Frau in der Vahr getötet Sohn schweigt zu Vorwürfen

In der Vahr ist eine 46 Jahre alte Frau ermordet worden. Als tatverdächtig wurde der Sohn festgenommen. Der psychisch kranke 22-Jährige schweigt zu den Vorwürfen.
28.06.2015, 11:38
Lesedauer: 2 Min
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Sohn schweigt zu Vorwürfen
Von Sara Sundermann

Der wegen des gewaltsamen Todes seiner 46 Jahre alten Mutter in Bremen festgenommene Sohn verweigert die Aussage. Der psychisch kranke 22-Jährige steht im Verdacht, die Frau getötet zu haben. Zu den Vorwürfen habe er sich nicht äußern wollen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Die Staatsanwaltschaft will jetzt einen Antrag auf Unterbringung des 22-Jährigen in einer Psychiatrie stellen.

Die 46-jährige Frau, die in einem der Wohnblöcke in der ruhigen Wohnsiedlung in der Neuen Vahr lebte, war zuvor nicht bei ihrer Arbeit erschienen. Ihre Kollegen machten sich Sorgen um sie. Die Polizei wurde alarmiert, und die Beamten öffneten am Sonnabendmittag die Wohnung der Vermissten. Helfen konnten sie ihr nicht mehr: Die Polizisten fanden die Frau leblos im Badezimmer.

Eine Untersuchung durch die Rechtsmedizin hat der Polizei zufolge ergeben, dass die 46-jährige Bremerin gewaltsam zu Tode gekommen ist. „Der Täter ist der Frau offenbar an den Hals gegangen“, sagt Polizeisprecher Nils Matthiesen. Nähere Angaben zum Tathergang oder zur Ursache für einen möglichen Streit zwischen Opfer und Täter konnte der Sprecher noch nicht machen. Nachbarn erzählen, dass die Frau offenbar erwürgt worden sei.

Die Spuren führten die Polizei zum 22-jährigen Sohn der Toten. Er konnte am Sonnabendnachmittag in der Nähe seiner Wohnung von Spezialeinsatzkräften der Bremer Polizei festgenommen werden. Es ist bisher nicht klar, ob Mutter und Sohn zusammen wohnten. Der 22-Jährige ist den Ermittlern zufolge psychisch krank, er wurde vorläufig in ein Klinikum eingewiesen. Ein Bewohner der kleinen Siedlung erzählt, der Sohn sei mehrfach auffällig gewesen: „Er hat dann hier unter dem Fenster der Wohnung seiner Mutter gestanden und laut zu ihr hinaufgebrüllt.“ Das sei in der ganzen Siedlung zu hören gewesen, erzählt der 28-Jährige. Die Ermittlungen der Polizei zum Mordfall dauern an. Weitere Auskünfte will die Staatsanwaltschaft am Montag erteilen.

In den vergangenen drei Jahren gab es im Land Bremen laut aktueller Kriminalstatistik der Innenbehörde jeweils zwischen drei und fünf Tötungsdelikte pro Jahr, also Fälle von vollendetem Totschlag und Mord. Außerdem gab es in diesem Zeitraum jedes Jahr zwischen sechs und elf Fälle von versuchtem Mord oder Totschlag, bei denen das Opfer überlebte.

Die allermeisten Fälle solcher Gewaltdelikte – zuletzt zwischen 90 und 100 Prozent – konnten in den vergangenen Jahren von den Ermittlern aufgeklärt werden. Die ganz überwiegende Zahl der Tötungsdelikte sind Beziehungstaten. Das heißt, der Täter ist im engsten Umfeld des Opfers zu suchen. Häufig sind Familienangehörige, Partner oder frühere Partner die Täter. Die Gewaltkriminalität macht in Bremen mit nur 3,9 Prozent der Delikte einen geringen Anteil der insgesamt begangenen Straftaten aus. (mit dpa)

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