Nach Unglück in Delmenhorst

Solidarität mit Familie nach Brand: Neustädter Supermarkt sammelt Spenden

Nachdem das Haus der Familie Reinhardt in Delmenhorst im letzten Jahr gebrannt hatte, stellte sich heraus, dass das Haus nicht mehr versichert war. Danach bekam die Familie Spenden in Höhe von rund 7000 Euro.
19.09.2018, 20:03
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Martin Ulrich
Solidarität mit Familie nach Brand: Neustädter Supermarkt sammelt Spenden

Cindy und Michael Reinhardt vor ihrem Haus, das nach dem Brand kaum wiederzuerkennen ist. (Archivbild)

Ingo Moellers

Der dreijährige Sohn der Familie Reinhardt bekommt ein Feuerzeug in die Hände. Er steigt ins Dachgeschoss und spielt damit. Dort wird aus dem Spiel Ernst. Erst brennt das Bett des Kleinen, dann der Dachstuhl. Die gute Nachricht: Kein Familienmitglied wird verletzt. Die schlechte: Es stellt sich heraus, dass das Haus der Reinhardts in Delmenhorst nicht versichert ist.

Das Problem: Als Familie Reinhardt das Haus vor drei Jahren erwarb, war es noch versichert. „Beim Kauf wurden der Bank Versicherungsdokumente vorgelegt, aber es ist nie zu einer Umschreibung gekommen. Und mir ist das dummerweise nicht aufgefallen, ich will mal sagen, aufgrund des lebhaften Familienlebens“, sagt Michael Reinhardt, denn vier der fünf Kinder leben noch bei ihren Eltern. Wieso der Versicherungsschutz nicht mehr besteht, klären derzeit Juristen.

Die Familie war jedenfalls verzweifelt. Dann meldete sich Gerrit Schröder von Nonstop News, einer Nachrichtenagentur fürs Fernsehen, bei der Familie und drehte einen Fernsehbeitrag über den Brand. Regionale Unternehmen und viele über Facebook organisierte Privatpersonen boten der Familie daraufhin Spenden und handwerkliche Hilfe für den Wiederaufbau des Dachstuhls an. So hörten auch Ines und Björn Harste davon. Das Paar betreibt einen Spar-Markt in der Neustadt, wo auch Michael Reinhardt aufgewachsen ist.

Lesen Sie auch

In ihrem Geschäft in der Gastfeldstraße können Kunden darum seit Anfang dieses ­Jahres ihre Bons aus dem Pfandrück­nahme-Automaten spenden. Auf diese Weise sind ­inzwischen über 2000 Euro zusammenge­kommen. „Der Gedanke, die Kunden um ihre Bons für die Reinhardts zu bitten, ist praktisch über Nacht entstanden“, sagt Björn Harste. Da der Kaufmann als der Shopblogger bundesweit außerdem eine große Fangemeinde im Internet hat, wurden ihm sogar Pfandflaschen aus anderen Ecken der Republik als Spende geschickt.

Mehrmals wurde aber auch ­versucht, die Spendenbox aufzubrechen. Deshalb hat Harste eine Überwachungskamera installiert. Die große Solidarität rührt die Familie Reinhardt, die sich bedanken möchte. Mit den eingegangenen Spenden in Höhe von rund 7000 Euro kann die Familie einen kleinen Eigenkapitalanteil aufbringen, um die 55.000 Euro für das neue Dach per Kredit zu finanzieren.

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+