So lief die Fan-Rückkehr in Bremen ab

Entspannte Szenen rund ums Weserstadion

Entspannte Szenen rund ums Weserstadion. Bei der Fan-Rückkehr zum Fußball-Bundesliga-Spiel von Werder Bremen klappt das mit dem Abstandhalten beim Einlass aber nicht immer.
19.09.2020, 19:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Pascal Faltermann und Lisa Urlbauer

Auf Abstand, mit vielen Ordnern und Sicherheitskräften, mit zahlreichen Hinweisen auf die Corona-Regeln und noch mehr Kontrollen lief das Fußball-Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen ab. Die Zeit der Geisterspiele war am Sonnabend im Weserstadion nach sechs Monaten vorbei. 8500 Besucher verfolgten die 1:4-Niederlage des Teams von Trainer Florian Kohfeldt. Bundesweit einheitlich dürfen für eine sechswöchige Testphase bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern nun 20 Prozent der Plätze besetzt werden.

„Unser erster Eindruck ist, dass es gut geklappt hat“, sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde, nach dem Spiel, das er zusammen mit Mitarbeitern von Werder und des Ordnungsamtes in Hinblick auf die Corona-Regeln angeschaut hatte. „Wir haben Kleinigkeiten gesehen, die besser laufen können“, sagte Fuhrmann. So gebe es Nachbesserungsbedarf beim Anstehen vor dem Einlass. „Das war ein Testlauf, so eine Situation hat es noch nie gegeben“, so Fuhrmann. Bis zum nächsten Heimspiel am 3. Oktober werden in Zusammenarbeit mit Werder entsprechende Stellen angepasst. Ähnliches ist von der Bremer Polizei zu hören: Zu größeren Vorfällen sei es bis eine Stunde nach der Partie nicht gekommen.

Lesen Sie auch

Entspannte Szenen zeichneten sich vor dem Werder-Spiel ab. Im Bremer Viertel staute es sich zwei Stunden vor dem Anpfiff zwar etwas – Straßenbahnen und Autos kamen teils nur schrittweise voran. Dafür war die Lage rund ums Weserstadion übersichtlich, locker und überwiegend Corona-konform.

Alle halbe Stunde wurden Fußballfans ins Weserstadion gelassen. Das war an den Kneipen am Brommyplatz kaum zu bemerken. Aus den Straßenbahnen stiegen ab 13.30 Uhr nur vereinzelt Menschen aus, die im Park-and-Ride-Service eingesetzten Busse waren höchstens zur Hälfte gefüllt. Die Biertische im Freiluft-Gastronomie-Angebot „Brommys Garten“ waren nicht alle belegt, am Ausschank gab es Ein- und Ausgänge. So sah es auch an den Außentresen am Wirtshaus und der Kneipe „Hopfen und Schmalz“ aus: An der einen Seite das Bier abholen, an der anderen den Pfand abgeben. Wer einen Tisch reserviert hatte, konnte das Spiel in den Läden schauen, musste sich aber in Namenslisten eintragen und die Hände desinfizieren.

Lesen Sie auch

Am Weserstadion selbst erwartete die Besucher eine ganze Armada von Ordnern, Einweisern und Sicherheitskräften. Es galt Maskenpflicht. Viele Personen trugen Mund-Nasen-Bedeckungen mit Werder-Hintergrund. Wer ins Stadion wollte, musste seine Wertsachen in eine Plastikschale packen, warten und wurde dann kontrolliert und abgetastet. Um den Abstand zu begrenzen, lagen am Einlass immer etwa fünf Körbe. Erst wenn diese zurück waren, durften die nächsten weiter gehen. Das machte das Abstandhalten vor dem Eingängen aber nicht ganz so einfach. „Es lief eigentlich alles ziemlich entspannt. Der Einlass hat aber etwas gedauert“, sagte Werder-Fan Timo von den Berg. Zudem habe es in den Schlangen am Einlass keine Abstandskontrollen gegeben. Aber: „Ich fühle mich sicher, es ist alles gut“, sagte von den Berg. Klar sei auch, dass sich das ganze Prozedere noch einspielen müsse.

Was mehrere Fans verwunderte: Zum Verlassen des Stadions gab es eher spärliche Informationen. Auch Einsatzkräfte wussten nicht genau, wie das alles abläuft. „Ja, die Rückführung der Fans kann besser laufen“, sagte auch Fuhrmann. Zu beobachten war: Eine hohe Präsenz von Polizei, Ordnungsdienst und Mitarbeitern der Bremer Straßenbahn AG löste Ansammlungen oder kleinere Konflikte rund ums Weserstadion mit Kommunikation.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+