Trauer um CDU-Landesvorsitzenden

So reagieren Bremens Politiker auf den Tod von Jörg Kastendiek

Der Landesvorsitzende der CDU Bremen, Jörg Kastendiek, ist nach schwerer Krankheit am Montag im Alter von 54 Jahren verstorben. Bremens Politiker reagieren bestürzt.
14.05.2019, 10:25
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
So reagieren Bremens Politiker auf den Tod von Jörg Kastendiek
Von Helge Hommers
So reagieren Bremens Politiker auf den Tod von Jörg Kastendiek

Jörg Kastendiek ist nach schwerer Krankheit am Montag verstorben.

Maximilian von Lachner

Am Dienstagmorgen hat die CDU-Bremen in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass ihr Landesvorsitzender Jörg Kastendiek tags zuvor nach schwerer Krankheit verstorben war. Er wurde 54 Jahre alt. "Dass der Tod ihn mitten aus dem Leben gerissen hat, ist für unsere Fraktion und das gesamte Parlament an erster Stelle großer menschlicher Verlust", sagte Thomas Röwekamp, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bremer Bürgerschaft. Die Bürgerschaft teilte mit, dass seit Montag ein Kondolenzbuch im Haus der Bürgerschaft ausliegt.

Carsten Meyer-Heder, CDU-Spitzenkandidat für die anstehende Bürgerschaftswahl, zeigte sich ebenso bestürzt über den Tod Kastendieks. "Ich bin unendlich traurig und fassungslos, dass du diesen Kampf verloren hast", schrieb Meyer-Heder bei Facebook. Er bedankte sich bei Kastendiek für die Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren. " Du warst für mich ein wichtiger Freund, Ratgeber und Kritiker", so Meyer-Heder.

"Mit Jörg Kastendiek verliert die CDU einen überzeugten Christdemokraten, einen zupackenden Landesvorsitzenden und einen weitsichtigen Gesprächspartner und Parteimanager", teilte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit. Ihm sei es zu verdanken, "dass der Landesverband mit neuen Ideen, unkonventionellem Denken und pragmatischen Lösungen den politischen Wettstreit um die beste Zukunft Bremens führt".

"Absolute Hochachtung"

Kastendiek habe sich an vielen Positionen um unser Land verdient gemacht, sagte die Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft, Antje Grotheer (SPD): „Es hat mich sehr beeindruckt, wie Jörg Kastendiek in den vergangenen Wochen und Monaten – schon schwer gezeichnet – hier weitergearbeitet und sich für Bremen und im Parlament engagiert hat. Er hat sich in den Wahlkampf gestürzt und auf den 26. Mai hingearbeitet – obwohl er gleichzeitig einen sehr viel schwereren Kampf führen musste. Das hat meine absolute Hochachtung.“

Lesen Sie auch

"Engagierter Parlamentarier"

Auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bürgerschaft, Björn Tschöpe, zeigte sich betroffen: „Jörg Kastendiek ist ein Mensch gewesen, mit dem mich trotz aller politischen Differenzen immer eines verbunden hat: ein großer gegenseitiger Respekt. Egal, ob als Abgeordneten-Kollege, ob als Wirtschafts- und Kultursenator von 2005 bis 2007 oder als Parteivorsitzender der CDU – ich habe Jörg Kastendiek geschätzt. Als verlässlichen Kollegen, als jemanden, mit dem es Spaß machte, im Parlament kontrovers zu diskutieren, als jemanden, dem unser Bundesland etwas bedeutete, als jemanden, der für seine Überzeugungen eintrat. Mit Jörg Kastendiek verliert die Bremische Bürgerschaft einen engagierten Parlamentarier und wir Abgeordneten verlieren einen geschätzten Kollegen. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.“

"Ein Politiker mit einer klaren Haltung"

„Mit Erschütterung habe ich von Jörg Kastendieks Tod erfahren", reagierte die SPD-Landesvorsitzende Sascha Karolin Aulepp auf die Nachricht. "Ich habe ihn kennengelernt als einen demokratischen Politiker mit einer klaren Haltung, aber immer auch Respekt vor der Haltung anderer. Zuletzt habe ich mit ihm gemeinsam den Bremer Bildungskonsens konstruktiv verhandeln und vereinbaren dürfen", so Aulepp, und weiter: "Mit ihm verliert unser Bundesland einen geschätzten und engagierten Parlamentarier. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen."

