Lernen im Lockdown So viele Kinder gehen derzeit in Bremen zur Schule

An den Grundschulen wird es deutlich voller, in den weiterführenden Schulen sind weniger Kinder vor Ort: Die Bremer Bildungsbehörde macht Angaben zur aktuellen Situation in den Klassenräumen.
19.01.2021, 06:00
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So viele Kinder gehen derzeit in Bremen zur Schule
Von Sara Sundermann

An weiterführenden Schulen geht derzeit im Schnitt jedes dritte Bremer Kind zur Schule, an Grundschulen sind fast zwei von drei Kindern vor Ort. Diese Angaben hat das Bildungsressort am Montag gemacht. Demnach wurden an den öffentlichen Grundschulen der Stadt laut Behörde durchschnittlich rund 62 Prozent der Schülerinnen und Schüler für den Präsenzunterricht angemeldet. In den weiterführenden Schulen der Stadt Bremen wurden im Schnitt rund 35 Prozent der Kinder für den Unterricht vor Ort angemeldet.

Bremerhavens Magistrat vermeldet, dass in den kommenden beiden Wochen rund zwei Drittel der Grundschulkinder in die Schulen kommen werden. In der Sekundarstufe I nähmen 23 Prozent am Präsenzunterricht teil. Ein Großteil der Schüler, die in die Schule kommen, stammen dem Magistrat zufolge aus den Abschlussklassen, die im Wechselsystem unterrichtet werden.

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Bremen hat es den Eltern während des Lockdowns freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Die Präsenzpflicht ist bis Ende Januar aufgehoben. Für die Klassen eins bis sechs empfiehlt die Behörde den Schulbesuch, die Bildungssenatorin spricht diese Empfehlung für alle Schülerinnen und Schüler aus. Dieser Appell der Senatorin war zuletzt innerhalb der Regierungskoalition umstritten. Auch unter den Eltern gehen die Meinungen auseinander. Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert den Appell, Unternehmensverbände hingegen unterstützen Bogedans Schulpolitik.

Der größte Träger von Kinderbetreuung, der städtische Betrieb Kita Bremen, zählte in der vergangenen Woche, dass rund 4000 von 9000 Kindern in die Kitas kamen. Kinder unter drei Jahren wurden dabei häufiger in die Kita gebracht als die Drei- bis Sechsjährigen: In die Krippen kam jedes zweite Kind, in die Kindergärten etwa 45 Prozent der Kinder, in die Horte etwa 37 Prozent.

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Je nach Stadtteil sei die Lage sehr unterschiedlich, sagt Kita Bremen-Geschäftsführer Wolfgang Bahlmann. In Stadtteilen wie Schwachhausen und Horn-Lehe, wo es mehr berufstätige Eltern gebe, kamen Bahlmann zufolge zum Teil fast alle Kinder: „Einige Einrichtungen waren quasi voll besetzt.“ Bei den berufstätigen Eltern sei der Druck offenbar groß, so Bahlmann. In Stadtteilen wie Walle, Tenever oder Grohn seien etwa 20 bis 30 Prozent der Kinder in die Kita gekommen. Von Kita Bremen gibt es für die aktuelle Woche noch keine Zahlen.

Zur Sache

FDP fordert Sondersitzung zu Abschlüssen in der Pandemie

Die Prüfungsbedingungen für Schülerinnen und Schüler müssen jetzt definiert werden. Das fordert Hauke Hilz, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bürgerschaftsfraktion. „Das Chaos um die Schulöffnung im Land Bremen ist nach wie vor riesig“, sagt Hilz. „Dieses Durcheinander darf sich bei den bevorstehenden Abschlussprüfungen nicht wiederholen.“ Die FDP fordert eine Sondersitzung der Bildungsdeputation vor dem nächsten Gipfel der Kultusminister, der für Ende Januar angesetzt ist. Bremens Bildungspolitiker sollen laut Hilz diskutieren, mit welcher Position die Bildungssenatorin in die Verhandlungen geht.

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