Bremen

SOS-Kinder- und Jugendhilfe zieht in alte Bibliothek

Bremen. Über Jahrzehnte nutzte die Stadtbibliothek das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße. Jetzt wird das Haus von Grund auf saniert. Ab Mitte 2011 soll das Gebäude zu einem zentralen Anlaufpunkt für Familien und Kinder werden.
13.08.2010, 05:50
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Von Daniel Goerke
SOS-Kinder- und Jugendhilfe zieht in alte Bibliothek

Die ehemalige Stadtbibliothek in der Neustadt.

Stoss

Bremen. Über Jahrzehnte nutzte die Stadtbibliothek das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße. Jetzt wird das Haus von Grund auf saniert. Ab Mitte 2011 soll das Gebäude zu einem zentralen Anlaufpunkt für Familien und Kinder werden.

Die SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen bündeln an dem Standort in der Neustadt ihre Angebote. Dabei sah es schon so aus, als sollte die Immobilie zum Problemfall im Stadtteil werden. Lange Zeit tat sich nämlich nichts an der exponierten Stelle Friedrich-Ebert-Straße, EckeNeustadtcontrescarpe. Nach dem Auszug der Bibliothek vor rund sechs Jahren bemühte sich die Stadt zunächst vergeblich um einen Nachmieter. Mal gefiel dem Senatsbaudirektor die Planung nicht, mal gab es finanzielle Bedenken wegen des hohen Umbaubedarfs, und dann widersprach der Beirat, als Aldi in das Gebäude einziehen wollte. Zwischenzeitlich behalf sich Bremens Immobiliengesellschaft auch mit sporadischen Mietern, die jeweils nur für wenige Wochen in das Haus einzogen. Es gab Ausstellungen, Theaterproben und Aufführungen. Auch der Christliche Verein junger Menschen hatte sich kurzzeitig eingemietet.

Zentraler Anlaufpunkt

Damit ist nun Schluss. Der Verein SOS-Kinderdorf hat die Immobilie gekauft. Die Entkernung des Gebäudes ist mittlerweile abgeschlossen. Derzeit werden in dem zweistöckigen Gebäude Sanitäranlagen, Heizung und Elektrik installiert. 'Kinder zu fördern und Eltern zu entlasten, darin sieht SOS-Kinderdorf seine zentrale Aufgabe. Dies wird mit dem neuen SOS-Kinderdorf-Zentrum hier in Bremen zukünftig noch besser gelingen', sagte Gitta Trauernicht, Vorstandsmitglied bei SOS-Kinderdorf, gestern bei einem Baustellenrundgang.

Bürgermeister Jens Böhrnsen lobte das Engagement der vielen hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Organisation. 'Wir alle haben ein gemeinsames Ziel', sagte Böhrnsen, 'wir wollen eine Gesellschaft mit Herz, Platz und Chancen für Kinder und Familien.' Auch in Zukunft wolle die Politik ein verlässlicher Partner sein und die Arbeit von SOS-Kinderdorf weiter unterstützen. Insgesamt arbeiten bei den SOS-Kinder- und Jugendhilfen in der Hansestadt und umzu mehr als 70 Mitarbeiter an elf Standorten. Rund 100 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie zahlreiche Familien nutzen die Angebote.

'Die dezentrale Struktur mit den verschiedenen Standorten ermöglicht uns bisher kaum eine Verknüpfung', sagt Karin Mummenthey, Einrichtungsleiterin der SOS-Kinder- und Jugendhilfen in Bremen, Diepholz und Verden. 'Unter unserem neuen Dach können wir den Menschen das Beratungs- und Hilfsangebot besser zugänglich machen. Unser neues, 1600 Quadratmeter großes Zentrum soll eine zentrale Anlaufstelle für Bedürftige und Interessenten sein.'

Das Erdgeschoss soll ein offener Treffpunkt mit viel Platz zum Spielen und Lernen für Kinder werden. Die Einrichtung verspricht Begegnungsmöglichkeiten und Beratung in sozialen, psychischen oder finanziellen Notlagen. Mittags soll warmes Essen ausgegeben werden. Im ersten Stock wird ein Bewegungs- und Kreativraum eingerichtet. Der Bauplan sieht außerdem Räume für einen Second-Hand-Laden, für eine heilpädagogische Tagesgruppe sowie für Beratung vor. Im zweiten Stock sind Mitarbeiterbüros, Veranstaltungs- und Fortbildungsräume untergebracht. Das Dachgeschoss ist für die Mitarbeiter des Krisendienstes und der Sozialpädagogischen Familienhilfe vorgesehen. Verbindendes Element aller Etagen ist der knapp 50 Quadratmeter große und begrünte Innenhof des Gebäudes.

 

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