"Er hinterlässt eine große Lücke"

Auch die Bremer FDP reagierte betroffen. „Die Nachricht vom Tode Jörg Kastendieks trifft uns zutiefst. Wir sind bestürzt und trauern. Die Bremische Bürgerschaft verliert einen ihrer klügsten Köpfe", wird Spitzenkandidatin Lencke Steiner in einer Pressemitteilung zitiert. "Jörg Kastendiek war ein Mensch auf den man sich verlassen konnte und der mit Leidenschaft in den Debatten für ein besseres Bremen stritt. Er hinterlässt eine große Lücke in der Bremer Politik. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie.“

Der Bremer Landesverband der Linke bekundete auf Twitter sein Beileid:

Lesen Sie auch

Auch Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) zeigte sich bestürzt: „Mit Jörg Kastendiek haben wir einen engagierten Menschen verloren, der sich in seiner langjährigen politischen Tätigkeit immer für unser Bundesland eingesetzt hat. Ganz besonders in Erinnerung bleiben sein Einsatz für die Weiterentwicklung der bremischen Häfen und sein Engagement für die Bewerbung Bremens zur Kulturhauptstadt. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und all seinen Angehörigen."

Karoline Linnert (Grüne), Finanzsenatorin sowie stellvertretende Regierungschefin und Bürgermeisterin von Bremen, wird Kastendiek "als engagierter Politiker in Erinnerung bleiben, der sich hart in der Sache und kenntnisreich für seine politische Überzeugung eingesetzt hat. Mein Beileid gilt seiner Familie, der ich viel Kraft in dieser schweren Zeit wünsche.“

Martin Günthner (SPD), Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, erklärte: „ Jörg Kastendiek hat in seiner Zeit als Senator für Wirtschaft und Häfen einige für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Bremen relevante Projekte intensiv begleitet, so zum Beispiel den Neubau der Kaiserschleuse in Bremerhaven. Mit seinem Wirken konnte Jörg Kastendiek bleibende Akzente setzen. Sein früher Tod macht mich traurig. Meine Gedanken sind bei seiner Familie, der ich mein aufrichtiges Beileid ausspreche.“

Linken-Fraktionschefin Kristina Vogt vernahm die Nachricht vom Tod Kastendieks "mit Bestürzung", wie sie in einer Pressemitteilung bekannt gab: "Ich habe ihn immer als einen engagierten und aufrechten Streiter für unser Parlament erlebt." Weiterhin schrieb sie: "Kastendiek war ein unbequemer Deputationsvorsitzender. Er bestand hartnäckig auf die Rechte der Abgeordneten, wenn es die Landesregierung mal wieder etwas zu eilig hatte oder sich bei unangenehmen Sachverhalten zugeknöpft gab. Bei allen Fraktionen wurde er über alle Differenzen und politische Lager hinweg für seinen klaren und fairen Diskussionsstil und sein Ringen um die beste Lösung geschätzt.“

Alexandra Werwath und Hermann Kuhn, Landesvorstandssprecher der Grünen erklärten in einer Pressemitteilung, dass heute ein trauriger sei, an dem der Wahlkampf in Bremen inne halten solle: "Mit Jörg Kastendiek ist ein verdienter Politiker von uns gegangen. Der Tod unseres Kollegen trifft uns sehr. Jörg Kastendiek bleibt uns in Erinnerung als Politiker, der immer hart in der Sache für seine politischen Überzeugungen gestritten hat - in seiner Partei und im Parlament. Sein damit verbundenes Engagement für unsere Demokratie wissen wir sehr zu schätzen. Unser aufrichtiges Beileid gilt in diesen dunklen Stunden seiner Familie, seinen Wegbegleitern und seinen politischen Mitstreitern."

Bei der Wohnungsbaugenossenschaft Gewosie in Bremen-Nord trauert man um das Vorstandsmitglied Jörg Kastendiek. Seit 1. Februar 2018 hatte er hier zusammen mit seinen Vorstandskollegen Gabriele Hoppen und Stephan Ramelow die Geschicke des größten Wohnungsanbieters im Bremer Norden bestimmt. "Von Beginn an brachte er seine vielfältigen Erfahrungen als Bauingenieur ein und widmete sich den neuen Herausforderungen mit Freude und Engagement", heißt es im Nachruf der Gewosie. In Kastendieks Geschäftsbereich fielen die Modernisierung und Sanierung des Wohnungsbestandes der Gewosie mit ihren rund 4000 Wohnungen sowie geplante Neubauprojekte wie der Bau von zwei Mehrfamilienhäusern im Tauwerk-Quartier in Grohn. Maßgeblich betreute er bis zuletzt die Planungen für die Erschließung und Entwicklung von zwei neuen Baugebieten in Blumenthal, Am Bodden-Nord und Cranzer Straße, wo die Gewosie bauträgerfreie Grundstücke anbieten will.

Der Bremer Investor Kurt Zech äußerte sich ebenfalls zum Tode von Jörn Kastendiek: "Der Tod von Jörg Kastendiek erfüllt mich und viele Kollegen unserer Unternehmensgruppe in tiefer Trauer. Er war viele Jahre, zuletzt als Geschäftsführer unserer Zech Bau Holding, erfolgreich tätig und wir haben ihn als Menschen und Kollegen sehr geschätzt."

+++ Dieser Text wurde um 19.56 Uhr aktualisiert +++

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+