Fernbusterminal soll bis 2021 fertig sein

So soll der neue Busbahnhof am Bremer Hauptbahnhof aussehen

Die Planung für das neue Fernbusterminal am Bremer Hauptbahnhof nimmt Gestalt an. Am Donnerstag wurde der Siegerentwurf für den Busbahnhof vorgestellt, der auch ein Hotel und ein Parkhaus umfasst.
18.10.2018, 10:09
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So soll der neue Busbahnhof am Bremer Hauptbahnhof aussehen
Von Jürgen Hinrichs
So soll der neue Busbahnhof am Bremer Hauptbahnhof aussehen

Ein modernes Design soll der neue Busbahnhof in Bremen haben. Hier die Sicht vom Breitenweg.

Knerer und Lang

Drei Gebäude, jedes für sich, und doch aus einem Guss – so präsentiert sich das Ensemble mit Fernbusterminal, Hotel und Parkhaus hinter dem Überseemuseum. Am Donnerstag sind die Pläne vorgestellt worden. Sie sind das Ergebnis eines Architekturwettbewerbes.

Gewonnen hat unter den zehn Teilnehmern das Büro Knerer und Lang Architekten aus Dresden. Mit der Entscheidung geht es nach dem jahrelangen Gezerre um einen neuen Bahnhof für Fernbusse jetzt in die Phase der Realisierung. Im Frühjahr 2021 sollen das Terminal und die anderen Gebäude fertig sein.

Elf Stellplätze wird es geben, an denen die Busse Halt machen können. Zurzeit parken sie am Breitenweg, unter Bedingungen, die von den Verkehrspolitikern aller Parteien seit Jahren als unzumutbar beurteilt werden.

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Die Fahrgäste drängeln sich mit ihrem Gepäck auf dem Bürgersteig, Passanten kommen in die Quere, auch Radfahrer, und bei Regen gibt es keinen Unterstand.

Das wird am neuen Terminal anders. Es ist überdacht, nebenan, im Parkhaus, wird ein Servicebereich mit Toiletten, Ticketverkauf und Dienstleistungen geschaffen. Mehr Komfort, überhaupt mal welchen, und mehr Sicherheit für die Fahrgäste.

Das besonders geformte Dach korrespondiert mit den Arkaden des Hotels. Planung, Bau und Finanzierung des Terminals übernimmt die Stadt. Sie veranschlagt dafür knapp sechs Millionen Euro.

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In den Kosten enthalten ist der Ankauf der Flächen. Dieser Akt allein hat drei Jahre gedauert. Bisheriger Eigentümer des größten Teils war das Bremer Unternehmen Buhlmann-Immobilien. Die Stadtkonnte sich mit der Firma lange Zeit nicht über die Vertragsmodalitäten einigen, gestritten wurde insbesondere über den Preis.

Die Auseinandersetzung fand teilweise öffentlich statt, es gab gegenseitige Schuldzuweisungen. Doch nun ist nicht nur der Übertrag des Grundstücks gelungen, die Einigung umfasst viel mehr.

Buhlmann bringt sich selbst in das Projekt ein. Das Unternehmen baut Hotel und Parkhaus und wird dafür nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Beide Gebäude stehen auf dem Areal an der Bürgermeister-Smidt-Straße nicht isoliert neben dem Terminal, sondern fügen sich architektonisch ein.

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Das war das Ziel des Wettbewerbs. „Die kompakte und flächensparende Anordnung des Busterminals zwischen dem ehemaligen Fruchthof und der Gleistrasse ermöglicht die Kombination mit einem attraktiven privatwirtschaftlich finanzierten Hotelstandort und einem Parkhaus“, teilt die Stadt mit. „Gleichzeitig kann mit dem Projekt eine für das gesamte Areal und die Bahnhofsvorstadt gewünschte positive städtebauliche Entwicklung angestoßen werden“, betont die Baubehörde.

Großes Lob für den Entwurf der Architekten, die den Wettbewerb gewonnen haben, kommt von Senatsbaudirektorin Iris Reuther: „Hotel und Parkhaus bilden ein charaktervolles Ensemble, das einladend wirkt“, sagt die Professorin. Diese Anmutung und Klarheit setze sich beim Dach des Fernbusterminals fort, sodass eine gelungene Einheit erzielt werde. „Hervorzuheben ist zudem die robuste und zugleich nuancierte Gestaltung der Architekturbetonfassade in ihrer urbanen Haptik, die für Klarheit sorgt, sich aber auch in die Umgebung einfügt.“

Bau-Staatsrat Jens Deutschendorf spricht von einem „souveränen, stimmigen Entwurf“. Er bedeute an der Stelle eine große Aufwertung des städtischen Raumes. Terminal, Hotel und Parkhaus würden sich mit ihrer jeweiligen Funktion ideal ergänzen.

So soll der neue Busbahnhof aussehen.

So soll der neue Busbahnhof aussehen.

Foto: Knerer und Lang

Für das etwa 40 Meter hohe Hotel mit seinen elf Geschossen und 120 Zimmern steht der Betreiber so gut wie fest. Jens Lütjen von der Marklerfirma Robert C. Spies, der in dem Projekt den Investor vertritt, will noch keinen Namen nennen, verspricht aber ein „junges, kreatives Angebot, das auch zu Amsterdam oder Kopenhagen passen würde“.

Eher etwas für den kleinen Geldbeutel, jedenfalls kein weißer Schwan, keine Luxusherberge, wie Lütjen es ausdrückt. Wer das Parkhaus mit den 500 Stellplätzen bewirtschaftet, ist nach Darstellung des Maklers noch völlig offen. Gleiches gilt für das Fernbusterminal, die Stadt wird ihn an einen Betreiber übergeben.

Bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann, muss die Fläche freigeräumt werden. Dem Abriss geweiht ist unter anderem ein alter Schuppen und mit ihm auch die Diskothek Gleis 9. Einen alternativen Standort haben die Betreiber nach eigenen Angaben bis heute nicht gefunden.

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