So schön ist Bremen im Frühling trotz Corona

So schön ist Bremen im Frühling

„Er ist's!“ lautet der Titel eines der wohl berühmtesten Frühlingsgedichte von Eduard Mörike. Wie der Frühling sein blaues Band auch durch Bremen flattern lässt, ist auf dem Weg zur Arbeit zu entdecken.
21.03.2020, 16:40
Lesedauer: 2 Min
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Von Sigrid Schuer (Text) und Roland Scheitz (Fotos)
So schön ist Bremen im Frühling

Blühende Kamelien- und Magnolienbäume im Fedelhören.

Roland Scheitz

Bremen. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick“, mit diesen Worten beginnt der berühmte Osterspaziergang aus Goethes „Faust“. Weiter heißt es da: „Und im Tale grünet Hoffnungsglück“. Eine Zuversicht, die die Menschen jetzt so nötig haben, wie lange nicht mehr. Wer genau hinschaut, der wird wahrnehmen, wie der Frühling in Bremen sein blaues Band wieder durch die Lüfte flattern lässt. Wir haben für unsere Leserinnen und Leser ein paar Impressionen aus den Bremer Wallanlagen zusammengestellt. Erste Ausgangsbeschränkungen sind wegen der Corona-Krise mittlerweile in Bayern und Freiburg verhängt worden. Und niemand weiß bislang, ob es solche Maßnahme auch für Bremen und Niedersachsen geben wird. Es liegt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel betont hat, an der Vernunft jedes Einzelnen, ob es dazu kommen wird.

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Nur im Frühling so zu sehen: Ein Meer aus Hellviolett.

Foto: Roland Scheitz

Insofern sind Massenzusammenkünfte an der Schlachte, wie sie noch Mitte März stattfanden, eine schlechte Idee. Es gilt nun, das kleine, kontemplative Glück am Wegesrand zu suchen und zu finden, etwa beim Gassigehen mit dem Hund, auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Da sind beispielsweise die ersten Veilchen zu sehen, eine Seltenheit in der Innenstadt. Genauso wie der erste Igel oder die erste Entenfamilie, die mit Glück den Weg der vereinzelten Flaneure kreuzen. Viele, die jetzt Urlaub haben, aber nicht verreisen können, lassen sich von der Blütenpracht in der Natur inspirieren und bepflanzen ihre Gärten und Balkone.

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Eine Rarität in der Innenstadt: die ersten Veilchen.

Foto: Roland Scheitz

Die Kinder in dem von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Italien haben mit ihren Regenbogen-Bildern, die sie in die Fenster hängen, ein Symbol der Hoffnung und der Empathie geschaffen: „Andrá tutto bene“, alles wird gut. Es hängt auch unter dem Schild „Chiuso“, geschlossen, an der Scuola Toscana im Fedelhören. Sara Gasparri setzt nun ihre Italienischkurse per Skype fort, bei einem guten Glas Rotwein, wie sie auf ihrer Website wissen lässt. „Und im Tale grünet Hoffnungsglück“... .

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Ein Traum in Rosa vor dem Haus des Reichs.

Foto: Roland Scheitz

Das lässt sich zuweilen auch dann finden, wenn vereinzelt die Melodien eines Straßenmusikers zu vernehmen sind. So spielte der in Moskau geborene Michael Shulman Ende vergangener Woche am frühen Abend auf dem menschenleeren Marktplatz auf seiner Violine.

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Das Hoffnungssymbolagen: der Regenbogen.

Foto: Roland Scheitz

Im Kostüm des italienischen Teufelsgeigers Paganini, schwarzer, langer Mantel, Zylinder und mit der gleichen Fingerfertigkeit. Vor dem hell erleuchteten Rathaus eine Szene wie aus Wilhelm Hauffs „Phantasien aus dem Bremer Ratskeller“. Eine besondere Erfahrung in einer sonst so stillen Stadt.

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Nur im Frühling so zu sehen: Ein Meer aus Hellviolett.

Foto: Roland Scheitz
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