Strohschirm-Manufaktur aus Habenhausen ist in Marktlücke gestoßen

Sogar aus Dubai Bestellung erhalten

Obervieland. Ägypten, China, Persien – das sind Länder, die mit uralten Überlieferungen beanspruchen könnten, Erfinder des Sonnenschirms zu sein. Gemeint sind große Baldachine, die von Trägern über Herrschaften gehalten wurden.
04.09.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Edwin Platt
Sogar aus Dubai Bestellung erhalten

Die Strohschirm-Manufaktur aus Habenhausen produziert Sonnenschirme aus Reet. Geschäftsführer Steve Hergert präseniert hier ein Exemplar.

Karsten Klama

Ägypten, China, Persien – das sind Länder, die mit uralten Überlieferungen beanspruchen könnten, Erfinder des Sonnenschirms zu sein. Gemeint sind große Baldachine, die von Trägern über Herrschaften gehalten wurden. Im 17. Jahrhundert wurde der Sonnenschirm kleiner, leichter und moderner. Es konnten Schattenspender – auch Parasol genannt – in einer Hand mitgeführt werden. Sie waren nicht weniger hoheitsvoll und edel als die Schirme des Altertums.

Heute sind an allen sonnigen Urlaubsorten Schatten spendende Schirme aus der Massenproduktion zu sehen. Im Norden Deutschlands – nämlich in Habenhausen – fand nunmehr die zeitgemäße Neuerfindung des Sonnenschirms statt.

Die Bremer Strohschirm-Manufaktur hat nach drei Jahren Entwicklungsarbeit ihre Pforten in der Scipiostraße geöffnet. Hier entstehen Strohschirme nach bester norddeutscher Tradition. Gerade hier im Norden gibt es Handwerker, die Dächer aus Naturmaterialien wie Stroh und Reet dauerhaft, wind- und wetterfest decken können. Daran hat die Manufaktur angeknüpft. Sie probierte verschiedene Modelle von Strohschirmen so lange aus, bis Qualitätsprodukte entstanden. In einer Ausstellung zusammen mit hölzernen Gartenmöbeln, Gartendekorationen und dem Feuertisch, der Grill-, Heiz- und Barbecue-Funktionen vereint, sind sie zu sehen.

Von Schirmen mit zwei bis fünf Metern Durchmesser hängen dekorative Fransen oder Halme am Schirmrand herab. Das Reet stammt nicht mehr aus dem deutschen Norden oder aus China, denn es wäre zu dünn und schnell grau. Vielmehr stammt es aus dem Donau-Delta und aus Ägypten, weil sich diese Qualität am besten bewährt hat.

Die Trägerrundgestelle – erst aus Stahl, jetzt überwiegend aus Aluminium gefertigt – liefert eine lokale Schweißerei. Die Trägerrundgestelle können auf Wunsch neu eingedeckt werden.

Lärchenholzstämme haben sich als äußerst haltbare Träger auch bei Sturm erwiesen und werden nun je nach Untergrund mit 80 Kilo schweren Platten oder mit Erdankern sicher aufgestellt. Klar, dass die edlen Schirme nicht zu Discountpreisen zu haben sind. Gewerbetreibende sind erste größere Kunden, denn nicht überall ist der große Schirm mit der Reklame für Zigaretten oder Bier gut angesehen. Potsdamer und Babelsberger Hotels und Bäder wissen das und rechnen mit der längeren Haltbarkeit der Strohschirme, ebenso wie der neueste Besteller aus Dubai.

„Keiner ist so sturmfest und so haltbar“, versichert Steve Hergert, Geschäftsführer der Strohschirm-Manufaktur, über die „Weltneuheit“ aus Huchting. Ihm ist bewusst, das sein neues Produkt nicht etwas für den kleinen Geldbeutel ist, sondern sich eher an gehobene Ansprüche wendet.

Die Bremer Strohschirm-Manufaktur, Scipio-

straße 11, ist unter Telefon 408 96 05 50 zu erreichen. Die Internetadresse lautet www.strohschirm-manufaktur.de

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