus, so ein Musical setzt auf viele Effekte." Das Licht sei wichtiger Teil des Bühnenbildes, viele Emotionen und Stimmungen werden durch das Licht transportiert. Doch meist bemerke das Publikum die Veränderung im Licht gar nicht. "Ja klar, so ein Black-Out natürlich schon. Aber eigentlich ist Licht mehr ein Gefühl", sagt Kemmetmüller.

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