Corona-Alternative zum Freimarkt

So sieht es auf dem ersten Bremer „Freipark“ aus

Eintritt, Rundgang und Maske: Beim „Freipark“ ist in diesem Jahr einiges anders. Aber vieles ist auch gleich - nämlich Crêpe, Bratwurst und Karussell. Hier die ersten Eindrücke vom Bremer „Freipark“.
02.10.2020, 17:28
Lesedauer: 3 Min
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So sieht es auf dem ersten Bremer „Freipark“ aus
Von Jean-Pierre Fellmer
So sieht es auf dem ersten Bremer „Freipark“ aus

Nach der Eröffnung des "Freiparks" hielt sich der Besucherandrang zunächst in Grenzen.

Jean-Pierre Fellmer

Kurz bevor Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt das rote Band zerschneidet, geht im Hintergrund die Musik an: „Rhythm is a Dancer“ von Snap! schallt aus dem Lautsprecher des Fahrgeschäfts. Vogt durchtrennt das Band und eröffnet am Freitagmittag um 13 Uhr so den ersten Bremer „Freipark“ – und das trotz der kürzlich angestiegenen Zahlen zu den gemeldeten Corona-Neuinfektionen. Noch am Donnerstag hat der Bremer Senat entschieden, statt 6000 nur 3000 Besucher gleichzeitig in den „Freipark“ auf der Bürgerweide zu lassen. „Wir nehmen die steigenden Infektionszahlen ernst“, sagt Vogt, „aber unsere Abstands- und Hygienekonzepte für öffentliche Veranstaltungen sind so gut, dass sogar Gesundheitsminister Spahn diese gelobt hat.“

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Wer den „Freipark“ besuchen möchte, muss im Gegensatz zum Freimarkt ein paar zusätzliche Dinge beachten: Vor den Eingängen stehen kleine Zelte aufgebaut, in denen die Besucherinnen und Besucher ihre persönlichen Daten auf Zetteln eintragen, die sie dann abgeben. Weiter geht es für die Rummelbesucher in die Warteschlange zum Eingangsbereich. Der Eintritt kostet pro Person 1 Euro, Kinder unter sechs Jahren zahlen nichts. Besucher müssen einen Mund-Nasen-Schutz mitbringen, können eine Einwegmaske aber auch an der Kasse oder bei den Fahrgeschäften für 50 Cent erwerben. Im Park bewegen sich die Gäste im Kreis entgegen dem Uhrzeigersinn, grüne Pfeile auf dem Boden markieren die Richtung. Auf dem Rundweg selbst müssen die Besucher keine Maske tragen, an den jeweiligen Ständen schon, Streifen auf dem Boden markieren den einzuhaltenden Abstand. Security in blauen Westen kontrollieren, ob das Hygienekonzept eingehalten wird. Am Freitagmittag waren auch mehrere Beamte vom Ordnungsamt und der Polizei vor Ort.

Mehr Besucher am Sonnabend erwartet

Bei der Eröffnung am Freitagmittag war nur wenig los. Nach und nach kamen vereinzelte Besucher in den Park und folgten dem Rundweg. „Das ist keine strikte Einbahnstraße“, sagt Bettina Robrahn-Böker, Geschäftsführerin der Veranstaltungsgesellschaft Bremer Schausteller (VBS), die die Organisation des Freiparks übernommen hat. „Wer sein Kind ein paar Meter entgegen der Laufrichtung vom Fahrgeschäft abholen möchte, kann das gerne tun.“ Mit dem organisatorischen Ablauf sei sie bislang sehr zufrieden, wünscht sich allerdings noch mehr Besucher. „Es ist Freitag und die Schule ist noch nicht vorbei“, sagtr Robrahn-Böker. Am Abend und am Sonnabend rechne sie mit mehr Andrang.

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Trotz der wenigen Gäste dudelt es Popmusik aus den Jahrmarktsbuden und auch die Fahrgeschäfte boten schon die Gelegenheit auf einen wilden Ritt an. Davon gibt es in diesem Jahr übrigens zwei neue: Sky Dance ist ein 55 Meter hohes Kettenkarussell, Pool Party ist das ehemalige Fahrgeschäft Fliegender Teppich, das rundum neu gestaltet wurde. Insgesamt sind es 14 Karussells, unter anderen das Riesenrad Lounge 360. Insgesamt sind 120 Schausteller vertreten.

Der Freipark hat jeden Tag bis November geöffnet

Christian Schleier ist am Freitag einer der ersten, der sich das Konzept anschaut: „Ich finde es super, fühlt sich ein bisschen so an wie die Osterwiese“, erklärt er. Die Atmosphäre sei gut, wer Spaß an Kirmes habe, für den lohne sich der Besuch. „Ob sich das für die Schausteller rentiert, muss man schauen“, so Schleier. Einer der Schausteller ist Michael Tolisch: „Vor rund einem halben Jahr haben wir noch gedacht, dass es im Herbst einen Freimarkt geben wird“, sagt er. Das war zu der Zeit, als der Lockdown planmäßig nur bis Ostern dauern sollte. Dass er seinen Imbissstand jetzt auf dem „Freipark“ eröffnen konnte, weiß er erst seit zwei, drei Wochen. „Ich bin froh, dass ich wieder mit meinen Händen arbeiten und Geld verdienen kann.“ Die Überbrückungshilfen reichten nicht, er sei auch von anderen Ausfällen betroffen.

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Der „Freipark“ ist bis zum 1. November jeden Tag geöffnet. Montags bis sonnabends von 13 bis 22 Uhr, sonntags von 12 bis 21 Uhr.

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